Herzkranken Kindern helfen

Wie können Kinder, die nur eine funktionierende Herzkammer haben, besser behandelt werden? Dieser Frage geht Privatdozent Dr. Joachim Eichhorn, Leitender Oberarzt der Klinik für Pädiatrische Kardiologie / Angeborene Herzfehler (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Matthias Gorenflo) nach. Für seine Forschungsarbeiten wurde er Anfang Oktober in Weimar mit der Gerd Killian-Projektförderung der Deutschen Herzstiftung (DHS) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) ausgezeichnet.

Das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro fließt sowohl in Dr. Eichhorns Projekt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Georg F. Hoffmann) als auch in Forschungsarbeiten im Deutschen Herzzentrum Berlin.

Wenn das Neugeborene nur eine Herzkammer hat

Es ist ein seltener angeborener Herzfehler, die betroffenen Kinder überleben jedoch nicht ohne hochkomplexe Operationen: Bei einem von tausend Neugeborenen ist nur eine funktionierende Herzkammer angelegt. Da die Scheidewand zwischen dieser Kammer und der kleineren, nicht funktionstüchtigen Kammer defekt ist, vermischt sich in diesem so genannten Einkammerherzen venöses, also sauerstoffarmes und arterielles, also sauerstoffreiches Blut. Der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt. Liegt die Sauerstoffsättigung bei gesunden Menschen bei 96 Prozent, so erreicht sie bei den kleinen Patienten häufig nicht einmal mehr 80 Prozent, und das ist auf Dauer zu wenig.

Deshalb sind mehrere aufwändige Operationen notwendig, um Lungen- und Körperkreislauf voneinander zu trennen und einen sicheren Ersatzkreislauf zu schaffen. Die Kinder haben danach einen nahezu normalen Sauerstoffgehalt im Blut. Sie können nun gut ihren Alltag meistern, sind aber dennoch nicht voll belastbar und müssen im Langzeitverlauf mit schwerwiegenden Komplikationen rechnen, die auch eine Herztransplantation notwenig machen können.

Magnetresonanztomografie liefert Informationen für neue Therapieansätze

Ziel des geförderten Forschungsvorhabens von Dr. Joachim Eichhorn ist es, den Blutfluss der operierten Kinder mit dem bildgebenden Verfahren der Magnetresonanztomografie (MRT) genau zu untersuchen. Mit Hilfe der so gewonnen Informationen möchte der Preisträger neue Therapieansätze für die herzkranken Kinder entwickeln. „Diese neuen Therapieansätze können von einem modifizierten chirurgischen Ansatz bis hin zu neuen medikamentösen Therapien reichen“, sagt Dr. Eichhorn.

Jährlich kommen in Deutschland rund 6.000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Insbesondere wegen verbesserter Frühdiagnostik und Fortschritten in der Herzchirurgie erreichen heute etwa 90 Prozent dieser Kinder das Erwachsenenalter. Mit dem Gerd Killian-Fonds fördert die Deutsche Herzstiftung (DHS) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler. „Die beiden prämierten Projekte zeichnen sich durch einen sehr patientennahen Bezug aus. Von den Ergebnissen der Forschungsarbeiten erhoffen wir uns einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenserwartung und Lebensqualität der Patienten“, erklären die Stifter.

Der Gerd Killian-Fonds für angeborene Herzfehler

Die Deutsche Herzstiftung hat zu Ehren von Gerd Killian den „Gerd Killian-Fonds“ eingerichtet. Nach dem Willen der Erblasserin Doris Killian soll die Projektförderung aus diesem Fonds insbesondere Forschungsaktivitäten für Kinder mit angeborenem Herzfehler stärken. Der Gerd Killian-Fonds für angeborene Herzfehler nahm seine Arbeit 2009 auf.

Weitere Informationen:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Kinderheilkunde-II-Paediatrische-Kardiologie-Angeborene-Herzfehler.988.0.html?&FS=title%3DHauptabteilung
www.herzstiftung.de

Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. med. J. Eichhorn
Leitender Oberarzt
Abteilung für Pädiatrische Kardiologie / Angeborene Herzfehler
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-2348
E-Mail: joachim_eichhorn@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

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JB

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