Grundsteinlegung für Biotechnikum in Lübeck

Staatssekretärin Dr. Cordelia Andreßen, Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, nahm den feierlichen Akt vor. Ihr zur Seite standen beim Einmauern der Urkunde Hendrik Harms, Geschäftsführer der GMSH, Prof. Dr. Ing. Stefan Bartels, Präsident der FH Lübeck, Franz-Peter Boden, Bausenator der Hansestadt Lübeck, Renate Menken, Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Possehl-Stiftung sowie Prof. Dr. Uwe Englisch, Nutzer und Leiter des CIB.
„Der Grundstein für dieses wichtige Gebäude wird damit wenige Wochen nach Übergabe des Förderbescheides für das Centrum Industrielle Biotechnologie gelegt, das in den Neubau einziehen wird. Das ist möglich, weil die Finanzierung aus dem Konjunkturpaket II erfolgt“, so Staatssekretärin Dr. Cordelia Andreßen. Einen besonderen Dank richtete sie an die Possehl-Stiftung, die mit einer großzügigen Spende zur Ausstattung des Zentrums mit der aufwendigen Infrastruktur wesentlich beiträgt. Das „Biotechnikum“ wird mit rund 4,9 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II und mit 0,5 Mio. Euro aus dem Hochschulbauhaushalt des Landes Schleswig-Holstein finanziert. Darüber hinaus stellt die Possehl Stiftung für die technische Ausstattung des „Biotechnikums“ 1 Mio. Euro zur Verfügung.
Das neue Zentrum wird die an der FH Lübeck stark nachgefragten wissenschaftlichen Kompetenzen im Bereich der „Industriellen Biotechnologie“ bündeln und ausbauen. Auf Basis dieser neuen interdisziplinären Plattform stehen zunächst vier sehr praxisorientierte F&E-Schwerpunkte im besonderen Fokus. Dabei handelt es sich um die

– Stoffliche Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen
– Entwicklung und Nutzung nachhaltiger Produktionsprozesse
– Entwicklung und Nutzung neuer innovativer Produkte und
– Energetische Nutzung industrieller Reststoffe.

In diesen Bereichen sind bereits heute Pilotprojekte mit industriellen Partnern aus Schleswig-Holstein (z. B. aus dem Netzwerk „foodRegio“) in der konkreten Umsetzung. Prof. Dr. Uwe Englisch, Leiter des CIB, und sein Team haben in den letzten 15 Jahren durch ihre erfolgreichen F&E- Aktivitäten und Drittmittelprojekte den Bereich der angewandten Biotechnologie/ Enzymtechnologie an der FH Lübeck stark geprägt. Darüber hinaus existieren an der FH Lübeck wissenschaftlich-technische Expertisen in den Bereichen Technische Biochemie, Bio-physikalische Chemie, Verfahrenstechnik, Naturstoffchemie, Lebensmittelchemie/ -technologie sowie Instrumentelle Analytik.

Auf dieser Basis und vor dem Hintergrund der Erfahrungen steht das CIB auch und insbesondere für einen projektgebundenen Wissens- und Technologietransfer, der durch wissenschaftliche bzw. technische Beratungen, Veranstaltungen, Workshops oder spezifischen Schulungen realisiert wird. Mit dem CIB beschreiten die Wissenschaftler an der Fachhochschule Lübeck neue Wege in einem Technologie- und Kooperationsfeld mit der regionalen Wirtschaft und darüber hinaus. Ein neuer und innovativer Ansatz im Konzept des CIB ist dabei die projektorientierte Etablierung von F&E-Teams aus Industrie und Hochschule, die gemeinsam die vorhandene Infrastruktur des CIB nutzen, bspw. Labore oder teure Spezialgeräte zur wissenschaftlichen Optimierung von Produkten und Herstellungsprozessen. Dabei sind kurze Wege zwischen den Partnern aus Industrie und Hochschule für eine effiziente Zusammenarbeit von immenser Bedeutung.
Das neue Zentrum soll bereits Ende August 2011 fertig sein und dann die wissenschaftlichen Kompetenzen in einem Gebäude/ Anbau räumlich zu einem „Biotechnikum“ zusammen führen. Nach ca. fünf bis sieben Jahren soll das volle Leistungsspektrum erreicht sein. Dann wird das Biotechnikum etwa 15 bis 20 Mitarbeiterinnen Arbeitsraum bieten.

Daten zum Bauvorhaben:
Bauherr: Land Schleswig-Holstein
Bauherrenvertretung: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
Projektsteuerung: ipc Dr. Talkenberger GmbH
Architekten: ppp architekten gmbh

Planungsstart Juli 2009
Baubeginn: März 2010
Fertigstellung: August 2011
Bruttogeschossfläche: ca. 1600 m2
Bruttorauminhalt: 5700 m3
Nutzfläche: 835 m2
Büro: 190 m2 (22%)
Labor: 500 m2 (60%)
Seminar: 76 m2 (10%)

Reine Baukosten: ca. 3,97 Mio Euro
Gesamtbaukosten: ca. 5,2 Mio Euro
(idw, 04/2010)

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