Heidelberger Nachwuchskrebsforscher zweifach ausgezeichnet

Dr. Dominik Sturm, Arzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg und Wissenschaftler der Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), ist für seine wissenschaftliche Arbeit zur Entstehung kindlicher Hirntumoren zweifach ausgezeichnet worden: Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ) verlieh ihm den Selma-Meyer-Dissertationspreis, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. (DGHO) den Doktoranden-Förderpreis. Die Forschungsergebnisse des 30-Jährigen tragen dazu bei, für Kinder und junge Erwachsene, die an bösartigen Hirntumoren leiden, neue individuelle Therapiestrategien zu entwickeln.

Auch wenn die Behandlung von Kindern mit Hirntumoren in den vergangenen Jahrzehnten durch Fortschritte in Diagnostik und Therapie, etwa durch die Kombination verschiedener Behandlungsarten, deutlich verbessert wurde, sind diese Tumoren die Haupttodesursache bei Krebserkrankungen im Kindesalter. „Ein wichtiger Grund dafür ist, dass über die genetischen Grundlagen dieser Tumoren sowie ihre molekulare Biologie noch nicht viel bekannt ist“, erläutert Sturm.

Neues Markergen bei Hochrisikopatienten entdeckt

Sturm befasst sich mit der Entstehung von Glioblastomen und Medulloblastomen, den beiden häufigsten bösartigen Hirntumoren im Kindesalter. Die mittlere Überlebensrate beim Glioblastom liegt derzeit bei nur acht bis 18 Monaten. Beim Medulloblastom liegt die Zehn-Jahres-Überlebensrate derzeit bei etwa 60 Prozent. Die jetzt prämierte Arbeit zeigt sowohl neue genetische Merkmale dieser Tumorzellen auf als auch Veränderungen in Signalwegen innerhalb der Zelle, die zur Tumorentstehung beitragen. So entdeckte der Nachwuchsforscher ein Gen, das in den meisten Hochrisikotumoren bei Medulloblastom-Patienten aktiv ist. Solche Markergene können dazu beitragen, den Krankheitsverlauf bei Patienten vorauszusagen und eignen sich als mögliche Ansätze für eine personalisierte Therapie.

Die DGHO zeichnet mit dem Doktoranden-Förderpreis hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Hämatologie und Internistischen Onkologie aus. Der Selma-Meyer-Dissertationspreis ist nach der jüdischen Kinderärztin benannt, die 1927 als erste Frau in Deutschland außerplanmäßige Professorin für Kinderheilkunde wurde. Die DGKJ würdigt damit zukunftsorientierte Promotionsarbeiten in der Kinderheilkunde.

Literatur
Pubmed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23079654
CellPress: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1535610812003649

Weitere Informationen im Internet
Universitätsklinik für Kinderheilkunde III, Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie, Heidelberg:
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.1035.0.html
Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum: www.dkfz.de/de/paediatrische-neuroonkologie/index.php
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V.:
http://www.dgho.de/informationen/preisausschreiben/doktoranden-foerderpreis
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.:
http://www.dgkj.de/ueber_uns/personalia/meldung/meldungsdetail/selma_meyer_dissertationspreis/

Kontakt
Dr. med. Dominik Sturm
Klinik für Kinderheilkunde III
Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Tel.: 06221 56-38789
E-Mail: dominik.sturm@med.uni-heidelberg.de
und
Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie (B062)
Molekulare Diagnostik
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Tel.: 06221 42-4676
E-Mail: d.sturm@dkfz.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 118.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

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JB

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