Gut vorbereitet ist halb verdaut

Um aufgenommene Nahrung effizient zu verarbeiten, beginnt der Körper mit der Verdauung bereits bei der Wahrnehmung der Nahrung. In der sogenannten Kopfphase wird unter anderem die Produktion der Magensäure angekurbelt, um ankommende Nahrung direkt verdauen zu können. Aber nicht nur der Magen-Darm-Trakt ist für die Verdauung und die Aufnahme der Nährstoffe wichtig.

Claus Brandt und seine Kollegen aus der Arbeitsgruppe des Max-Planck Direktors Jens Brüning konnten nun zeigen, dass während dieser Kopfphase schon weitere Prozesse der Nahrungsverwertung angekurbelt werden. Eine Gruppe Neuronen in der Hypothalamusregion des Gehirns werden alleine durch Riechen und Sehen der Nahrung aktiviert. Diese wiederum signalisieren der Leber, Prozesse der Nahrungsverwertung in Gang zu setzen.

„Der Körper reagiert nicht erst auf die Nahrung, wenn sie aufgenommen wurde, sondern bereits auf die sensorischen Signale, die mitteilen, dass sie bald ankommen wird. Somit kann er eine effiziente Verstoffwechselung des Essens gewährleisten“ fasst Brandt zusammen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jens Brüning
Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung
Tel: +49(0)221 4726 200
E-Mail: bruening@sf.mpg.de

Originalpublikation:
Claus Brandt, Hendrik Nolte, Sinika Henschke, Linda Engström Ruud, Motoharu Awazawa, Donald A. Morgan, Paula Gabel, Hans-Georg Sprenger, Martin E. Hess, Stefan Günther, Thomas Langer, Kamal Rahmouni, Henning Fenselau, Marcus Krüger, and Jens C. Brüning: Food Perception primes hepatic ER-homeostasis via Melanocortin-dependent control of mTOR-activation. Cell, 2018. DOI: 10.1016/j.cell.2018.10.015

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