Heißhunger auf Süßes

(djd). Während die meisten werdenden Mütter die Schwangerschaftsvorsorge sehr ernst nehmen und alle Arzttermine gewissenhaft einhalten, steht ein Besuch beim Zahnarzt nur bei wenigen Frauen auf der Tagesordnung. Dabei sind auch gesunde Zähne während der neun Monate enorm wichtig für die gesunde Entwicklung des Babys. Der erste Besuch beim Zahnarzt sollte gleich zu Beginn der Schwangerschaft stattfinden. Der Dentist kann sich ein Bild vom Zustand des Zahnfleisches machen, die Zähne reinigen und eventuell vorhandenen Zahnstein entfernen. Dr. med. Silke Liebrecht-Rüsing, Zahnmedizinerin aus Köln: „Frauen, die beispielsweise Karies haben, sollten bald nach Bekanntwerden der Schwangerschaft die Löcher füllen lassen. Die erhöhte Anzahl an Kariesbakterien im Mund der Schwangeren überträgt sich sonst nach der Geburt auf den Säugling.“

Häufiger die Zahnbürste wechseln

Die Kariesgefahr steigt während der Schwangerschaft auch deshalb an, weil die Mutter immer wieder mal den berühmt-berüchtigten Heißhunger auf Süßes hat. Hier ist zum einen ein gewisses Maß an Selbstdisziplin nötig. Zum anderen ist es generell besser, einmal am Tag ein größeres Quantum Süßes zu essen und sich danach gründlich die Zähne zu putzen, anstatt über den Tag verteilt immer wieder zu naschen. Dr. Silke Liebrecht-Rüsing empfiehlt während der Schwangerschaft zudem einen noch häufigeren Zahnbürstenwechsel als gewöhnlich: „Dies hat Einfluss auf die Putzeffizienz und die Qualität der Reinigung, die in der Schwangerschaft besonders wichtig ist. Damit Bakterien, die in der Zahnbürste nisten, nicht wieder im Mund verteilt werden, sollte die Zahnbürste nach dem Putzen gut austrocknen oder sogar für ein paar Minuten in Chlorhexidinlösung eingelegt werden.“ Zudem könne es sinnvoll sein, während der Schwangerschaft eine fluoridhaltige Zahnpasta mit einer fluoridhaltigen Spüllösung oder Gel zu ergänzen. Dr. Liebrecht-Rüsing: „Die enthaltenen Fluormengen schaden weder Mutter noch Kind.“

Hormonelle Veränderungen

Durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft kann es zu verstärkter Speichelbildung kommen – und dieser Speichel ist meist säurehaltiger und kann den Zahnschmelz angreifen. Auch hier lässt sich mit einer gründlichen Zahnhygiene zu Hause vorbeugen. Schwangere leiden zudem oftmals unter Zahnfleischbluten. Silke Liebrecht-Rüsing: „Durch die Hormonumstellung, vor allem zu Beginn der Schwangerschaft, schwillt das Zahnfleisch an. Es entstehen Zahnfleischtaschen, Beläge bleiben eher hängen. Die Folgen sind eine Zahnfleischentzündung und Zahnfleischbluten. Hier sind die Zahnreinigung durch den Zahnarzt und eine gute Mundhygiene besonders wichtig.“

Zahnzusatzversicherungen im Test

Nicht nur Schwangere, sondern alle Erwachsenen sollten sich beim Zahnarzt regelmäßig Unterstützung für ein gesundes Gebiss holen. Doch stehen dabei höherwertige Maßnahmen an, muss der Patient schnell mehr als 1.000 Euro berappen. „Zahnzusatzversicherungen sind sinnvoll für Kassenpatienten, die die zusätzlichen Kosten für teuren Zahnersatz wie Kronen oder Brücken in höherwertiger Ausführung nicht alleine tragen wollen“, empfiehlt „Finanztest“ (01/2011). In diesem Zusammenhang verweisen die Verbraucherschützer auf eine Studie privater Zusatzpolicen im Heft 05/2010. Dort wurden zwei Produkte der Ergo Direkt Versicherungen als „sehr gut“ bewertet. Die Note 1,0 bekam der Fürther Direktversicherer für Tarifkombinationen, die Zahnersatz- und Zahnerhalt-Bausteine enthalten.

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