Hausbau ohne Tücken

(djd). Der Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie lässt sich derzeit noch immer außergewöhnlich günstig finanzieren. Die niedrigen Hypothekenzinsen sind geradezu eine Steilvorlage für alle, die auf die eigenen vier Wände setzen wollen. Schließlich steht das eigene Heim für Sicherheit, Beständigkeit und einen sorglosen Ruhestand. Auch Vater Staat, Länder und Gemeinden fördern Häuslebauer vor allem beim energieeffizienten Bauen nach Kräften. Angesichts solcher Bedingungen kommen selbst hartgesottene Mieter ins Grübeln – „Betongold“ ist schließlich auch noch die vermeintlich inflationssicherste Geldanlage.

Keine überstürzten Entscheidungen

Experten warnen trotz günstigen Baugelds dennoch vor überstürzten Entscheidungen, wichtig ist und bleibt eine solide Finanzierung. Jeder angehende Bauherr sollte gründlich prüfen und sich beraten lassen, welche Raten er monatlich verkraften kann. Denn auch in der Niedrigzinsphase gehen Häuslebauer und Immobilienkäufer große Risiken ein, im Normalfall verschulden sie sich über Jahre hinweg mit hohen Summen. Ein Risikofaktor ist beispielsweise die Anschlussfinanzierung: Niemand weiß, ob nach Ablauf der ersten Zinsbindung das Geld noch immer so billig sein wird.

Dieter Sprott von den Ergo Direkt Versicherungen rät zudem dringend dazu, eine Immobilienfinanzierung gegen alle Eventualitäten abzusichern: „Die Finanzierung steht und fällt mit dem ausreichenden monatlichen Einkommen. Stirbt beispielsweise der Hauptverdiener, kommt das fremdfinanzierte Eigenheim oft unter den Hammer, die Familie ist mit den Verpflichtungen meist heillos überfordert.“ Für den Fall der Fälle könne man sich günstig mit einer Risikolebensversicherung schützen. Die Höhe des Beitrags richte sich maßgeblich nach der Versicherungssumme, sie sei außerdem vom Alter der versicherten Person und der Vertragslaufzeit abhängig. Nichtraucher zahlen zudem einen niedrigeren Beitrag als Raucher. Dieter Sprott empfiehlt, das Fünffache des Jahresnettoeinkommens als Versicherungssumme einzusetzen, wenn man kleine Kinder hat.

In jeder Phase lauern Risiken und Gefahren

Ist die Finanzierung einer Immobilie in trockenen Tüchern, lauern auch bei der Realisierung des Projekts Risiken und Gefahren, auf die sich Bauherren mit dem passenden Versicherungsschutz einstellen sollten. Lange bevor das Bauen beginnt, haften Grundstücksbesitzer beispielsweise für jeden Schaden, der von ihrer Parzelle ausgeht – etwa wenn sich dort jemand verletzt. In solchen Fällen schützt eine Bauherrenhaftpflicht, sie gilt in der Regel für die Dauer von zwei Jahren. Diese Police benötigt man im Übrigen auch dann, wenn auf der Baustelle das Schild mit dem Hinweis „Betreten der Baustelle verboten“ steht. Denn vor Schadenersatzansprüchen schützt sich der Eigentümer mit einem solchen Schild keineswegs.

Wer sein Haus teilweise in Eigenregie baut, bekommt oft Unterstützung von Verwandten oder Freunden. Sollten diese in großem Umfang mit anpacken, empfiehlt es sich, den bereits bestehenden privaten Unfallversicherungsschutz zu prüfen und bei Bedarf zusätzlich eine Bauhelfer-Unfallversicherung für sie abzuschließen. Auch der Bauherr selbst sollte seinen Unfallschutz überprüfen, denn im Gegensatz zu professionellen Helfern ist er ebenfalls nicht automatisch unfallversichert. Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann für den Fall der Fälle ebenfalls nützlich sein.

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