Hightech am Bein: Orthobionik-Absolvent versorgt Friseurin mit Orthese

Durch die Erkrankung ist das linke Bein der gebürtigen Äthiopierin „schlaff gelähmt“ – es fehlt die Impulsübertragung vom Nerv zum Muskel. Die Folge sind Kraft- und Funktionsverlust der Muskulatur, das macht eine orthopädietechnische Versorgung notwendig. Den Kontakt zu dem Studierenden stellte ihr Betreuer beim Orthopädietechnikunternehmen Ottobock her.

Koppe warf nun sein im Studium erworbenes Wissen und die Erfahrung aus dem bereits zuvor erlernten Beruf als Orthopädietechniker in die Waagschale. Herausgekommen ist ein Hightech-Produkt, das über die übliche Standard-Versorgung bei diesem Krankheitsbild weit hinausgeht: Die Verwendung von CFK (besser als Carbon bekannt) sowie Titan macht die Orthese leicht und stabil, Laschen und Verschlusssystem sind aus hochfester PE-Faser. Eine individuelle Fußbettung und ein bewegliches Knöchelgelenk sorgen für optimale Passform und ermöglichen der Trägerin, die Restbewegung ihres Knöchelgelenkes zu nutzen.

Für die Anfertigung hat Mario Koppe rund 45 Stunden aufgewendet. Zu den Arbeitsschritten zählten zunächst eine ausführliche Anamnese, ein Gipsabdruck und die Modellerstellung. Es folgte eine Testorthese, diese war bereits mit Systemschienen und Gelenken ausgestattet. Nach mehreren Anproben und Anpassungen wurden die Carbonteile individuell angefertigt. Weitere Optimierungen des Fußbettes und der Polsterung sorgen für höchsten Komfort. Ergebnisse für ein letztes Feintuning lieferte eine dynamische visuelle Ganganalyse im Labor. Die Anwenderin ist begeistert von ihrer neuen Orthese: „Sie ermöglicht mir, auch einen vollen Tag im Friseursalon ohne Schmerzen arbeiten zu können, das war früher undenkbar“, sagt sie. „Diese Orthese ist nicht nur eine sehr gelungene Prüfungsleistung. Sie ist auch ein Beispiel dafür, was das neue Studienfach Orthobionik für die Patientenversorgung leisten kann“, resümiert der PFH-Professor für Biomechanik, Dr. Siegmar Blumentritt.

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