Herz- und Diabeteszentrum NRW investiert 1. Mio. Euro in moderne Angiologie

Eine mit modernster Medizintechnik ausgestattete neue Diagnose- und Behandlungseinheit für Gefäßerkrankungen (Angiologie) hat jetzt in der Kardiologischen Klinik des Herz- und Diabeteszentrums NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Horstkotte ihren Betrieb aufgenommen. Die neue Bildgebung macht nicht nur eine genaue 3D-Ganzkörper-Darstellung aller Gefäße möglich, sondern erlaubt aufgrund einer integrierten Ultraschall- und Computertomographietechnik auch eine wesentlich schnellere und besonders schonende Diagnose und Therapie. Dies gilt für alle schon bislang im HDZ NRW durchgeführten komplexen Gefäßeingriffe, z.B. an der Körperschlagader oder Gefäßwand-Eröffnungen an den Unterschenkeln zur Vermeidung von Amputationen. Eine diagnostische Untersuchung mit dem Herzkatheter wird dadurch in vielen Fällen nicht mehr notwendig. Rund eine Million Euro hat das Herz- und Diabeteszentrum in die neue angiologische Behandlungseinheit investiert. „Wir setzen damit unsere Ausrichtung auf besonders schonende, den Patienten wenig belastende Verfahren der Spitzenmedizin konsequent fort“, betont Geschäftsführer Wilhelm Hecker.

Schonendere Untersuchungen von Arteriosklerosepatienten möglich
4,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Störung der arteriellen Durchblutung, die als arterielle Verschlusskrankheit (AVK) oder umgangssprachlich „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet wird. Diesen Patienten kommt die neue Angiologie-Diagnose-Einheit zugute, denn die neue Ausstattung im HDZ NRW erspart dem Patienten bisher übliche zusätzliche Eingriffe. Außerdem macht sie zeitgleiche Kombinationseingriffe an den Herzkranz-, Arm- und Beingefäßen oder der Halsschlagader möglich. Die Belastung durch Kontrastmittel und Röntgenstrahlung bleibt dadurch sehr gering.

„Außerdem können wir sämtliche Gefäße von Kopf bis Fuß abbilden und eingreifen, ohne den Patienten zu verlagern“, ergänzt Oberarzt Dr. Siegfried Eckert, der die Patienten im HDZ NRW als zuständiger Angiologe und Diabetologe betreut und verweist auf die spezielle deckenhängende Röntgenanlage. Der Patient kann auf dem Untersuchungstisch liegend durch den Strahlengang gefahren werden. Auf einem 8.000 Pixel großen Monitor können bis zu zwölf Bildquellen incl. 3D-Bildgebung, die Ergebnisse des integrierten Ultraschalls sowie der Kernspin- und Computertomographien gleichzeitig abgebildet werden. Dies erlaubt gerade bei schwierigeren Fällen eine sehr sichere Diagnostik und Therapie bei geringerer Anzahl von notwendigen Gesamtaufnahmen.

Arteriosklerose: Besonders Diabetiker sind betroffen
Rund ein Drittel aller Arteriosklerosepatienten sind Diabetiker. Da die verschlossenen Arterien in den Beinen oder anderen Körperregionen nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden, leiden die Betroffenen unter Schmerzen, Muskelschwäche sowie kalter und blasser Haut. Bei fortschreitender Krankheit kann die Gefäßverkalkung alle Arterien des Körpers betreffen. Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der Arteriosklerose sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen.

„Oft sind nicht nur die Arterien der Beine verengt, sondern gleichzeitig die herz- und hirnversorgenden Schlagadern“, erläutert Dr. Eckert. Dadurch ist die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, um ein Vielfaches erhöht. Eine Blutdruckmessung an den Fußknöcheln und Armen liefert erste Aussagen darüber, welche Gefäße betroffen sind. Die anschließende Angiographie gibt dann genaue Auskunft über den Grad der Gefäßverengung und erlaubt eine unmittelbar daran anschließende Therapie, indem das Gefäß entweder aufgedehnt wird (perkutane transluminale Angioplastie – PTA) oder zusätzlich eine Gefäßprothese (Stent) eingesetzt werden kann. Sehr stark verkalkte Arterien werden im gleichen Arbeitsschritt von den erfahrenen Spezialisten des HDZ NRW punktgenau mittels Laserkatheter oder anderen Verfahren wieder eröffnet. Spezielle Gefäß-Verschlusssysteme reduzieren die Liegezeiten der Patienten und ermöglichen die direkte Nachbetreuung der Patienten auf den Stationen der Kardiologischen Klinik und des Diabeteszentrums. „Jedes Jahr können wir so bei nicht wenigen Diabetikern die Amputation von Gliedmaßen vermeiden“, so Prof. Horstkotte.

Weitere Informationen:
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
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Anna Reiss
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