Hirnforschung im Nationalsozialismus: Arbeitsgespräch an der Leopoldina

Obwohl die Forschungspraktiken schon unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt waren und seit der Mitte der 1980er Jahre neu diskutiert wurden, gibt es bis heute keine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas.

Arbeitsgespräch:
„Hirnforschung im Nationalsozialismus, Euthanasie und die Frage der Opfer“
Sonntag, 29. November 2015, 16.30 – 19.00 Uhr
Leopoldina-Studienzentrum, Vortragssaal
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)

Das Arbeitsgespräch bildet den Auftakt eines Forschungsvorhabens des Medizinhistorikers Prof. Dr. Julian Paul Weindling zur Medizingeschichte im Nationalsozialismus. Das Projekt wird im Rahmen des von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung vergebenen „Anneliese Maier-Forschungspreises“ gefördert.

Paul Julian Weindling gilt international als herausragender Forscher zur Wissenschafts- und Medizingeschichte im Nationalsozialismus. Seit Ende der 1980er Jahre legt der Brite grundlegende Studien zur Entstehung der Eugenik als wissenschaftlich legitimierte Rassenhygiene im NS-Staat vor. Mit seinen Untersuchungen zum Nürnberger Ärzteprozess greift Weindling auch die Perspektive der Opfer auf und arbeitet deren Beitrag zur historischen Rekonstruktion wie auch der Strafverfolgung der NS-Menschenforschung heraus. Weindling ist seit 2014 Mitglied der Leopoldina.

Der Anneliese Maier-Forschungspreis wurde dieses Jahr an insgesamt elf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben. Die Förderung durch den Preis soll die Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland voranbringen und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

Die Teilnahme an dem Arbeitsgespräch ist kostenlos. Um Anmeldungen unter www.leopoldina.org/de/form/anmeldung-ns-hirnforschung/ wird gebeten.

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