Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin in Dresden

Ein Schwerpunkt der Dreiländertagung liegt auf einer neuen Form der Diagnose und Therapie für Patienten mit Prostatakrebs, der häufigsten Krebserkrankung des Mannes. Durch die Entwicklung des Wirkstoffs PSMA-617 können mit einem nuklearmedizinischen Verfahren nun wichtige Hinweise über die Ausdehnung dieser Tumorerkrankung gegeben werden, was entscheidend zu ihrer genauen Diagnose beiträgt. Darüber hinaus ist mit dem neuen Verfahren eine wirksame Therapie des Prostatakarzinoms möglich. Insbesondere beim fortgeschrittenen Prostatakrebs mit Metastasen kann eine solche Therapie die Erkrankung in vielen Fällen zurückdrängen, die Symptome lindern und unter Umständen lebensverlängernd wirken.

Neurodegenerative Erkrankungen zählen zu den schwerwiegendsten und am schwersten zu therapierenden Erkrankungen und bilden ebenfalls einen thematischen Schwerpunkt auf der Tagung in Dresden. Sie führen zu Funktionsverlust und Ausfall von Nervenzellen. Bekannteste Beispiele sind die Alzheimer-Demenz sowie die Parkinson-Erkrankung. Man geht davon aus, dass sich die neurodegenerativen Erkrankungen bereits viele Jahre bis Jahrzehnte vor den ersten fassbaren Symptomen im Gehirn auszubreiten beginnen. Eine zuverlässige Diagnose der Erkrankungsursache war durch Untersuchungen häufig nicht möglich, da das Erscheinungsbild der Erkrankungen variiert und somit keine sicheren Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden Veränderungen im Gehirn zulässt. Im Falle der Alzheimer-Demenz ermöglichen nun neue nuklearmedizinische Techniken die Erkennung von speziellen Eiweißablagerungen im Gehirn, die der Alzheimer Demenz vorausgehen und diese später auslösen. Damit kann das Ablaufen einer Alzheimer-Erkrankung sehr früh nachgewiesen oder aber auch ausgeschlossen werden. Zudem besteht die Hoffnung, dass neue nuklearmedizinische Techniken dazu beitragen können, Substanzen zu entwickeln, die gegen diese krankheitsauslösenden Eiweißablagerungen der Alzheimer Demenz gerichtet sind. So käme der Nuklearmedizin eine Schlüsselrolle in einer zukünftig wirksameren Behandlung dieser bisher noch kaum behandelbaren Erkrankung zu.

Bei der Dreiländertagung stehen des Weiteren die Innovationen auf dem Gebiet der Gerätetechnik, d.h. der in der Nuklearmedizin verwendeten Kamerasysteme, im Fokus. Ziel ist ein noch genaueres und insbesondere noch empfindlicheres Abbilden der Strahlung. Auf diese Weise werden die bereits geringen Mengen der benötigten radioaktiv markierten Substanzen weiter reduziert und zudem wird es möglich, die Untersuchungszeit zu verkürzen. Je nach Radionuklid, das für die Markierung verwendet wird, erfolgt die Bildgebung in der Nuklearmedizin über sogenannte Gammakamerasysteme (SPECT, single photon emission computed tomography) oder Positronenemissionstomographen (PET). In beiden stecken modernste Sensoren, Elektronik und Mechanik, die ständig weiterentwickelt werden. Seit einigen Jahren gibt es nun nuklearmedizinische Kameras, die neben einer Gammakamera auch eine Röntgencomputertomographie (CT) – Anlage beinhalten. Mit diesen Kameras lassen sich Überlagerungsbilder zwischen der Struktur des Körpers und dem Körperstoffwechsel erstellen. So können Stoffwechselveränderungen im Körper noch exakter dargestellt und zudem anatomisch zugeordnet werden.
Die Dreiländertagung NuklearMedizin 2017 ist ein einzigartiges Forum für die Präsentation des aktuellen Standes der Wissenschaft sowie des Fortschritts moderner medizinischer Techniken. Die Tagung steht somit an der Schnittstelle zwischen akademischer Forschung, moderner Patientenversorgung, Präzisionsmedizin der Zukunft und der technologischen Weiterentwicklung durch Industriepartner. Das vielseitige, interdisziplinäre Umfeld in Dresden wird die rasante Entwicklung des Fachgebietes weiter vorantreiben. Die Industrieausstellung, auf der nationale und internationale Hersteller den aktuellen Stand ihrer Entwicklungen präsentieren, ist dabei ein zentraler Bestandteil der Tagung.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2017 stehen auf der Kongresshomepage zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
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Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de

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