Herausforderung Wohnen und Leben im Alter: Ausstellung zeigt barrierearme Modellwohnung

Welche Hilfsmittel unterstützen Menschen im Alter oder mit Behinderung in deren Wohnung? Interessierte können sich darüber in der Ausstellung „Barrierefreies Wohnen und Leben“ an der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM) einen Eindruck verschaffen. Auf rund 150 Quadratmetern zeigt der Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule verschiedene Lösungen und Sicherheitskonzepte, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter und bei Behinderung unterstützen. Kooperationspartnerin ist die an der FH FFM ansässige Fachstelle für Barrierefreiheit des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen.

Die Ausstellung dient der Lehre der über 2.000 Studierenden am Fachbereich und steht den Schüler(inne)n der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflegefachschulen offen. Auch Interessierte, Betroffene, Angehörige und Selbsthilfegruppen haben die Möglichkeit, sich über barrierefreies Wohnen und Leben zu informieren und beraten zu lassen.

„Ältere Menschen wollen heutzutage möglichst lange unabhängig in den eigenen vier Wänden leben. Wissenschaft und Technik passen sich dieser Nachfrage an und entwickeln verschiedene Lösungen“, erklärt die Initiatorin der Ausstellung, Prof. Dr. Barbara Klein vom Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit der FH FFM. „Zudem wird die Zahl älterer Menschen aufgrund des demografischen Wandels überproportional wachsen und auch in dieser Hinsicht den Bedarf steigen lassen.“

Die FH Frankfurt bietet mit dem interdisziplinären Master-Studiengang „Barrierefreie Systeme“ (BaSys) ein bedarfsorientiertes Angebot mit drei unterschiedlichen fachlichen Ausrichtungen. Je nach Schwerpunkt sind dies Barrierefreies Planen und Bauen, Intelligente Systeme zur Lebenshilfe oder Case Management für barrierefreies Leben. „Die Ausstattung der barrierearmen Modellwohnung gibt unseren Studierenden sowie allen Interessierten einen Überblick über das Spektrum technischer Hilfsmittel, Sicherheitskonzepte, Alltagshilfen und Mobilitätshilfen“, so Klein.

Die Besucher(innen) lernen Telecare-Technologien kennen, die in den Wohnungen der Betroffenen eingesetzt werden können. Dazu zählen Hausnotrufgeräte, Sturzsensoren, die bei Sturz automatisch einen Notruf auslösen, oder Funk-Epilepsie-Sensoren, die epileptische Anfälle melden. Auch Lichtlösungen können getestet werden. Sie vermeiden über Bewegungsmelder einen Sturz oder stärken, beispielsweise durch Lichtduschen, die Gesundheit. Innovative Betten, eine rollstuhlunterfahrbare Küche und Mobilitätshilfen sind Teil der Ausstellung. Auch die emotionale Robotik ist vertreten, wie die therapeutische Robbe PARO oder der Dinosaurier PLEO. Der zur sozialen Interaktion fähige Telepräsenzroboter „GIRAFF“ kann erprobt werden. GIRAFF ist mit einer Kamera und einem Mikrofon ausgestattet und kann ferngesteuert gelenkt werden. Er ermöglicht den abwesenden Pflegenden die Kommunikation mit den Pflegebedürftigen.

Zudem informiert die Ausstellung zu Sicherheitsvorkehrungen im Neubau und bei Umbauten. „Bei einem Neubau können unterschiedlichste Geräte über eine einzelne Benutzersteuerung bedient werden, darunter Licht, Fenster oder Heizung“, erläutert Klein. „Im Bestandsbau kann ein System mit fünf Kombinations-Sensoren eingesetzt werden, die Bewegung, Temperatur und Helligkeit messen. Wenn die Messwerte vom Profil der Nutzerin oder des Nutzers abweichen, wird ein Notruf ausgelöst.“

Weitere Informationen zur Ausstellung:

Infos zur Fachstelle für Barrierefreiheit des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen:

Details zum Master-Studiengang BaSys unter:

Besuchstermine für 2012: jeden letzten Mittwoch im Monat von 14-16 Uhr ohne Voranmeldung (25.04., 30.05., 27.06., 25.07., 29.08., 26.09., 31.10., 28.11.2012); abweichende Termine für Gruppen nach Terminabsprache; der Eintritt ist frei

Ort: FH FFM, Campus Nibelungenplatz /Kleiststraße, Gebäude 2, Untergeschoss, Raum 044

Kontakt: FH FFM, Daniela Richter, Telefon: 069/1533-2667, E-Mail: FH-Ausstellung@fb4.fh-frankfurt.de

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