Hemmung des Onkoproteins AVEN als therapeutisches Konzept gegen Brustkrebs

Die Hemmung des programmierten Zelltodes (Apoptose) ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Tumoren und die Entwicklung von Therapie-Resistenzen. In Tumorzellen kommt es zu einer (Über-) Aktivierung anti-apoptotischer Proteine, die sich als Zielstrukturen für molekulare Therapien eignen. Die Arbeitsgruppen der Professoren Martin Zörnig und Joachim Koch des Chemotherapeutischen Forschungsinstituts Frankfurt beschäftigen sich mit dem anti-apoptotischen Protein AVEN, das an drei weitere Apoptose-regulierende Proteine, BCL-XL, APAF1 und Caspase-9 (CASP-9) bindet. Vorausgegangene Arbeiten zeigen, dass eine Überaktivierung von AVEN für die Entstehung und das Fortschreiten von Brustkrebs und T-Zellleukämien wichtig ist.

Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen detaillierte funktionelle Daten über das anti-apoptotische Protein AVEN erhoben und dessen Regulation und Wirkung als Onkoprotein genau untersucht werden. Insbesondere sollen die genauen Bindungsstellen für BCL-XL, APAF1 und CASP-9 im AVEN-Molekül kartiert werden. Die Ergebnisse aus den biochemischen Analysen sind eine Voraussetzung dafür, um in „Screenings“ kleine Moleküle zu identifizieren, die die Interaktion von AVEN mit einem Apoptose-relevanten Bindungspartner verhindern und die Funktion von AVEN als Onkoprotein hemmen. Solche Inhibitoren wären nach ihrer Optimierung für einen möglichen Einsatz in zukünftigen klinischen Studien bei Brustkrebs- und T-Zellleukämiepatienten geeignet.

Kontakt (Projektleitung):
Chemotherapeutisches Forschungsinstitut Frankfurt
Prof. Dr. Martin Zörnig, Tel.: +49 (0)69-63395115, E-Mail: zoernig@gsh.uni-frankfurt.de,
Prof. Dr. Joachim Koch, Tel.: +49 (0)69-63395322, E-Mail: Joachim.Koch@gsh.uni-frankfurt.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 100.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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