Hai-Finning-Verbot verschärft

(pur). „Das Abstimmungsergebnis im Parlament stellt einen wichtigen Meilenstein dar in den weltweiten Bemühungen um eine Beendigung der verschwenderischen Praxis des Hai-Finnings“, sagt Sandrine Polti, EU Shark Policy Advisor für die Pew Environment Group und Policy Advisor für die Shark Alliance. „Mehr als sechs Jahre hat unser breit gefächertes Bündnis auf dieses Ergebnis – und weitere wesentliche Reformen der europäischen Richtlinien zum Haischutz – hingearbeitet. Wir sind begeistert über das Abstimmungsergebnis und über den Fortschritt, den dieses Votum hoffentlich begründen wird.“
Die 2003 beschlossene EU-Verordnung, nach der das Finning an Haien untersagt ist, enthält eine Ausnahmeregelung, die es all jenen Fischern, die über eine spezielle Fangerlaubnis verfügen, gestattet, Haiflossen an Bord abzutrennen und im Hafen getrennt vom Haikörper anzulanden. Zur Überwachung der Einhaltung der Vorschriften dient ein kompliziertes System, das auf dem Vergleich des Gewichts der Flossen mit dem Gesamtgewicht des Hais beruht. Diese Methode bietet außerordentlich viel Spielraum für unentdecktes Finning.

Bereits 2006 hat das Europäische Parlament eine Verschärfung des EU-Finning-Verbots gefordert und die Kommission 2010 dringend aufgefordert, die Beendigung des Abtrennens von Haiflossen auf See vorzuschlagen. Dem im November 2011 veröffentlichten Vorschlag der Kommission haben sich der Rat der Fischereiminister und der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments angeschlossen. Die Beratungen im Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments waren langwierig und streckenweise konfus, da sich einige Mitglieder des Europäischen Parlaments für den Erhalt der bestehenden Schlupflöcher starkgemacht hatten.
„Wir beglückwünschen die Europäische Kommission zu den Führungsqualitäten, die sie im Rahmen den langjährigen Bemühungen bewiesen hat, und möchten den 25 EU-Fischereiministern und hunderten von Mitgliedern des Europäischen Parlaments danken, die einer Verschärfung des EU-Finning-Verbots zugestimmt haben – ebenso wie den zehntausenden europäischen Bürgern, die ihre Abgeordneten dazu angespornt haben“, sagt Heike Zidowitz, Koordinatorin der Shark Alliance in Deutschland. „Die Mitgliedsgruppen der Shark Alliance freuen sich auf die weitere gute Zusammenarbeit bei der Einführung und Förderung einer endgültigen Regelung zur ‚Ganzkörperanlandung‘ und im Kampf um weitere Schutzmaßnahmen – wie etwa nationale und internationale Fanggrenzen – mit dem Ziel, die Überfischung der Haie vollständig zu beenden.“

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