Gutes für den Baby-Popo: FAU-Forscher basteln an Hochleistungswindeln

In Alltagsprodukten wie Windeln, Zahnbürsten oder Shampoos steckt umfangreiches Entwicklungs-Know-how – sie sind in ihrer Herstellung ähnlich differenziert wie Hightech-Produkte. Um sie stetig zu verbessern, sind methodische Ansätze aus der modernen Materialwissenschaft gefragt. Der FAU-Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials (EAM) lebt bereits die erfolgreiche Zusammenarbeit von Mathematikern, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren zur Modellierung, Synthese und Charakterisierung von Nanopartikeln, elektronischen Bauteilen, Katalysator- oder Leichtbaumaterialien.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit P&G, die von Prof. Dr. Tim Clark, Computer-Chemie-Zentrum und Prof. Dr. Dirk Zahn, Professur für Theoretische Chemie, aus dem EAM heraus initiiert wurde, sucht eine interdisziplinäre Gruppe von Erlanger Wissenschaftlern jetzt nach Wegen, Materialeigenschaften von Alltagsprodukten weiter zu verbessern: Molekulare Modelle etwa sollen ein detaillierteres Verständnis von Haarstrukturen schaffen – und helfen, hochwertige Haarpflegeprodukte zu entwickeln. Außerdem simulieren die Forscher an Modellen die Saugfähigkeit und Haltbarkeit von Superabsorberpolymeren: Kunststoffen, die in der Lage sind, ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeiten aufzusaugen. Sie werden vor allem in Babywindeln und ähnlichen Hygieneprodukten eingesetzt. Auch die Strömungsfelder um rotierende Zahnbürstenköpfe wollen die FAU-Wissenschaftler näher untersuchen.

Während die Wissenschaft in Erlangen durch die anwendungsnahe Forschung profitiert, sieht Dr. Helen Neville, Europäischer Vorstand Forschung und Entwicklung bei P&G, auch viele Vorteile für ihr Unternehmen: „Wir erhoffen uns durch die Projekte in Erlangen Neuartiges in den Bereichen Modellierung und Materialien. Wir haben hier exzellente Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gefunden, die problembezogen und interdisziplinär arbeiten und denken. Nicht nur die Forschungsabteilungen von Procter & Gamble in Deutschland, sondern auch in den USA und Belgien sind an Kooperationen interessiert.“

„Der Rahmenvertrag garantiert bestmögliche Bedingungen für eine langfristige und strategische Zusammenarbeit zwischen einer forschungsstarken Universität wie der FAU und einem bedeutenden Global Player wie P&G“, erklärt Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der FAU. „Auf diese Weise lässt sich eine Brücke schlagen zwischen Grundlagenforschung – seit jeher die Domäne der Universitäten – und dem klaren Anwendungsbezug. Wir freuen uns darauf zu sehen, wie unsere Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen werden.“

Am 30.07.2013 um 18:00 Uhr unterzeichnen Prof. Grüske und Dr. Helen Neville das Master Collaboration Agreement zwischen der FAU und P&G im Amtszimmer des Präsidenten im Erlanger Schloss. Als Gast ist die bayerische Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel mit vor Ort, die dieses Abkommen als hervorragende Grundlage für die Etablierung weiterer Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von P&G im Freistaat ansieht. Die Organisationen des Freistaates, Bayern Innovativ und Invest in Bavaria, unterstützen bereits seit längerem die Aktivitäten von P&G am Technologie-Standort Bayern.

Über P&G

P&G beschäftigt etwa 126.000 Mitarbeiter weltweit, davon allein 13.000 in Deutschland. Das Unternehmen legt hohen Wert auf das Thema „Nachhaltigkeit“ und auf den umweltbewussten und effizienten Einsatz von Rohstoffen. Die Wirkung dieses verantwortungsbewussten Handelns wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass laut unternehmenseigenen Angaben die Verbraucher weltweit etwa 1.5 Milliarden Mal täglich mit Produkten von P&G in Kontakt kommen.

Rund 1.000 der weltweit ca. 9.000 Forscherinnen und Forscher arbeiten hier vor Ort an Innovationen, die das alltägliche Leben der Menschen verbessern.
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Über die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet 1743, ist mit über 35.000 Studierenden, 640 Professuren und rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der größten Universitäten in Deutschland – und, wie aktuelle Erhebungen zeigen, eine der erfolgreichsten und forschungsstärksten. So liegt die FAU beispielsweise im aktuellen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf Platz 10 und gehört damit in die Liga der deutschen Spitzenuniversitäten. Neben dem Exzellenzcluster „Engineering of Advanced Materials“ (EAM) und der im Rahmen der Exzellenzinitiative eingerichteten Graduiertenschule „School of Advanced Optical Technologies“ (SAOT) werden an der FAU derzeit über 30 koordinierte Programme von der DFG gefördert.

Die Friedrich-Alexander-Universität bietet rund 150 Studiengänge an, darunter fünf Bayerische Elite-Master-Studiengänge und über 32 mit dezidiert internationaler Ausrichtung. Keine andere Universität in Deutschland kann auf ein derart breit gefächertes und interdisziplinäres Studienangebot auf allen Qualifikationsstufen verweisen. Durch über 500 Hochschulpartnerschaften in mehr als 70 Ländern steht den Studierenden der FAU schon während des Studiums die ganze Welt offen.

Ansprechpartner:

FAU
Prof. Tim Clark
Computer-Chemie-Zentrum
Tel.: 09131/85-22948
clark@chemie.uni-erlangen.de

Prof. Dirk Zahn
Professur für Theoretische Chemie
Tel.: 09131/85-26938
dirk.zahn@chemie.uni-erlangen.de

Procter & Gamble
Gabriele Hässig
Leiterin Unternehmenskommunikation für die P&G Gruppe in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Tel.: 06196/89-6647
haessig.g@pg.com

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