Herzinsuffizienz-Patienten mit Vorhofflimmern: Ablation verbessert Lebensqualität und Belastbarkeit

Mannheim, Freitag 9. April 2010 – Das Abtragen von Gewebe im Herzen zur Stabilisierung des Herzrhythmus (Katheterablation) kann bei Menschen, die unter Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern leiden, zu einer deutlichen Verbesserung der Belastbarkeit, der Lebensqualität und einer Zunahme der Auswurffraktion, einem Maß der Herzfunktion, führen. Das berichtete Dr. Christopher Piorkowksi (Herzzentrum Leipzig) auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim.

Die Katheterablation von Vorhofflimmern ist ein etabliertes Verfahren zur Rhythmus-erhaltenden Therapie. Menschen mit fortgeschrittener struktureller Herzerkrankung und Herzinsuffizienz leiden häufig an Vorhofflimmern – ein Zeichen für eine schlechtere Überlebensprognose.

Nutzen-Risiko-Abwägung

"Kürzlich publizierte Daten legen nahe, dass die Vorhofflimmerablation zu einer deutlicheren Verbesserung der Belastbarkeit, der Lebensqualität und einer Zunahme der Auswurffraktion führt", so Dr. Piorkowksi. "Bei der Entscheidung für eine Katheterablation bei Herzinsuffizienz-Patienten muss aber auch berücksichtigt werden, dass es sich um schwerere Eingriffe mit höheren Komplikationsrisiken, niedrigeren Erfolgschancen und häufigeren Zweiteingriffen als bei herzgesunden Patienten handelt."

Bessere Überlebensprognose

Neben der rein symptomatischen Behandlung der Rhythmusstörung, ist die Verbesserung der Überlebensprognose bei Herzinsuffizienz-Patienten ein weiteres mögliches Therapieziel für die Katheterablation von Vorhofflimmern, berichtet der Experte: "Hinweise für einen entsprechenden Therapieeffekt liefern mehrere Studien und zahlreiche klinische Beobachtungen, die jetzt in weiteren Studien überprüft werden müssen."

Im praktischen Management von Patienten mit Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern sei eine Kardioversion mit Defibrillator oder eine Stabilisierung des Herzrythmus mit Medikamenten ein guter Test, so Dr. Piorkowksi, "um Patienten zu identifizieren, die von einem stabilen Herzrythmus profitieren und bei denen daher eine Ablation günstig sein kann."

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Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
(idw, 04/2010)

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