Gut geschützt auf großer Reise

(djd). Das Auto ist das beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen – auch auf dem Weg in den Urlaub. 43 Prozent aller Deutschen nutzten 2013 den eigenen Wagen, um populäre Urlaubsziele wie die Ostsee, Italien oder Kroatien anzusteuern. Gerade wer mit der ganzen Familie unterwegs ist, weiß den Komfort und den Stauraum des Pkw zu schätzen. Doch die Reise will gut vorbereitet sein: Neben der Fahrtüchtigkeit des Autos sollte im Vorfeld auch der Versicherungsschutz überprüft werden, insbesondere wenn man ins Ausland fährt. „Die Kfz-Haftpflichtversicherung gilt auch im europäischen Ausland“, erläutert Thomas Jäckel, Experte für Kraftfahrt-Versicherungen bei Axa. Wer außerhalb Europas mit dem eigenen Pkw reise, sollte sich bei seinem Versicherer nach dem bestehenden Versicherungsumfang erkundigen.

„Grüne Karte“ innerhalb der EU nicht mehr notwendig

Die Internationale Versicherungskarte – umgangssprachlich besser bekannt als „Grüne Karte“ – dient im Ausland als Nachweis einer bestehenden Kfz-Haftpflichtversicherung und kann beim Versicherer kostenlos angefordert werden. Wer nicht rechtzeitig daran gedacht hat, muss sich aber keine Gedanken machen. „Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union müssen Autofahrer die Grüne Karte nicht mehr mitführen“, betont Thomas Jäckel. Hier gelte bereits das amtliche Kennzeichen als Versicherungsnachweis.

Schutz im Mietwagen durch „Mallorca-Police“

Wer in den schönsten Tagen des Jahres im Ausland ein Auto mieten will, sollte auch über die sogenannte Mallorca-Police Bescheid wissen. „Sie ist in der Regel bereits in der heimischen Kfz-Versicherung enthalten und erhöht die mitunter geringeren Deckungssummen der Kfz-Haftpflichtversicherung im Ausland auf das deutsche Niveau“, erklärt Thomas Jäckel. Weltenbummler sollten jedoch den Geltungsbereich prüfen: Oft sei die Mallorca-Police auf Europa begrenzt. „Nur ausgewählte Versicherer bieten Komfortpolicen, mit denen nahezu weltweit Schutz besteht.“ Die Mallorca-Police im Tarif „mobil komfort“ von Axa beispielsweise gilt für Mietwagen weltweit außer in den USA und in Kanada. Die Deckungssumme beträgt pauschal 100 Millionen Euro, bei Personenschäden bis zu zwölf Millionen Euro pro Person.

Unverschuldeter Unfall im Ausland

Auch während der schönsten Jahreszeit – im Urlaub – sind Autofahrer nicht vor unangenehmen Zwischenfällen gefeit: Ein Unfall im Ausland ist eine denkbar unschöne Urlaubserinnerung. Damit sich Reisende nach einem unverschuldeten Unfall im europäischen Ausland nicht mit der Versicherung des Unfallgegners auseinandersetzen müssen, erstattet der eigene Versicherer zunächst den Schaden. Das erspart zum Beispiel den Schriftwechsel in einer fremden Sprache. Diese Leistung wird „Schadenersatzversicherung bei Auslandsreisen“ oder „Auslandsschadenschutz“ genannt. Im Tarif „mobil komfort“ ist sie automatisch in der Kfz-Haftpflichtversicherung enthalten.

Schutzengel für unterwegs

Daneben ist in diesem Haftpflichttarif ein Schutzbrief enthalten, dessen umfangreiche Leistungen in ganz Europa in Anspruch genommen werden können. Der Schutzbrief leistet Hilfe bei Unfällen und Pannen des Fahrzeugs sowie bei Krankheit, Verletzung oder Tod während einer Reise mit dem versicherten Fahrzeug. Abgesichert sind der Fahrer sowie die Insassen des versicherten Pkw. Aus Unkenntnis über tatsächliche Leistungen ihrer Kraftfahrtversicherungen entscheiden sich viele Autofahrer für eine Mitgliedschaft in einem Automobilclub und zahlen oftmals doppelt für Leistungen, die sie bereits in ihrer Kfz-Police gebucht haben. Autofahrer sollten sich daher vor Urlaubsantritt erkundigen, ob ein Schutzbrief in ihrer Kfz-Versicherung enthalten ist und welche Leistungen dieser im Einzelnen beinhaltet.

Ist das Fahrzeug nach einer Panne oder einem Unfall nicht mehr fahrbereit, wird die Pannen- und Unfallhilfe am Schadenort organisiert. Wer lieber selbst Unternehmen vor Ort einschaltet, erhält die Kosten im Rahmen der vereinbarten Grenzen ersetzt. Gleiches gilt auch für das Bergen und Abschleppen des Fahrzeugs und Mietwagenkosten.

Weiterfahrt, Übernachtung oder Mietwagen

Der Albtraum im Urlaub schlechthin: Das Fahrzeug lässt sich am ausländischen Schadenort nicht sofort reparieren. Doch auch hier hilft der Schutzbrief, sodass für den Versand von benötigten Ersatzteilen oder den Fahrzeugrücktransport in die Heimat nicht zwangsläufig die Reisekasse geopfert werden muss. „Fragen Sie bei Ihrer Kfz-Versicherung auch, ob die Kosten für eine Weiter- oder Rückfahrt mit dem Mietwagen, der Bahn oder dem Flugzeug sowie zusätzlich entstehende Übernachtungskosten getragen werden“, rät Thomas Jäckel. Eine gute Vorbereitung und Absicherung der Reise sorgen für ein gutes Gefühl unterwegs und bieten im Notfall den entsprechenden Schutz.

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