Gründlich prüfen und Mängel vermeiden

(djd). Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Diese alte Weisheit gilt ganz besonders für Bauherren in spe, die vor dem Abschluss eines Bauvertrags stehen. Denn gut die Hälfte der Vertragswerke weisen erhebliche Mängel auf, wie eine Studie der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) und des Instituts für Bauforschung (IFB) gezeigt hat. Die Mängel der Bauverträge können dazu führen, dass der Bauherr am Ende nicht bekommt, was er erwartet hat, oder dass er erhebliche finanzielle Risiken eingeht. „Entscheidend ist oft, was nicht drinsteht“, erläutert BSB-Vertrauensanwältin Manuela Reibold-Rolinger und gibt Tipps, worauf Bauherren unbedingt achten sollten.

Bodengutachten ist die Basis für eine seriöse Planung

„Ein seriöser Unternehmer kann erst nach Vorlage des Bodengutachtens vollständig, umfassend und kostensicher planen“, erklärt Reibold-Rolinger und rät daher, die Berücksichtigung des Gutachtens als festen Vertragsbestandteil zu vereinbaren. Um die finanziellen Interessen des Bauherrn zu sichern, sollten im Vertrag auch die Folgen von Bauzeitüberschreitungen, Zahlungspläne und Sicherheiten des Bauunternehmens verbindlich geregelt sein. Hilfe bei der Überprüfung von Vertragswerken bieten die BSB-Vertrauensanwälte, Adressen und Informationen gibt es im Internet unter http://www.bsb-ev.de nachzulesen.

Zahlungen, Sicherheiten und Vertragsstrafen verbindlich regeln

Mindestens fünf bis zehn Prozent der Auftragssumme sollten Bauherren vom Bauunternehmer als Sicherheit fordern, damit sie ihre Interessen etwa bei einer Insolvenz schützen können. Vertragsstrafen im Falle einer Bauzeitüberschreitung geben die Sicherheit, dass eventuelle Mehrkosten für Möbeleinlagerungen oder weitere Mietzahlungen nicht beim Bauherrn hängen bleiben und nicht einzeln nachgewiesen werden müssen. Beim Zahlungsplan kommt es darauf an, dass er ausgewogen ist und die Zahlungen nach tatsächlich erbrachtem Baufortschritt erfolgen. „Mit Fertigstellung des Rohbaus dürfen höchstens 50 bis 55 Prozent der Bruttobausumme beglichen sein“, empfiehlt Reibold-Rolinger.

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