Hirnforscher der TU Dresden untersuchen Vernetzungen im Gehirn beim Erlernen neuer Aufgaben

„Übung macht den Meister“ lautet ein gängiges Sprichwort. Neue, zunächst schwierige Aufgaben können mit ein wenig Übung und nach einigen Wiederholungen häufig wesentlich einfacher bewältigt werden. Insbesondere wenn eine Anleitung zur Lösung der Aufgabe erfolgt, setzt eine schnelle Automatisierung der entsprechenden Handlung ein. Ein Forscherteam der TU Dresden hat nun die dabei zugrunde liegenden Hirnprozesse in einer aktuellen Bildgebungsstudie untersucht. Die Ergebnisse der Studie sind heute in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ unter dem Titel „Integration and segregation of large-scale brain networks during short-term task automatization” veröffentlicht worden.
Im Rahmen des DFG-finanzierten Sonderforschungsbereiches 940 ‚Volition und kognitive Kontrolle‘ haben die Hirnforscher Holger Mohr, Uta Wolfensteller und Hannes Ruge an der Fachrichtung Psychologie der Technischen Universität Dresden in Kooperation mit Kollegen aus den USA und der Schweiz erforscht, welche Hirnprozesse beim schnellen Erlernen von zuvor angeleiteten Aufgaben eine Rolle spielen. Der verwendete Forschungsansatz basiert dabei auf der zunehmend populären Annahme, dass mentale Funktionen wie Gedächtnis oder Sprache an spezifische Kommunikationsmuster innerhalb von Subnetzwerken des Gehirns gebunden sind. Über diese Grundannahme hinausgehend wurde untersucht, ob eine schnelle Reorganisation dieser Kommunikationsmuster während der instruktionsgeleiteten Automatisierung neuer Aufgaben möglich ist. Frühere Studien beschäftigen sich im Gegensatz dazu vor allem mit der Reorganisation dieser Kommunikationsmuster im Zuge von Langzeitübung.
Die aktuellen Studienergebnisse legen nahe, dass die schnell zunehmende Automatisierung explizit instruierter Aufgaben durch die verstärkte Kommunikation zwischen den Subnetzwerken, die eine reibungslose Transformation von visueller Information zu motorischen Reaktionen unterstützen, ermöglicht wird. Gleichzeitig ist dies mit der Freigabe von Netzwerkressourcen verbunden, die anfänglich noch einer kontrollierten und aufmerksamkeitsfordernden Umsetzung der instruierten Aufgabe dienten. Zusätzlich entkoppelt sich dabei das sogenannte Ruhezustandsnetzwerk zunehmend von den aufgabenbezogenen Netzwerken. Insgesamt zeigen diese Befunde, dass eine effiziente, instruktionsgeleitete Aufgabenumsetzung tatsächlich durch eine schnelle, über das gesamte Gehirn verteilte Reorganisation der Netzwerkkommunikation erfolgt.
Das vollständige Paper finden Sie unter: http://www.nature.com/articles/ncomms13217
https://tu-dresden.de/mn/psychologie/allgpsy/die-professur/mitarbeiter/utawolfensteller/agneuro

Informationen für Journalisten:
Holger Mohr
Tel.: 0351 463-42432
E-Mail: holger.mohr@tu-dresden.de

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