Hilft ein technisches Biofeedbacksystem bei inkompletter Querschnittlähmung oder nach Schlaganfall?

Verschiedene Erkrankungen oder Schädigungen des zentralen Nervensystems können die Gehfähigkeit dauerhaft beeinträchtigen. Bei einem unnatürlichen Gangmuster werden Muskeln und Gelenke fehlbelastet, was mittel- und langfristig zu Schmerzen und weiteren Einschränkungen führen kann. Ob ein mobiles, technisches Biofeedbacksystem helfen kann, bei betroffenen Patienten den Bewegungsablauf zu verbessern, untersuchen Wissenschaftler der Klinik für Paraplegiologie am Universitätsklinikum Heidelberg in einer aktuellen Studie, für die noch Teilnehmer gesucht werden.

Das neuartige Feedbacksystem erfasst fortlaufend Abweichungen vom normalen Gangbild mittels Bewegungssensoren, die an den Schuhen befestigt werden, und gibt dem Nutzer eine verbale Rückmeldung. Dieser hat so die Gelegenheit seine Bewegungen gezielt und selbstständig zu korrigieren. Der Erfolg seiner Bemühungen wird dem Nutzer sofort mitgeteilt. In Voruntersuchungen zeigte sich, dass der Therapieerfolg auch nach dem Training noch anhielt.

Für die Studie sucht die Sektion Experimentelle Neurorehabilitation nun gehfähige Personen nach Schlaganfall oder mit inkompletter Querschnittlähmung. Teilnehmer müssen volljährig sein und mindestens zehn Minuten am Stück gehen können. Eine mögliche Beinschiene sollte maximal das Sprunggelenk umfassen. Hilfsmittel wie Gehstützen oder Rollatoren dürfen genutzt werden. Bei Patienten mit inkompletter Querschnittlähmung sollten mindestens sechs Wochen, bei Patienten nach Schlaganfall mindestens drei Monate nach dem Eintritt der Lähmung vergangen sein. Die Studie findet an drei aufeinander folgenden Tagen statt, außerdem ist eine kurze Nachuntersuchung nach vier Wochen vorgesehen. Der zeitliche Gesamtaufwand beträgt ca. fünf Stunden.

Anmeldung und weitere Informationen zur Studie:
Telefonisch: 06221 56 29152 oder 06221 56 34851
Per E-Mail: daniel.schliessmann@med.uni-heidelberg.de oder Ursula.Wey@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

Scroll to Top