Hasso-Plattner-Institut: Masterstudententeam bekommt 100.000 Euro für Top-Geschäftsidee

Den Wettbewerb richtet das privat finanzierte Uni-Institut alle zwei Jahre zusammen mit dem Wagniskapitalfonds Hasso Plattner Ventures (HPV) aus. Vier weitere Studententeams des HPI waren mit vielversprechenden Ideen ebenfalls ins Finale gelangt. So sollen neuartige Apps für internetfähige mobile Geräte bei Fitnessinteressierten Übungsbewegungen live messen, analysieren, aufzeichnen und Fehler sofort melden, für Hobby-Köche bildhafte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Speisezubereitung liefern und bei Solisten den Musikvortrag vom Tablet-PC statt vom Notenblatt ermöglichen. Ferner soll eine Art soziale Suchmaschine es Verbrauchern erleichtern, im Internet verlässliche Weiterempfehlungen für Ärzte, Autowerkstätten, Babysitter oder anderen Dienstleister zu finden.

20 Teams am Start, fünf im Finale

Insgesamt hatten 20 Teams von Studierenden und Doktoranden an dem zum zweiten Mal veranstalteten Businessplan-Wettbewerb von HPI und HPV teilgenommen. Der Wettbewerb um die kreativste und erfolgversprechendste Geschäftsidee soll mehr Studenten dazu bringen, sich für eine Karriere als Unternehmer zu interessieren. Die Wettbewerbsjury setzt sich aus Stifter Hasso Plattner und den Geschäftsführern des Hasso-Plattner-Instituts und des Wagniskapitalfonds Hasso Plattner Ventures (HPV) zusammen.

In dem Preisgeld enthalten sind zum Beispiel Gründerstipendien des HPI für die Zeit nach Abschluss des Studiums sowie Startkapital und Unterstützung durch räumliche Unterbringung und Coaching durch den Wagniskapitalfonds HPV. Alle Maßnahmen haben eine Laufzeit von einem Jahr. Am Hasso-Plattner-Institut rundet der Businessplan-Wettbewerb das Ausbildungsangebot im Bereich IT-Entrepreneurship ab.

Der Lehrplan, an dessen Ende der Businessplan-Wettbewerb steht, erstreckt sich über zwei Semester und startet jeweils im Herbst. Die Vorlesung, die von HPV-Partner Dr. Rouven Westphal gehalten wird, beginnt mit dem Entwurf von Geschäftsmodellen und den Einsatz von Kreativitätstechniken zu deren Gestaltung. Bei letzterem steht die Innovationskultur des „Design Thinking“ im Vordergrund. Dieses erfinderische Entwickeln wird an der HPI School of Design Thinking gelehrt, Europas erster Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild des Hasso Plattner Institute of Design, der „d.school“ an der Stanford University.

Echte Fallstudien und Gastbeiträge von Fachleuten zur Umsetzung von Ideen in Produkte, zum Schutz des geistigen Eigentums und zu den Erfolgsgeheimnissen guter Teams runden den ersten Teil der Vorlesung ab. Im folgenden Sommer schließen sich Angebote zu den Themen Markteintritts-Strategien und Finanzierung an. Insgesamt werden damit alle Bereiche eines Geschäftskonzeptes praxisnah erklärt und durch praktische Beispiele vertieft. Ein weiterer Schwerpunkt ist auch das Präsentieren von Businessplänen vor möglichen Investoren: In zwei Feedback-Runden nach jedem entscheidenden Abschnitt bekommt das studentische Team ein Einzelcoaching.

Hintergrund Businessplan-Wettbewerb 2010

Am ersten Businessplan-Wettbewerb von HPI und HPV hatten 24 Teams von Studierenden und Doktoranden teilgenommen. Vier Teams kamen 2010 in die Endrunde. Die Wettbewerbsjury wählte im Oktober 2010 zwei Siegerteams aus. Zur Gründung eines eigenen Unternehmens erhielten „Oderbird“ () und „Goalio“ () Startkapital und Sachunterstützung im Wert von insgesamt gut 100.000 Euro.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 460 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 120 Plätze für ein Zusatzstudium an. Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen neun Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Ventures

Hasso Plattner Ventures wurde 2005 in Potsdam gegründet. Die Gesellschaft geht Minderheitsbeteiligungen an Start-up-Unternehmen ein und unterstützt sie beim Eintritt in internationale Märkte. Mit einem Fondsvolumen von insgesamt 150 Mio. Euro liegt der Fokus der Investitionen auf den Bereichen IT, Software und Web Service Provider. Investoren sind – neben Hasso Plattner, der den Löwenanteil trägt – die Investitionsbank des Landes Brandenburg ILB, CMEA Capital in Kalifornien sowie die Unternehmer Shai Agassi und Arnon Katz. Die Portfoliounternehmen profitieren nicht nur von der finanziellen Unterstützung, sondern auch vom Knowhow und hochqualifizierten internen und externen Beratern. Derzeit umfasst das Portfolio 21 Firmen. Mehr Informationen unter .

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