Hertie-Stiftung zeichnet Neurowissenschaftler aus

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat heute in der Frankfurter Paulskirche zwei renommierte Neurowissenschaftler ausgezeichnet – dabei traf junge Forscher-Exzellenz auf langjährige Spitzenleistung. Die erst 36-jährige Nachwuchsforscherin Sonja Hofer erhielt im Beisein des amerikanischen Nobelpreisträgers und Namensgebers den Eric Kandel Young Neuroscientists Prize in Höhe von insgesamt 75.000 Euro. Ausgezeichnet für seine langjährige und exzellente Forschungsleistung wurde zudem Wolfgang Oertel mit der Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften in Höhe von einer Million Euro.

Zum dritten Mal verleiht die Hertie-Stiftung den Eric Kandel Young Neuroscientists Prize. Damit möchte sie herausragende Nachwuchswissenschaftler für ihre Leistungen auszeichnen und zum Fortkommen in ihrer Forscherlaufbahn beitragen. Ausgezeichnet wird 2013 Prof. Dr. Sonja Hofer, Assistenzprofessorin am Biozentrum der Universität Basel und Research Fellow am University College London. Sie entdeckte fundamentale Prinzipien, wie strukturelle Veränderungen in neuronalen Netzwerken des Großhirns die Verarbeitung und Langzeitspeicherung von sensorischen Informationen ermöglichen. Das Preisgeld gliedert sich in zwei Teile: 50.000 Euro können von der Preisträgerin frei und persönlich verwendet werden, weitere 25.000 Euro sind für den Aufbau eines Mentorenverhältnisses mit Prof. J. Anthony Movshon (New York University) vorgesehen. Durch die Zusammenarbeit mit diesem international anerkannten Neurowissenschaftler und Experten auf dem Gebiet der Funktion und Entwicklung des visuellen Systems wird die Preisträgerin weiter in ihrer Laufbahn gefördert. Der Preis wird in Kooperation mit der Federation of European Neuroscience Societies (FENS) ausgeschrieben und ist nach dem amerikanischen Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel benannt, der an der Verleihungsfeier teilnahm und der Preisträgerin persönlich gratulierte.

Zum sechsten Mal verleiht die Hertie-Stiftung die Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften. Sie stellt eine besondere Auszeichnung für langjährige Spitzenleistungen in der Hirnforschung dar. 2013 erhält Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie an der Philipps-Universität Marburg, die mit einer Million Euro dotierte Auszeichnung. Die Stiftung ehrt damit das Lebenswerk eines herausragenden Neurowissenschaftlers und seine Beiträge zur Erforschung der Parkinson-Krankheit. Oertel erforschte unter anderem die frühe Phase der Erkrankung durch die Untersuchung von Schlafverhaltensstörungen. Darüber hinaus entwickelte er ein therapeutisches Forschungskonzept, das von der präklinischen Diagnostik bis hin zur krankheits-modifizierenden Therapieentwicklung reicht.

Die Hertie-Senior-Professur Neurowissenschaften wurde 2006 als erste Seniorprofessur in Deutschland überhaupt vergeben. Die Stiftung möchte damit das Potential und die Erfahrung exzellenter älterer Wissenschaftler für die Forschung erhalten und stärken, indem sie dem Inhaber der Stiftungsprofessur ermöglicht, die abschließenden Jahre seiner beruflichen Laufbahn ausschließlich der Forschung zu widmen. Weitere Ziele bestehen darin, dem Nachwuchs frühzeitige attraktive und international konkurrenzfähige Arbeitsplätze anbieten zu können, den Universitäten in der heutigen schwierigen Situation die Freiheit über die inhaltliche Ausrichtung ihrer Professuren und Fakultäten zu erhalten und die oft mehrjährige „Ausklangphase“ von Forschungsinstitutionen vor der Pensionierung des Leiters zu verkürzen.
Beide Auszeichnungen stehen unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka.

Bilder der Preisträger und der Veranstaltung finden Sie ab Samstag, 10:00 Uhr unter: http://92.50.118.106/joppen/www/jobs/9467.zip

Pressekontakt
Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Kommunikation
Julia Riedel, Julia Juckel
Tel. 069 66 07 56 – 162
RiedelJ@ghst.de
www.ghst.de

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Als eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland verfügt die Hertie-Stiftung über ein Vermögen von mehr als 936 Millionen Euro (per 31.12.2012), dessen Erträge dem Allgemeinwohl gewidmet sind.
Dem Willen ihres Stifters Georg Karg folgend, orientiert sich die Hertie-Stiftung an den Lebenssituationen der Menschen und den Herausforderungen der zukünftigen Gesellschaft in den Arbeitsgebieten Vorschule und Schule, Hochschule, Neurowissenschaften und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Die Projekte und Initiativen der Stiftung leisten wissenschaftlich basierte und praxisorientierte Beiträge zur Lösung drängender Probleme unserer Gesellschaft. Sie haben sowohl zum Ziel, die Qualität des öffentlichen Diskurses zu verbessern, als auch in der Praxis modellhafte Lösungsansätze zu schaffen. Diese können und sollen von anderen übernommen werden. Entsprechend fördert und fordert die Hertie-Stiftung Eigeninitiative und Hilfe zur Selbsthilfe.

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