Hamburg-Preis Persönlichkeitsstörungen 2011 bleibt in der Hansestadt

Den mit 10.000 Euro dotierten „Hamburger Preis Persönlichkeitsstörungen 2011“ nahm stellvertretend für seine Arbeitsgruppe Prof. Dr. med. Carsten Spitzer, kommissarisch Leitender Oberarzt des Institut und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf, entgegen. Prämiert wurde die im Journal of behavior therapy and experimental psychiatry veröffentlichte Arbeit „Psychotic-like cognitive biases in borderline personality disorder“. Dafür hatte Spitzers Team 20 Borderline-Patienten und eine gleich große Kontrollgruppe eine Reihe von Tests durchführen lassen, die Hinweise auf psychotische Störungen liefern. Dabei fanden die Hamburger Forscher heraus, dass Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung in vier von fünf Tests deutliche Hinweise auf eine Psychose zeigten, während sie bei anderen neuropsychologischen Tests ähnliche Ergebnisse wie die gesunden Probanden der Kontrollgruppe aufwiesen. Die Ergebnisse der Arbeit könnten wertvoll für die weitere Erforschung der bisher eher mit affektiven als mit psychotischen Störungen in Verbindung gebrachten Borderline-Persönlichkeitsstörung und die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien sein.

Das mit 5.000 Euro dotierte „Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen 2011“ ging an die Diplom-Psychologin Cornelia Schwarze aus der Arbeitsgruppe Borderline-Persönlichkeitsstörungen in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Mainz für ihre Arbeit „Pränatale Risikofaktoren bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung“. Das Fellowship ist mit einem Studienaufenthalt in einem renommierten internationalen Institut verknüpft, das sich mit der Erforschung von Persönlichkeitsstörungen befasst.

Der von der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (GePs) e.V. und der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH ausgeschriebene Preis wird jährlich für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen verliehen und soll vor allem die klinische Forschung fördern. „Für die Grundlagenforschung gibt es genügend Förderung, dieser Preis soll direkt der patientenorientierten Forschung zu gute kommen und insbesondere auch junge Forscher fördern“, so Kongresspräsident Dr. Birger Dulz. Eine fünfköpfige Preisjury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Stephan Doering (Wien) hatte die beiden Arbeiten aus zahlreichen Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt.

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