Hilfe für Menschen mit affektiven Störungen oder Demenz durch emotionssensitives Assistenzsystem

Im ersten Schritt wird erforscht, wie erkrankte Menschen mithilfe einer gezielten Interaktion zwischen Mensch und Technik die besonderen psychischen bzw. kognitiven Herausforderungen in ihrem täglichen Leben überwinden und mit welchen Hilfsangeboten sie ihre Lebensqualität steigern können.
Für ein optimales Ergebnis werden die Partner hierfür aktiv mit Menschen mit dementieller Erkrankung oder affektiver Störung zusammenarbeiten und gemeinsam mit ihnen technische Ansätze und Assistenzfunktionen untersuchen. Das neue System soll neben krankheitsbezogenen Situationen auch soziale Verhaltensweisen und Hinweisreize in der menschlichen Kommunikation erkennen können. Insbesondere wird das Projektteam individualisierte Informationsvermittlungs- und neue Bedienkonzepte erforschen, die in vom System als kritisch erkannten Situationen gezielt Unterstützungsfunktionen anbieten und motivierende Impulse geben können. Auch bestehende Assistenzsysteme sollen in diese Richtung erweitert und um Funktionen ergänzt werden, die implizite menschliche Kommunikationszeichen – bspw. Emotionen oder Gesten – erfassen und interpretieren sowie geeignete Unterstützungsmaßnahmen ableiten und ausführen können.

Die Leitung des Konsortiums übernimmt die ITK Engineering AG, die ihre Kompetenzen in den Bereichen Sensorik und Telemedizin in die Arbeitsgemeinschaft einbringt. Cognitec Systems GmbH und Sikom Software GmbH werden das Konsortium als Spezialisten für Bild- und Audiodatenverarbeitung unterstützen. Außerdem sind die Forschungseinrichtungen Fraunhofer IPA und FZI Forschungszentrum Informatik vertreten, die das Projekt in den Bereichen Gesten- und Zustandserkennung sowie mobile Anwendungen unterstützen werden.
Den Anwendungskontext und die medizinisch-pflegerische Expertise werden das Institut für Klinische Psychologie im Zentrum für Seelische Gesundheit – Klinikum Stuttgart und die BruderhausDiakonie in das Projekt einbringen. Gleichzeitig werden diese das Projektteam hinsichtlich ethischer und sozialer Fragestellungen beraten und eine entsprechende Bewertung der technischen Entwicklungen vornehmen.

Das Projekt EmAsIn (Abk. für „Emotionssensitive Assistenzsysteme zur reaktiven psychologischen Interaktion mit Menschen“) wird im Hinblick auf die Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderbekanntmachung „Vom technischen Werkzeug zum interaktiven Begleiter – sozial- und emotionssensitive Systeme für eine optimierte Mensch-Technik-Interaktion“ (InterEmotio) gefördert (Förderkennzeichen: 16SV7357).

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Hauptsitz ist Karlsruhe.
Das FZI ist mit einer Außenstelle in Berlin vertreten.

Pressekontakt für EmAsIn:
Lena Teifel, ITK Engineering AG,
Telefon: +49 89 8208598-225 / E-Mail: lena.teifel@itk-engineering.de

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