Haltungsschäden bei Kindern – die richtige Schultasche beugt vor

Kinder und Jugendliche tragen ab dem 6. Lebensjahr von der Grundschule bis zum Ende ihrer Ausbildung schwere Schulranzen und Schulrucksäcke, die während ihres Wachstums den Rücken sowie die Körperhaltung belasten und schädigen. Schmerzen am Rücken, Schäden an Bandscheiben, Lendenwirbeln und Wirbelsäule sowie lebenslange Haltungsschäden sind zunehmend die Folge. Um dem vorzubeugen, kommt es auf das richtige Modell, ein gesundes Trageverhalten sowie das optimale Packen der Schultasche an.

Trageverhalten und optimale Schultaschen

In der Grundschulzeit tragen Kinder sehr häufig Schulranzen, während ab der Mittelstufe vorwiegend Schulrucksäcke beliebt sind. In erster Linie muss eine Schultasche der individuellen Anatomie des Kindes angepasst sein. Eltern sollten darauf achten, dass die Schultasche die richtige ergonomische Passform besitzt, die Gurte und Trageriemen gesund einstellbar sind, das Gewicht gering sowie rückenschonend verteilt und das Material qualitativ hochwertig ist. Ergonomische Modelle wie etwa die von Satch, sind auf die Bedürfnisse optimal abgestimmt. Die Schultaschen sollten nur am Rücken anstatt an der Hand oder einseitig über der Schulter getragen werden. Die Schultern müssen für ein gesundes Tragen gleich belastet und die Trageriemen fest angezogen werden.

Starre Schulranzen besitzen ein hohes Eigengewicht. Sie sitzen bei Kindern mit geringer Körpergröße häufig besser als ein Schulrucksack. Der Schulranzen muss mit den Schultern eine Linie bilden. Im Hochformat sind kastenförmige Schulranzen vorteilhafter als Querformate. 

Schulrucksäcke verfügen über ein geringes Eigengewicht, eine weiche Beschaffenheit und besitzen eine ergonomische Rückenpolsterung. Sie sind auf eine gesunde Körperhaltung, einen hohen Tragekomfort und optimale Gewichtsverteilung ausgerichtet. Die Schulrucksäcke stellen eine gesündere Alternative zum Schulranzen dar.

Kriterien, die eine gesunde Schultasche erfüllen muss

Schulranzen und Schulrucksäcke sollten eine ergonomische Form besitzen, in der Konstruktion mit den physiologischen Schwingungen der Wirbelsäule harmonieren und für eine seitengleiche Verteilung der Hauptlast sorgen. Optimalerweise schmiegt sich die jeweilige Schultasche an den Rücken an und besitzt eine atmungsaktive Rückenpolsterung. 

Das Material muss stabil sein, ein Durchdrücken des schweren Inhalts verhindern und am Rückenteil atmungsaktiv sowie rutschfest sein. Ein atmungsaktiver Stoff sorgt für die Durchlüftung und reduziert die Wärmeentwicklung im Rückenbereich. 

Die Tragegurte an den Schultern sollten mindestens vier Zentimeter breit, gut gepolstert, verstellbar und rutschfest sein.

Im Idealfall verfügt ein Schulrucksack zusätzlich über:

* Brustgurte
* Becken-und Hüftgurte
* Kompressionsgurte
* einen verstärkten Boden
* Rückenlängenanpassung

Gesunde Schulranzen und Schulrucksäcke besitzen einen komfortablen Tragegriff als Anhebehilfe. Je leichter eine Schultasche im Eigengewicht ist, desto besser. Die Schultasche sollte im Grundschulalter maximal ein Leergewicht von 1,3 kg und im Mittel- und Hochschulalter ein Leergewicht von maximal 1,5 kg besitzen (mehr  dazu). Es gilt möglichst leichte Modelle auszuwählen, die dennoch robust und belastbar sind. Die jeweilige Schultasche sollte angenehm und sicher sitzen sowie zu tragen sein.

Schulranzen und Schulrucksäcke richtig packen

Der Schulranzen sollte stets nur das Schulmaterial tragen, das tatsächlich für den nächsten Tag benötigt wird. Die schwersten Gewichte wie Bücher oder Hefter sollten eng am Rücken und am Boden des Rucksackes eingepackt und getragen werden. Die leichten Sachen müssen nach vorne und nach oben. Nach Möglichkeit sollte man auf Getränkeflaschen, Spielzeug und dicke Schreibblöcke verzichten.

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