Herz-Spezialisten warnen: Jeder 2. Hochrisiko-Patient in Deutschland erreicht empfohlene Cholesterin-Zielwerte nicht

Mannheim, Samstag 10. April 2010 – "50 Prozent aller Hochrisiko-Patienten, die mit Cholesterinsenkern vom Typ der Statine behandelt werden, erreichen heute das angestrebte Therapieziel nicht", so Dr. Anselm Gitt (Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen an der Universität Heidelberg) auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim). "Dabei ergibt sich ein einheitliches Bild in den verschiedenen Regionen Deutschlands."

Das ist die ernüchternde Bilanz einer aktuellen Auswertung der DYSIS-Untersuchung (Dyslipidemia International Study), an der in Deutschland 748 Zentren mit insgesamt 4260 Patienten beteiligt waren. "Die Hälfte der Patienten erreicht nicht ihren LDL-Cholesterin-Zielwert wie in Leitlinien (NCEP ATP III) definiert", so Dr. Gitt. "Insgesamt etwas weniger als ein Drittel aller Patienten haben zusätzlich zu ihren zu hohem LDL-Cholesterin noch weitergehende Abnormitäten bei HDL-Cholesterin und/oder Triglyzeriden."

Die Statin-Therapie ist Standardbehandlung von Blutfett-Störungen, die ihrerseits eine wichtige Ursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. DYSIS war eine vom Unternehmen MSD Sharp & Dohme GMBH unterstützte Untersuchung, die das Lipidprofil und die Patientencharakteristik von mehr als 22.063 Statin-behandelten Patienten in Europa und Kanada untersuchte.

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Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
(idw, 04/2010)

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