Greifswald jetzt offiziell das einzige Deutsche klinische Zentrum für genitale Sarkome und Mischtumore

„Die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich haben das Greifswalder Kompetenzzentrum zu einem international gefragten Ansprechpartner gemacht“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums und Direktor der Frauenklinik, Prof. Marek Zygmunt. „Diese seltene Krebserkrankung muss wegen ihrer Gefährlichkeit besonders schnell erkannt und weiter erforscht werden, damit wir die Heilungschancen für die Frauen verbessern können.“

„Sarkome und Mischtumore in der Gebärmutter treten nicht häufig auf, sind aber enorm aggressiv und wuchern unglaublich rasant. Die Sterblichkeit ist sehr hoch“, erläuterte der Stellvertretende Direktor der Frauenklinik und Sprecher des Kompetenzzentrums, Prof. Günter Köhler (Foto). Man rechnet mit etwa zwei Fällen auf 10.000 Frauen pro Jahr, das entspricht etwa 2.000 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland. Herkömmliche Maßnahmen wie Bestrahlungen oder Chemotherapien schlagen in der Regel nicht an. Vor diesem Hintergrund hängt die Überlebungschance der betroffenen Frauen von einer frühzeitigen Diagnostik ab. „Genau da liegt die Crux“, so Köhler. „Wegen der geringen Verbreitung dieser Tumorgruppe existieren nur wenige aussagekräftige Studien, kaum bekannte Abgrenzungsmerkmale und keine Leitlinien.

Das erste und bislang auch einzige wissenschaftliche Fachbuch* zu diesen Tumoren im deutsch- und fremdsprachigen Raum ist Ende 2009 aus der Arbeitsgruppe der Frauenklinik und des Pathologischen Instituts des Universitätsklinikums Greifswald erschienen. Dieses soll klinisch und ambulant tätigen Gynäkologen und Onkologen als Leitfaden zur Behandlung dienen. Das Greifswalder Team arbeitet bereits an einer umfassenden Erweiterung der bislang einzigen Fachliteratur, die dann auch Körperregionen wie die Brust und das Becken mit einbezieht. Darüber hinaus sind die Greifswalder Sarkomspezialisten in Kooperation mit Medizinischen Fachgesellschaften für die ärztliche Weiterbildung in Deutschland sowie für die Begutachtung und Beratung von derartigen Fällen verantwortlich. „Unser Ziel ist es, zu einer besseren Früherkennung und einer möglichst optimalen Therapie beizutragen, um die Überlebenschancen auch bei den wenigen betroffenen Frauen zu erhöhen“, unterstrich Köhler.

*Günter Köhler und Matthias Evert: „Uterine Sarkome und Mischtumoren – Handbuch und Atlas zur Diagnostik und Therapie“ De Gruyter, Berlin – New York 2009, ISBN 978-3-11-021380-5
<http://www.degruyter.com/cont/fb/me/detail.cfm?id=IS-9783110213805-1>

Ansprechpartner Universitätsklinikum Greifswald
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Prof. Dr. med. Marek Zygmunt
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-65 00
E frauenklinik@uni-greifswald.de
<www.klinikum.uni-greifswald.de>
(idw, 09/2010)

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