Gut für die Lehre, gut für die Region: Niederrheinischer Dissertationspreis vergeben

„Als Hochschule für angewandte Wissenschaften brauchen wir Promovierende, um die Qualität unserer Forschung und unserer Lehre weiter steigern zu können“, sagte Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg zu Beginn der Veranstaltung auf dem Campus Krefeld Süd. An einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) kann nur in Kooperation mit einer Universität promoviert werden – derzeit promovieren 65 junge Menschen an den Standorten in Krefeld und Mönchengladbach.

Prof. Dr. Dr. Alexander Prange, Vizepräsident für Forschung und Transfer, hielt seine Laudationes sogar im Talar, um bewusst an die universitäre Tradition der Promotion zu erinnern. Zugleich machte er die Unterschiede einer Promotion an einer Universität und einer HAW deutlich. „Jede Promotion bei uns hat einen starken Bezug zu Unternehmen und damit zum Transfer von Wissen. Zugleich ist die Betreuung durch die Professorinnen und Professoren hier weitaus enger als an einer großen Universität.“

Zugleich sind die Arbeiten nicht weniger anspruchsvoll. Am Fachbereich Oecotrophologie arbeitete Miriam Sari an der Frage, wie sich die biofunktionalen Inhaltsstoffe in Heil- und Speisepilzen für medizinische Zwecke nutzen lassen könnten. Dort läge ein „riesiges Potenzial“, so Sari. Neben der Immunsystem-stimulierenden Wirkung konnte die 32-Jährige auch eine antitumorale Wirksamkeit der Pilze nachweisen. In hoher Dosis töteten die Pilze bei In-vitro-Experimenten Krebszellen gezielt ab. Sari, die jetzt in dem Programm FH Karrierewege gefördert wird, welches den Weg zur FH-Professur ermöglichen soll, forscht weiter an dem Thema.

Nicht weniger anspruchsvoll, wenn auch ungleich schwerer verständlich für den Laien ist die Arbeit von Christian Schmitz. Der 35-Jährige, der vor seinem Studium eine Ausbildung zum Lacklaboranten absolviert hat, beschäftigte sich mit der durch Laser- oder LED-licht indizierten Photopolymerisation. Hintergrund ist die Entwicklung eines Verfahrens, das den chemischen Härtungsprozess von Beschichtungen durch nahes Infrarotlicht ermöglicht – und es damit umweltfreundlicher und effizienter macht. Auch Schmitz bleibt über das Förderprogramm „Zeit für Forschung“ der Hochschule Niederrhein erhalten und wird weiter an dem Thema arbeiten.

„Wir freuen uns, zum nunmehr fünften Mal den niederrheinischen Dissertationspreis vergeben zu dürfen“, sagte Kai Uwe Schmidt, Niederlassungsleiter der Commerzbank Mittelstandsbank Niederrhein. „Es ist wichtig, junge Menschen in ihrer innovativen Arbeit zu unterstützen. Was gut ist für den Nachwuchs, ist gut für die Region“.

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat Hochschulkommunikation: Tel.: 02151 822 3610; E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

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