Herz-Szintigraphie – schonendes Mittel zur Erkennung von Herzerkrankungen

Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) verengen oder verstopfen Fettablagerungen die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel versorgen. Dadurch wird immer weniger Blut und damit Sauerstoff zum Herzen transportiert. Die Versorgung der einzelnen Bereiche des Herzens kann sich so bis hin zum gefürchteten Herzinfarkt verschlechtern.

Patienten profitieren hier von der wenig belastenden nuklearmedizinischen Untersuchung. Insbesondere bei Patienten mit Beschwerden, die auf eine mangelhafte Durchblutung des Herzens hinweisen, ist es wichtig, möglichst ohne Nebenwirkungen festzustellen, ob die Beschwerden vom Herzen stammen oder ob dafür andere Ursachen vorliegen. Die nuklearmedizinische Herz-Szintigraphie – auch „Single Photon Emission Computed Tomography“ oder abgekürzt SPECT genannt – stellt dabei ein etabliertes Verfahren zum Nachweis oder zum Ausschluss dieser Minderdurchblutungen des Herzmuskels dar. Die Untersuchungsmethode macht sichtbar, wo und wie stark die Nährstoffversorgung des Herzens eingeschränkt ist. Dazu werden dem Patienten spezielle Radiopharmaka in die Blutbahn injiziert, die sich im Herzmuskel besonders stark anreichern und seine Durchblutung darstellen. Ohne einen Eingriff in den Körper kann mit der Herz-Szintigraphie so im Vorfeld festgestellt werden, ob eine bedeutend risikoreichere und daher problematischere Untersuchung mittels Herzkatheter oder sogar ein chirurgischer Eingriff an einer Herzkranzarterie überhaupt erforderlich ist. Außerdem liefert die Herz-Szintigraphie auch ausgezeichnete Ergebnisse über Funktion und Zustand des Herzmuskels und ermöglicht so Prognosen zum Infarktrisiko des Patienten.

Somit präsentiert sich die Herz-Szintigraphie als die führende Methode zur schonenden und frühzeitigen Diagnose der koronaren Herzerkrankungen. Kaum eine andere Untersuchungsmethode konnte in der Kardiologie bisher einen derartigen Stellenwert erreichen. Die herausragende Bedeutung dieser nuklearmedizinischen Untersuchung unterstreicht auch die kürzlich in ärztlichen Leitlinien auf europäischer Ebene festgeschriebene Vorgabe, für jegliche weiterführenden Eingriffe am Herzen zwingend den Nachweis einer Minderdurchblutung des Herzmuskels vorauszusetzen und dafür nach Möglichkeit die nuklearmedizinische SPECT-Untersuchung anzuwenden.

Durch technische Weiterentwicklung bei den hochmodernen, besonders empfindlichen Kamerasystemen haben sich nicht nur die Untersuchungszeiten verkürzt und damit die Strahlenbelastungen des Patienten noch weiter reduziert. Der kombinierte Einsatz der Herz-Szintigraphie mit einer CT-basierten Herzkranzgefäßdarstellung (an so genannten SPECT-CT Hybridgeräten) erlaubt nun außerdem eine genaue Zuordnung der nachgewiesenen Minderdurchblutung zu dem entsprechenden Herzkranzgefäß. Dies ermöglicht dem behandelnden Kardiologen die Planung einer noch zielgerichteteren individuellen Therapie. Diese Neuerung ist insbesondere für Patienten mit mehreren Kranzgefäßverengungen interessant, da bei ihnen die Ursache der Durchblutungsstörung oft schwer zuzuordnen ist. Ein Problem, das infolge der Überalterung der Bevölkerung in Zukunft immer häufiger auftreten wird.

Trotz ihrer unbestritten herausragenden Bedeutung wird die Herz-Szintigraphie in Europa im Vergleich zu Nordamerika noch immer deutlich seltener eingesetzt. In Deutschland wurden alleine im Jahr 2010 ca. drei Millionen Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Bei etwa einer Million, also einem Drittel, dieser Untersuchungen wurde im Nachhinein festgestellt, dass die Beschwerden nicht vom Herzen stammten und keine Minderdurchblutungen des Herzmuskels vorlag. Durch eine Anwendung der Herz-Szintigraphie hätten in diesen Fällen Komplikationen und sogar Todesfälle verhindert werden können.

Die Herz-Szintigraphie ist ein Schwerpunktthema auf der NuklearMedizin 2011, der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin. Diese findet vom 13. bis 16. April im Festspielhaus Bregenz am Bodensee statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress – für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie einer großen, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die Dreiländertagung zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2011 stehen auf der Kongresshomepage zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
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Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de
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