Hilfe für Heranwachsende

(djd). Erwachsenwerden ist nicht immer leicht. Junge Menschen sehen sich heute mit vielen Herausforderungen konfrontiert: ständige Reizüberflutung durch TV und Internet, wenig verlässliche Familienstrukturen sowie in ihrem Erziehungsstil verunsicherte Eltern. Und während die Jugendlichen noch mitten in der persönlichen und sexuellen Identitätsfindung stecken, müssen sie sich zudem frühzeitig für einen beruflichen Werdegang entscheiden und möglichst gleich erfolgreich sein. Verständlich, dass viele mit diesen Anforderungen schwer zurechtkommen.

Ab wann ist professionelle Hilfe nötig?

Bis zu einem gewissen Grad ist das in der Pubertät normal. Hilfe ist jedoch gefragt, wenn ernste psychische Probleme entstehen, die sich etwa in Essstörungen, Depressionen, Drogenmissbrauch, Selbstverletzung (Ritzen), Schulverweigerung oder Internetsucht äußern. Eine Expertin für das Syndrom „Reifungskrise“ ist zum Beispiel Professor Dr. med. Claudia Mehler-Wex, Chefärztin der Hemera Klinik in Bad Kissingen. Sie sagt: „Seit den 90er Jahren haben sich die Behandlungsfälle von Minderjährigen verdoppelt.“ In der Privatklinik für Seelische Gesundheit arbeitet sie mit ihrem Team seit Jahren mit jungen Menschen, die psychische Krisen überwinden wollen. „Oft fragen zunächst die Eltern um Rat, doch ältere Jugendliche suchen vermehrt auch selbst Hilfe“, so Claudia Mehler-Wex. Eine ganzheitliche stationäre Therapie dauert mindestens sechs Wochen.

Behandlungsstrategien

Hier wird zuerst die Hauptdiagnose gestellt, bevor man ein individuelles, lebensnahes Therapiekonzept festlegt. Dazu gehört ein ganzheitlicher Therapieansatz, der auch familiäre oder partnerschaftliche Belange berücksichtigt, soziale Kompetenzen und Problemlösungsstrategien trainiert, Alltagsfähigkeiten für die Verselbstständigung vermittelt und bei der beruflichen Perspektivfindung sowie aktiven Freizeitgestaltung unterstützt. Mehr dazu unter http://www.hemera.de im Internet. Mehler-Wex: „Die psychischen Störungen der Reifungskrise haben eine gute Prognose, erfolgreich behandelt zu werden.“ Und dabei gilt: je früher, desto besser.

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