Gudrun Faller beschäftigt sich mit Kommunikationsprozessen

Wie Kommunikations- und Interventionsprozesse im Gesundheitswesen aussehen, eingesetzt und angepasst werden sollten oder welche Schwachstellen sie aufweisen können – all dies sind Fragen, mit denen sich Prof. Dr. Gudrun Faller an der Hochschule für Gesundheit (hsg) künftig vertieft auseinander setzt. „Mit den Lehr- und Forschungsaktivitäten in meinem Berufungsgebiet möchte ich dazu beitragen, die Ziele des Departments of Community Health der hsg zu unterstützen und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen weiter zu entwickeln“, sagte die neu berufene Professorin heute in Bochum. Dabei gehe es zunächst darum, Menschen die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen zu eröffnen, denen dieser Zugang aus unterschiedlichsten Gründen erschwert ist. Zu diesen zählen Alter, Behinderung, Ethnie, Sozialstatus, Geschlecht und weitere Einflüsse sowie deren Wechselwirkungen.

Genau hier setzt der Studiengang ‚Gesundheit und Diversity‘ an: Er richtet sich an Studieninteressierte mit einer Hochschulzugangsberechtigung und einem besonderen Interesse, sich mit möglichen Barrieren bei der Nutzung von Sozial- und Gesundheitsleistungen zu beschäftigen. Neben einem Ansetzen auf der Ebene der Betroffenen ist es aber genauso wichtig, Lebensräume und Umgebungen an die Erfordernisse benachteiligter Zielgruppen anzupassen. Dies soll ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Diesen Schwerpunkt fokussiert der Studiengang ‚Gesundheit und Sozialraum‘. Er ist berufsbegleitend und richtet sich an Studieninteressierte mit einer Hochschulzugangsberechtigung, die bereits in einem Gesundheitsberuf tätig sind und sich weiterqualifizieren möchten.

In beiden Schwerpunkten spielen bedürfnisgerechte Interventions- und Kommunikationsprozesse eine zentrale Rolle. „In der Lehre ist es mir ein besonderes Anliegen zu vermitteln, dass bei entsprechenden Veränderungsprozessen die Betroffenen selbst einbezogen und ihre Vorstellungen berücksichtigt werden“, sagte Faller, die seit Anfang Juli 2015 Professorin für Kommunikations- und Interventionsprozesse im Gesundheitswesen an der hsg ist, und fügt hinzu: „Auch wenn sich das selbstverständlich anhört, ist diese Partizipation bei vielen Projekten nicht üblich, schon gar nicht, wenn die Betroffenen schwer zu erreichen sind oder gesellschaftlich wenig Einfluss haben.“

Gudrun Faller hat Soziale Arbeit, Gesundheitswissenschaften und Arbeitswissenschaft studiert und an der Universität Bielefeld im Bereich Public Health promoviert. Daneben ist sie eine von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) anerkannte Beraterin und Supervisorin. Zuletzt war sie knapp acht Jahre Professorin an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Unter anderem leitete sie dort den Master-Studiengang ‚Gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung‘ und koordinierte zahlreiche Forschungs- und Praxisprojekte. Neben ihren Erfahrungen als Professorin bringt Gudrun Faller ein breites berufliches Hintergrundwissen aus den Bereichen Soziale Kommunalverwaltung, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Sozialversicherung, Arbeitsschutz, Organisationsentwicklung, Rehabilitation und ambulante Behindertenhilfe ein.

Ihre bisherigen Forschungsschwerpunkte befassten sich unter anderem mit den Themen ‚Schlaganfallrehabilitation‘, ‚Arbeitsschutz‘ und ‚Organisationsentwicklung‘ und mit Qualitätsanforderungen an die Ausbildung von Gesundheitsförderungsexperten. „In vielen meiner Forschungs- und Praxisprojekte ist mir immer wieder deutlich geworden, wie wichtig und zentral eine achtsame und konstruktive Kommunikation, und ein systematisches und beteiligungsorientiertes Vorgehen in Veränderungskontexten sind. Oft zeigen Interventionen wenig Wirkung, weil nicht alle Ziel- und Anspruchsgruppen in den Prozess einbezogen wurden, weil unterschiedliche Interessen nicht klar benannt oder zu wenig Wert auf eine persönliche und offene Kommunikation gelegt wurde“, erklärte Gudrun Faller.

Neben ihrer Arbeit an der Hochschule engagiert sich Gudrun Faller als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Public Health. Ihre Intention dabei ist es, den Gesundheitswissenschaften mehr gesellschaftliches Gehör zu verschaffen. „Public Health hat das Ziel, eine sozial gerechte Gesundheitsversorgung für alle Menschen zu ermöglichen. Weil aber Gesundheit auch in den westlichen Ländern sozial ungleich verteilt ist, sind für benachteiligte Menschen besondere Anstrengungen nötig. Um hier einen Ausgleich schaffen zu können, sind verstärkte Anstrengungen und nötig. Mit seiner Ausrichtung stellt sich das Department of Community Health diesen aktuellen und drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen. „Ich freue mich sehr, hier in Bochum an der Hochschule für Gesundheit mit meiner Lehre und Forschung einen Teil dazu beitragen zu dürfen“, sagte Faller.

Kontakt: Prof. Dr. Gudrun Faller, Tel. +49 (0) 234 77727-729, gudrun.faller(at)hs-gesundheit.de

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