Große Fortschritte in der Krebsbehandlung, doch immense Unterschiede im Zugang zur Therapie

„Die globale Krankheitslast durch Krebs hat sich in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt und wird das bis zum Jahr 2030 noch einmal tun, weshalb eine entschlossene und zukunftsorientierte Strategie für das Management von Krebs prioritär ist, um den Herausforderungen von Morgen zu begegnen“, sagte Prof. Peter Boyle, Präsident des International Prävention Research Institute (iPRI) bei seiner Präsentation des iPRI Krebs-Reports 2013[1] auf dem European Health Forum Gastein (EHFG). „Im Management von Krebserkrankungen wurden in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte erzielt, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Auf globaler Ebene sind wir mit großen Herausforderungen konfrontiert: zunehmende Ungleichheiten im globalen und nationalen Maßstab beim Zugang zur Diagnose und Behandlung, Bevölkerungswachstum und älter werdende Gesellschaften, eine rasch anwachsende Krebsinzidenz in den Entwicklungsländern, immer mehr Krebskrankheiten, sowie eine steigende Überlebensrate, die ihrerseits für die Gesundheitssysteme eine Herausforderung darstellt.“

„Resiliente und innovative Gesundheitssysteme in Europa“ ist das Motto des diesjährigen EHFG. Mehr als 550 Teilnehmer/-innen aus rund 45 Ländern nutzen Europas wichtigste gesundheitspolitische Konferenz in Bad Hofgastein zum Meinungsaustausch über zentrale Fragen europäischer Gesundheitssysteme.

Die individuelle und gesellschaftliche Krankheitslast durch Krebserkrankungen und die Notwendigkeit für Politiker/-innen, die Herausforderungen durch Krebs aktiv und offensiv anzugehen, waren Themen EHFG. Jedes Jahr werden in der EU 3,5 Millionen neue Fälle von Krebs diagnostiziert, Schätzungen zufolge ist hier Krebs für 1,7 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich.[2]

Wird der demografische Wandel berücksichtigt und die Tatsache, dass dieser jährlich für ein Ansteigen der Krebs-Inzidenz von einem Prozent verantwortlich ist, so der Krebs-Report 2013, so ist davon auszugehen, dass es im Jahr 2030 eine Inzidenz von etwa 26,4 Millionen Krebserkrankungen weltweit und 17 Millionen Krebs-Tote geben wird.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung von Krebs dürfe nicht unterschätzt werden, unterstrichen Experten/-innen auf dem EHFG. Krebs kostet die EU 126 Milliarden Euro pro Jahr, schätzt eine Studie des Oxford-Experten Dr. Ramin Luengo-Fernandez und seinen Mit-Autoren. Im EU-Schnitt bedeutet Krebs jährliche Gesundheitsausgaben von jährlich 102 Euro pro EU-Bürger/-in. Produktionsausfälle und Kosten für informelle Pflege summieren sich auf 41 Prozent bzw. 18 Prozent der durch Krebserkrankungen verursachten Kosten.

„In dem vergangenen Jahrzehnt gab es große Fortschritte bei den Behandlungsmethoden und der Heilung von Krebs. Zu diesen Erfolgsgeschichten gehört die Behandlung von Hodenkrebs, Brustkrebs, Gastro-intestinale Tumoren und chronische myeloische Leukämie, die vielen Patienten nun zur Verfügung stehen“, sagt Prof. Boyle. „Im Folge dieser Behandlungsfortschritte und höheren Überlebensraten auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien gibt es nun immer mehr Menschen mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium, die immer länger leben und dabei eine gute Lebensqualität haben.“

Doch nicht alle Patienten mit behandelbaren und heilbaren Krankheiten konnten von diesen erfolgreichen Behandlungsmethoden profitieren, gibt Prof. Boyle zu bedenken: „Diese Ungleichheiten in der Krebsbehandlung und in der Folge bei den Heilungsaussichten werden zunehmend offensichtlich und zunehmend inakzeptabel für moderne Gesellschaften. Allen Krebspatienten der Welt frühzeitige Diagnosen und Therapien zu leistbaren Kosten zur Verfügung zu stellen, ist eine vorrangige Herausforderung. Die intelligenten und innovativen Therapien, die gegenwärtig entwickelt werden, haben ein großes Potential für weitere Fortschritte.

„Alle Krebspatienten/-innen weltweit haben das Recht auf die bestmögliche Versorgung. Das bedeutet, jeder Form von Krebs vorzubeugen, die vermeidbar ist; jede Krebserkrankung zu behandeln, die behandelbar ist; jede Krebserkrankung zu heilen, die heilbar ist; und Palliativversorgung sicherzustellen, wenn immer das notwendig ist.“

[1] http://www.i-pri.org/oncology2013/
[2] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959804913000075

EHFG Pressebüro
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