Herausforderung für die Versorgung und Lösungsansätze: Schwer einstellbarer Bluthochdruck

Welche Ursachen es dafür gibt und vor welchen Herausforderungen die Versorgung dieser Patienten steht, darüber spricht ein Experte der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der gemeinsamen Tagung der DHL® und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (10. bis 11. November 2017 in Mannheim). Ein weiteres Thema ist, welche Fortbildungs- und Qualifizierungsinstrumente hier eine Lösung sein können.

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Von schwer einstellbarer oder auch therapieresistenter Hypertonie sprechen Ärzte, wenn Patienten keine guten Blutdruckwerte erreichen, trotz Veränderung ihres Lebensstils und einer Therapie mit drei Blutdrucksenkern verschiedener Substanzklassen. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein: „Die 10 bis 20 Prozent schwer einstellbarer Hypertonie-Patienten, von denen wir ausgehen müssen, stellen ein relevantes Problem in der Allgemein- und Internistischen Praxis dar“, sagt Professor Dr. med. Walter Zidek, Klinikdirektor an der Charité-Universitätsmedizin Berlin, Schwerpunkt Nephrologie, Endokrinologie und Transplantationsmedizin. „Die Ursachen dafür, dass Bluthochdruckpatienten schwer einstellbar sind, sind sehr unterschiedlich und nicht immer einfach zu diagnostizieren. Ohne ein klares Konzept für die Diagnostik und Versorgung kann es zu einer Über- oder Fehlbehandlung kommen, die enorme Ressourcen bindet, ohne zu einer Lösung zu führen.“ Genau hier setze die Deutsche Hochdruckliga mit ihrem Angebot zur Qualifizierung und Zertifizierung an.
Zu diesem zählen die Fortbildung zum Hypertoniespezialisten „Hypertensiologen DHL®“ sowie die Qualifizierung zum „Zertifizierten Hypertonie-Zentrum DHL®“. Der Hypertoniespezialist ist an eine besondere, durch die Hochdruckliga überprüfte Expertise in der Hypertoniebehandlung gekoppelt. Ein Hypertoniezentrum erfordert die Zusammenarbeit von Hypertoniespezialisten mit einer Reihe von Disziplinen, die bei der Abklärung und Behandlung spezieller Patientengruppen wesentliche Beiträge leisten, wie zum Beispiel die Gynäkologie, Kardiologie und Endokrinologie.

Treten Schwierigkeiten in der Hochdruckbehandlung auf, benötigt es manchmal statt eines Wechsels oder der Hinzunahme weiterer Blutdruckmedikamente neue diagnostische oder therapeutische Herangehensweisen. „Hier ist eine systematische und rationale Suche nach den Ursachen wichtig“, so der Experte. Ein großer Teil der schwer einstellbaren Patienten hat Probleme mit der Adhärenz, also mit der Einnahmetreue bezüglich der verordneten Medikamente. „Oft ist es in der Praxis nicht einfach, diese Patienten auszumachen und auch nicht leicht, ihre Haltung zur Medikation zu verändern“, sagt Professor Zidek. Eine weitere Ursache kann in einer nicht ausreichenden ärztlichen Behandlung liegen. „In der Praxis ist eines der häufigsten Defizite in der Behandlung der schwer einstellbaren Patienten, die Rolle der Kochsalz-Elimination durch eine entsprechende diuretische, also entwässernde Therapie zu unterschätzen“, erläutert der Experte. Darüber hinaus kann ebenso eine Nierenerkrankung oder eine endokrinologische Erkrankung einem schwer einstellbaren Bluthochdruck zugrunde liegen. Auch eine Begleiterkrankung wie Niereninsuffizienz, das metabolische Syndrom oder eine obstruktive Schlafapnoe erschweren die Behandlung.

„Wir benötigen Spezialisten und interdisziplinären Zentren, um der großen Herausforderung ‚schwer einstellbare Hypertoniker‘ für Praxen und Kliniken zu begegnen“, betont Professor Zidek, Sprecher der Sektion „Versorgungsstrukturen / Hypertoniezentren DHL® und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der DHL®. Auf der Pressekonferenz am 7. November 2017 in Berlin spricht der Experte über die strukturierten Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote der Deutschen Hochdruckliga sowie über Empfehlungen im Umgang mit diesen schwer zu behandelnden Patienten. Beides wird auch Thema auf der gemeinsamen Tagung der DHL® und der Deutschen Diabetes Gesellschaft am 10. und 11. November in Mannheim sein.

*** Bei Veröffentlichung Beleg erbeten. ***

Terminhinweise:

Vorab-Pressekonferenz in Berlin
Termin: Dienstag, 7. November 2017, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 4
Anschrift: Schiffbauerdamm 40/ Ecke Reinhardtstraße 55, 10117 Berlin

Ihre Themen und Referenten sind:

Highlights der Diabetes Herbsttagung und des Hypertonie-Kongresses
Medizin vor Ökonomie: Erforschung und Versorgung der Volkskrankheiten Diabetes und Bluthochdruck sicherstellen
Professor Dr. med. Monika Kellerer
Tagungspräsidentin Diabetes Herbsttagung 2017, Vizepräsidentin der DDG,
Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin I
(Diabetologie, Endokrinologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin, Kardiologie, Allgemeine Innere Medizin)
Marienhospital Stuttgart

Digitale Transformation: Chancen für die Diabetes-Versorgung und ein „Code of Conduct Digital Health“ der DDG
Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland
Präsident der DDG
Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum der RWTH Aachen

Schwer einstellbare Hypertonie: Eine große Herausforderung für die Therapie und die Versorgungsstrukturen!
Professor Dr. med. Walter Zidek
ehemaliger Vorstandsvorsitzender der DHL®, Sprecher der Sektion „Versorgungsstrukturen / Hypertoniezentren DHL®“, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat, Klinikdirektor im CC13 – Schwerpunkt Nephrologie, Endokrinologie und Transplantationsmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin

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Kongress-Pressekonferenz in Mannheim
Termin: Freitag, 10. November 2017, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Raum Johann Wenzel Stamitz
Anschrift: Congress Center Rosengarten, Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim

Ihre Themen und Referenten sind:

Highlights der Diabetes Herbsttagung und des Hypertonie-Kongresses
Professor Dr. med. Monika Kellerer
Tagungspräsidentin Diabetes Herbsttagung 2017, Vizepräsidentin der DDG,
Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin I, (Diabetologie, Endokrinologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin, Kardiologie, Allgemeine Innere Medizin) Marienhospital Stuttgart

Professor Dr. med. Martin Hausberg
Kongresspräsident des 41. wissenschaftlichen Kongresses der DHL®, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der DHL®,
Direktor der Medizinischen Klinik I für Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie und Pneumologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe

Zielblutdruck nach SPRINT: Empfehlungen für Bluthochdruckpatienten mit und ohne Diabetes
Professor Dr. med. Bernhard Krämer
Kongresspräsident des 41. wissenschaftlichen Kongresses der DHL®, Vorstandsvorsitzender der DHL®,
Direktor V. Medizinische Klinik, Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie, Universitätsklinikum Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg

DDG fordert von der neuen Koalition „Bundesbeauftragten für Diabetes, Adipositas und Prävention“
Professor Dr. med. Baptist Gallwitz
Mediensprecher der DDG,
Stellvertretender Direktor, Medizinische Klinik IV, Eberhard Karls Universität Tübingen

Diabetes und Schwangerschaft – Gestationsdiabetes vermeiden und früh erkennen; werdende Mütter mit Diabetes Typ 1 durch die Schwangerschaft begleiten
Dr. med. Helmut Kleinwechter
Diabetologikum Kiel, Diabetes-Schwerpunktpraxis und Schulungszentrum Kiel

Während der Schwangerschaft Diabetes Typ 1 entdeckt – Erfahrung einer Betroffenen
Dr. med. Daniela Renz

Blutdruck messen – aber richtig!
Professor Dr. med. Bernd Sanner
Vorstandsmitglied der DHL®,
Ärztlicher Direktor, Chefarzt der Medizinischen Klinik mit Kardiologie, Lungenheilkunde und Schlafmedizin, Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal

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Eröffnungsveranstaltung
am Freitag, den 10. November 2017
(Vortragsbeginn am Freitag, den 10. November 2017 um 8.45 Uhr!)
10.30 bis 12:15 Uhr, Saal Mozart, Congress Center Rosengarten

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

Über die Deutsche Hochdruckliga DHL®- Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention:
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

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Ihr Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle Diabetes Herbsttagung/Hypertonie-Kongress
Julia Hommrich, Stephanie Priester
PF 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: +49 711 8931 423/ 605
Fax.: +49 711 8931 167

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