Hamburger Psychiater beraten Strategie für die Behandlung von Flüchtlingen

„Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass viele Asylbewerber und Flüchtlinge unter psychischen Krankheiten leiden und unsere Hilfe benötigen“, sagt Dr. Ulf Künstler, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Asklepios Westklinikum Hamburg. „Während eine körperliche Untersuchung Standard ist, gibt es bislang noch keine systematische Untersuchung der seelischen Gesundheit.“ Mit der so genannten „aufsuchenden Sprechstunde“, also der Betreuung durch Ärzte direkt vor Ort in der Erstaufnahmeeinrichtung, habe sich die Situation bereits deutlich verbessert. Dabei strebt Dr. Künstler keine psychischen Standarduntersuchungen für alle Asylbewerber und Flüchtlinge an. Vielmehr geht es ihm und seinem Team um eine möglichst pragmatische Hilfe. „Wir bieten vor allem stützende Gespräche und wenn nötig auch eine vorübergehende medikamentöse Therapie an. Bei einer notwendigen stationären Behandlung übernehmen wir auch die ambulante Nachbetreuung“, sagt der Psychiater und Psychotherapeut.

Mittlerweile sind auch die psychiatrischen Abteilungen der Asklepios Kliniken in Ochsenzoll, Wandsbek und Harburg in der Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber in Hamburg engagiert. Im Einsatz ist dabei gleichermaßen die Erwachsenen- wie auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Umso wichtiger sei es daher, die bereits bestehenden Erfahrungen mit den Fachkollegen aller Hamburger Kliniken auszutauschen, so Dr. Künstler.

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