Herzinsuffizienz: Telemonitoring kann Arztbesuche ersparen

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Behandlung von Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Telemonitoring findet bei Fachärzten ein positives Echo, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie sieht den Nutzen der dauerhaften Überwachung von Patienten als erwiesen an. Die Gesellschaft wiederspricht damit der Meinung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Herzinsuffizienz – Diagnose und Kontrolle aus der Ferne

Beim Telemonitoring finden Diagnosen, Untersuchungen und die fortlaufende Kontrolle des Patienten mithilfe von Telemetrie-Systemen statt: Die Messerwerte des Patienten werden von einem Sensor registriert und drahtlos zu einer Empfangsstelle gesendet, die sich in einer Arztpraxis befindet. Hier werden die Werte gesammelt und interpretiert. Diese engmaschige Kontrolle ist laut der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK) ideal zur Nachsorge bei Patienten mit sogenannten Rhythmusimplantaten. Solche Implantate kommen bei Patienten zum Einsatz, die zusätzlich zur Herzinsuffizienz unter Herzrhythmusstörungen leiden.

Gesellschaft für Kardiologie beharrt auf ihrem Standpunkt

Im Gegensatz zu den Experten der DGK kommt das Deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zu der Auffassung, dass nicht geklärt sei, ob Patienten mit Herzinsuffizienz und/oder Herzrhythmusstörungen tatsächlich vom Telemonitoring profitieren. Nach der Auswertung von 17 Studien mit über 10.000 Teilnehmern kommen die Experten des IQWiG zu dem Schluss, dass ein Nutzen nicht klar ersichtlich sei.

Demgegenüber stehen die Kardiologen vom DGK auf dem Standpunkt, dass das IQWiG sehr verschieden gestaltete Studien mit verschiedensten Telemonitoring-Endpunkten zur Auswertung hinzugezogen habe, was zu keinem verwertbaren Ergebnis geführt habe. Die Arbeitsgruppen Telemonitoring und Rhythmologie des DGK bleiben daher bei ihrem Standpunkt, dass Telemonitoring bei Herzinsuffizienzpatienten eine sinnvolle Maßnahme darstelle.

Einsatz bei Implantat-Patienten

Herzinsuffizienz ist gerade bei älteren Menschen weit verbreitet und gehört bundesweit zu den häufigsten Todesursachen. Die Krankheit wird mit ACE-Hemmern zur Blutdrucksenkung, bestimmten Betablockern und Diuretika gegen die Flüssigkeitseinlagerungen im Körper behandelt. Bei mangelnder Wirkung der ACE-Hemmer kann eine Kombination der Wirkstoffe Sacubitril und Valsartan zum Einsatz kommen. Die Wirkstoffe Sacubitril und Valsartan werden dabei nicht einfach miteinander vermischt, sondern auf molekularer Ebene miteinander kombiniert.

Bei Herzinsuffizienzpatienten treten oft gefährliche Herzrhythmusstörungen auf. Diese Störungen werden zusammen mit der Herzschwäche durch das Implantieren aktiver kardialer Implantate behandelt. Die Implantate senden elektronische Impulse aus, wenn der Herzschlag auffällig wird. Beim Einsatz dieser Implantate ist eine regelmäßige Nachsorge notwendig, in der Regel müssen die Patienten alle drei Monate zum Arzt. Telemonitoring kann diese Arztbesuche ganz oder teilweise ersetzen.

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