„Hier freut sich der Tod, dem Leben zu helfen“

Pressemitteilung
Heidelberg, 18. April 2013

„Hier freut sich der Tod, dem Leben zu helfen“
Ausstellung über die Anatomie in Heidelberg gestern und heute

„Hier freut sich der Tod, dem Leben zu helfen. Die Anatomie in Heidelberg gestern und heute“ ist der Titel einer Ausstellung, die die Universitätsbibliothek Heidelberg und das Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg erarbeitet haben. In rund 140 Exponaten wird die Geschichte der Medizin und der Anatomie von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart dokumentiert. Nach der Eröffnungsveranstaltung am Dienstag, 23. April 2013, kann die Ausstellung vom folgenden Tag an bis zum Februar kommenden Jahres in der Universitätsbibliothek besichtigt werden.

Die Lehre vom Aufbau des menschlichen Körpers, von den Strukturen und den Beziehungen der Organe, des Gewebes und der Zellen untereinander, etablierte sich vom 16. Jahrhundert an als wesentliche Grundlage der medizinischen Forschung und Lehre. Seither haben sich die Methoden der Anatomie stark verändert: Konnte einst allein mit dem Seziermesser freigelegt und mit dem bloßen Auge beobachtet werden, bestehen heute durch Elektronenmikroskopie und Computertomographie vollkommen neue Beobachtungs- und Untersuchungsmöglichkeiten.

Die Ausstellung widmet sich verschiedenen Aspekten der Anatomie: Neben den aktuellen Aufgaben des Instituts für Anatomie und Zellbiologie in Lehre und Forschung wird auch dessen bis ins Jahr 1805 zurückgehende Geschichte beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen dabei die jeweiligen Institutsleiter, die mit ihren Forschungsschwerpunkten und Veröffentlichungen prägend wirkten. Eine dritte Abteilung stellt die seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlichen anatomischen Präparate und Modelle sowie die dabei angewendeten Techniken vor. Die Heidelberger Anatomische Sammlung, ihr Aufbau und ihr Fortbestehen in der Gegenwart sind ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung. In einem letzten Abschnitt wird die Entwicklung anatomischer Illustrationen im Spiegel von Druckwerken des 16. bis 19. Jahrhunderts veranschaulicht.

Von den präsentierten Exponaten stammt die überwiegende Zahl aus den Sammlungen der Universitätsbibliothek und des Instituts für Anatomie und Zellbiologie. Ergänzend dazu haben das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin und das Universitätsarchiv sowie das Stadtarchiv Heidelberg und die Firma SOMSO (Coburg) Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der von Maria Effinger und Joachim Kirsch zusammengestellt wurde. Darüber hinaus wird die Ausstellung vom 23. April an auch als virtuelle Präsentation im Internet zu sehen sein. Fast alle ausgestellten anatomischen Schriften wurden digitalisiert und stehen auch im Online-Katalog der Universitätsbibliothek Heidelberg für weitere Recherchen zur Verfügung.

Zur Eröffnungsveranstaltung laden die Universitätsbibliothek Heidelberg und das Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg am Dienstag, 23. April 2013, ein. Der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel, wird die Gäste begrüßen, ebenso wie der Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg, Prof. Dr. Claus R. Bartram, und der Direktor der Universitätsbibliothek Heidelberg, Dr. Veit Probst. Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie, Prof. Dr. Joachim Kirsch, hält den Festvortrag „Von der Handsäge zur Restriktionsendonuclease. Anatomen auf der Suche nach Beziehungen zwischen Struktur und Funktion“. Den musikalischen Rahmen mit Werken von Debussy und Beethoven gestaltet Ilan Bendahan Bitton am Flügel. Die Eröffnungsveranstaltung in der Aula der Alten Universität beginnt um 18.00 Uhr. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung in der Bibliothek zu besichtigen.

Die Ausstellung „Hier freut sich der Tod, dem Leben zu helfen. Anatomie in Heidelberg gestern und heute“ wird vom 24. April 2013 bis zum 16. Februar 2014 in der Universitätsbibliothek Heidelberg, Plöck 107-109 gezeigt. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr (außer an Feiertagen) geöffnet. Die virtuelle Präsentation wird unter der Adresse unter der Adresse im Internet abrufbar sein.

Hinweis an die Redaktionen:
Digitales Bildmaterial ist über die Pressestelle erhältlich.

Kontakt:
Dr. Sabine Gehrlein
Universitätsbibliothek Heidelberg
Telefon (06221) 54-4274
gehrlein@ub.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Scroll to Top