Grenzübergreifend den nuklearen Ernstfall proben

Das BfS und mehrere europäische Institutionen üben für den Ernstfall, der hoffentlich nie eintritt: Vom 26. bis 30. Juni 2017 nehmen Experten des BfS mit der Nationalen Alarmzentrale der Schweiz, der Bundespolizei und Teams aus Frankreich und Tschechien an einer Hubschrauber-Messübung für einen nuklearen Notfall teil. Wesentliches Ziel dieser Übung ist es, die Messteams so aufeinander abzustimmen, dass diese in einem nuklearen Notfall sofort grenzüberschreitend einsatzbereit sind. „Bei einem radiologischen Unfall ist es entscheidend, möglichst schnell die Verteilung und Höhe der Radioaktivität in der Umwelt zu kennen. So können die weitere Verbreitung vorhergesagt und die Bürgerinnen und Bürger vor den schädlichen Auswirkungen geschützt werden“, erklärt Inge Paulini, Präsidentin des BfS, die Übung.

„Der Ausstieg aus der Kernenergie markiert zwar einen Schlussstrich für den Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland, aber nicht für die Sicherheits- und Schutzkultur“, sagt Paulini. „Denn Strahlung macht nicht vor Grenzen halt. Solange in Nachbarstaaten noch Atomkraftwerke betrieben werden, ist die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Strahlenschutzbehörden auch langfristig unerlässlich, um die vorhandenen Kräfte zu bündeln und im Ernstfall die Bürgerinnen und Bürger wirkungsvoll schützen zu können.“ Das BfS vernetzt sich daher international mit verschiedenen Institutionen und organisiert zudem national gemeinsam mit der Bundespolizei regelmäßige Messflüge und -übungen in verschiedenen Regionen Deutschlands.

Aus der Luft lässt sich schnell und großflächig ermitteln, welche radioaktiven Stoffe am Boden abgelagert wurden, welche Gebiete bei einem nuklearen Notfall besonders betroffen sind und welche Strahlenbelastung für die Bevölkerung sich daraus ableitet. Darüber hinaus ermöglichen hubschraubergestützte Messsysteme das Auffinden von radioaktiven Einzelquellen. Bei der internationalen Übung messen Spezialisten des BfS vom Hubschrauber aus vor allem die räumliche Verteilung von natürlich im Boden vorkommenden radioaktiven Stoffen. Dabei werden insbesondere die Messgenauigkeit der Instrumente und die Zusammenarbeit der Messteams überprüft. Regelmäßige Übungen verbessern die Genauigkeit der Systeme und die Zusammenarbeit der aus verschiedenen Ländern und Einrichtungen stammenden Teams. Die Kenntnis der im Normalfall in einer Region vorkommenden natürlichen Hintergrundstrahlung erleichtert zudem die Vergleichsmöglichkeit in einem Ernstfall.

Die Helikopter, die mit hochempfindlichen Messsystemen beladen sind, können eine Fläche von rund 100 Quadratkilometern innerhalb von etwa drei Stunden überfliegen und kartieren. Die Messresultate liegen bereits kurz nach der Landung vor und liefern den Strahlenschutzteams am Boden entscheidende Hinweise für mögliche weiterführende, detaillierte Untersuchungen.

Ausgangspunkt der aktuellen Messflüge ist Dübendorf in der Nähe von Zürich. Das Übungsgebiet umfasst eine Fläche von ungefähr zehn Prozent der Schweiz.

Pressekonferenz

Anlässlich der Messübung findet am Montag, den 26. Juni, um 9:00 Uhr auf dem Gelände des Flugplatzes Dübendorf bei Zürich eine Pressekonferenz mit anschließender Gelegenheit zur Besichtigung der Helikopter statt (Überlandstrasse 103, CH-8600 Dübendorf). Das Anmeldeformular für Medien ist auf www.naz.ch, Aktuelles, zu finden. Um Rückmeldung wird gebeten.

Details zum Messprogramm:

Mo, 26.06.2017
ab 1300 und
Mi, 28.06.2017
ab 0830
Gebiete Murgtal – Mürtschenalp und
Linthebene
Messprogramm geologisch und messtechnisch interessante Gebiete

Mo, 26.06.2017
ab 1300 und
Do, 29.06.2017
ab 0830
Transversale Neubrunn -Wartau Messprogramm topografische Herausforderungen

Di, 27.06.2017
ab 0830 Gebiet Frauenfeld, Herisau, Rorschach
und Romanshorn
Gemeinsame Einsatzübung: Auffindung
von radioaktiven Quellen

Mi, 28.06.2017
ab 0830 und
Do, 29.06.2017
ab 0830 (nur Vormittags) Gebiet Zugersee Messtechnischer Flug

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