Vorsorgeuntersuchung

Gesundheitsvorsorge (Prävention) ist wichtig. Durch eine ausgewogne Vorsorge können Sie Ihre Lebensqualität steigern, Krankheiten früh erkennen, Symptome realisieren, Diagnosen frühzeitig stellen und Therapien frühstmöglich einleiten. Die Prävention ist der erste Schritt für einen gesunden Körper und Geist.

Gesundheitsvorsorge – 10 Fragen und 10 kurze Antworten

  1. Was bedeutet Prävention?
  2. Was sind Vorsorgeuntersuchungen?
  3. Ist die Vorsorgeuntersuchung der Brust sinnvoll?
  4. Was umfasst die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge?
  5. Was ist die Vorsorgeuntersuchung für Prostatakrebs?
  6. Was bringt die Darmkrebs-Vorsorge?
  7. Was ist der Gesundheits-Check?
  8. Was umfasst die Zahnvorsorge?
  9. Was ist Hautkrebs-Vorsorge?
  10. Wo finden sich Informationen zu Vorsorgeuntersuchungen?

1. Was bedeutet Prävention?
Während Therapien immer dann einsetzen, wenn Krankheiten bereits bestehen, versteht man unter gesundheitlicher Prävention Vorbeugung, die zum Ziel hat, Krankheiten oder eine Verschlechterung des momentanen Gesundheitszustandes zu verhindern. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Prävention:

Primäre Prävention:
Sie soll das erstmalige Auftreten einer Krankheit vermeiden, indem zum Beispiel bestehende Risikofaktoren wie Übergewicht, schlechte Ernährung und Nikotin- und Alkoholkonsum vermindert werden oder durch Impfungen vor bestimmten Erkrankungen geschützt wird.

Sekundäre Prävention:
Mit Hilfe geeigneter Früherkennungsuntersuchungen wie beispielsweise „Check-up’s“ oder Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung zielt die Sekundärprävention darauf, Krankheiten zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu erkennen, um rechtzeitig Therapien einleiten zu können und damit die Heilungschancen zu steigern.

Tertiäre Prävention:
Maßnahmen im Rahmen der Tertiärprävention sollen Folge- und Spätschäden bereits eingetretener Erkrankungen verzögern, begrenzen oder möglichst verhindern. Die Verschlimmerung der vorhandenen Krankheit soll demnach vermieden werden.

Die Prävention kann dabei auf verschiedenen Ebenen greifen. So kann sie die Veränderung von Verhältnissen wie Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen der Menschen zum Ziel haben, um schließlich Gesundheitsgefahren verringern zu können. Aber auch die Veränderung des Verhaltens an sich kann in dem Sinn Ziel sein, dass jeder/jede Einzelne von uns etwas für die Gesundheit tut.

2. Was sind Vorsorgeuntersuchungen?
Vorsorgeuntersuchungen sind im eigentlichen Sinne Früherkennungs – untersuchungen, da sie nicht vor Krankheiten bewahren können, sondern durch die rechtzeitige Entdeckung einer Krankheit und die Behandlung in einem frühen Stadium die Heilungschancen steigern und das Risiko dauerhafter Schädigungen deutlich vermindern können. Da regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen Erkrankungen in einem Stadium feststellen, in dem noch keine Symptome zu sehen sind, sind sie dringend zu empfehlen und ein wesentlicher Bestandteil im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Der genaue Umfang der Früherkennungsuntersuchungen wird dabei vom Gemeinsamen Bundesausschuss in Richtlinien festgelegt. Da ein wesentliches Ziel der Gesundheitsreform von 2004 die Förderung der Prävention darstellt, bezahlen Patienten, die einen Arzt oder Ärztin wegen einer „Vorsorgeuntersuchung“ aufsuchen, keine Praxisgebühr. Nur wenn sich aus der Untersuchung ein Abklärungs- oder Behandlungsbedarf ergibt, wird die Quartalsgebühr fällig. Patienten, die regelmäßig an Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, können von den gesetzlichen Krankenkassen sogar mit einem Bonus (finanzieller Bonus oder Sachprämie) belohnt werden.

3. Ist die Vorsorgeuntersuchung der Brust sinnvoll?
Da bei Frauen in Deutschland Brustkrebs mit rund 55.000 Neuerkrankungen pro Jahr die mit Abstand häufigste Krebserkrankung ist und die Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt, ist das wichtigste Ziel, den Krebs in einem möglichst frühen Stadium zu diagnostizieren. Wird ein bösartiger Tumor in der Brust entdeckt, wenn er noch klein und örtlich begrenzt ist, lässt sich die Erkrankung in über 90% dauerhaft heilen. Neben der Selbstuntersuchung durch die Frau kommt daher der Früherkennungsuntersuchung durch den/die Frauenarzt/Frauenärztin eine große Bedeutung zu: Von den gesetzlichen Krankenkassen wird ab dem dreißigsten Lebensjahr eine jährliche Untersuchung bezahlt, die das Abtasten der Brust und der Achselhöhlen umfasst. Auch die ab dem fünfzigsten Lebensjahr zweijährig durchgeführte Mammographie wird von den Krankenkassen bezahlt, ihre Effektivität bleibt jedoch umstritten. Für Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko und möglicherweise erblicher Belastung gibt es besondere Empfehlungen mit häufigeren Untersuchungen bereits in jüngeren Jahren. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin Ihr persönliches Brustkrebsrisiko.

4. Was umfasst die Gebärmutterhalskrebs- Vorsorge?
Jährlich erkranken in Deutschland nach Angaben der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister und des Robert- Koch- Instituts schätzungsweise 6500 Frauen an einem Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs). Das Durchschnittsalter der Patientinnen liegt dabei bei etwa 35 und etwa 60 Jahren. Schwere Verläufe von Gebärmutterhalskrebs sind seit der Einführung des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Deutschland seltener geworden. Die regelmäßige Untersuchung kann Krebsvorstufen sogar aufdecken und durch frühe Behandlung die Krebserkrankung im eigentlichen Sinne verhindern. Alle Frauen haben ab dem 20. Lebensjahr einmal im Jahr Anspruch auf eine solche Untersuchung, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden. Bei einer Abtastuntersuchung fühlt der Arzt/die Ärztin die inneren Organe und vor allem die Gebärmutter von außen über die Bauchdecke ab. Über die Scheide kontrolliert er von innen Muttermund, Gebärmutterhals und Gebärmutterkörper. Um die inneren Geschlechtsorgane besser einsehen zu können, wird ein Metallspiegel, das Spekulum, verwendet. Mit dieser so genannten Spiegeleinstellung kann der Arzt die Scheide schmerzlos entfalten.

Zur genaueren Betrachtung dient auch eine Vergrößerungslupe, das Kolposkop, mit dessen Hilfe Scheide und Muttermund in 10- 40facher Vergrößerung betrachtet werden können. Damit die Oberfläche besser beurteilbar wird, kann etwas verdünnte Essigsäure aufgetupft werden. Zusammen mit einem Zellabstrich können mit Hilfe dieser Früherkennungsuntersuchung etwas 80 bis 90 Prozent der geweblichen Veränderungen rechtzeitig erkannt und effektiv behandelt werden.

5. Was ist die Vorsorgeuntersuchung für Prostatakrebs?
Prostatakrebs ist in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen der häufigste bösartige Tumor bei Männern. Jährlich erkranken etwa 48.650 Männer neu an dieser Krebsart, die gleichzeitig die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache nach dem Lungenkrebs bei Männern darstellt. Etwa 13 Prozent aller Männer erkranken im Laufe ihres Lebens daran, gehäuft ab dem 60. Lebensjahr. Auf Grund verbesserter Therapieverfahren und Früherkennungsuntersuchungen ist die Sterblichkeitsrate seit den 90iger Jahren jedoch zurückgegangen. Neben einer allgemein gesunden Lebensführung sollte jeder Mann ab dem 50. Lebensjahr unabhängig von aufgetretenen Beschwerden (beispielsweise beim Wasserlassen) einmal pro Jahr seine Prostata untersuchen lassen. Dazu führt der Arzt/die Ärztin einen Finger rektal ein und tastet die Prostata ab, um mögliche Unregelmäßigkeiten feststellen zu können. Des weiteren werden äußere Geschlechtsorgane und Lymphknoten abgetastet und die Befunde anschließend mit dem Patienten besprochen. Diese Kontrolle ist wichtig, da vor allem der Prostatakrebs im Anfangsstadium fast niemals deutliche Beschwerden verursacht. Gerade dann bestehen aber die besten Heilungschancen: Neun von zehn Männern überleben, wenn der Krebs rechtzeitig erkannt wird!

6. Was bringt die Darmkrebsvorsorge?
Jährlich erkranken in Deutschland 60.000 Menschen an Darmkrebs, eine schleichende Erkrankung, die in einem Großteil der Fälle ohne jegliche Symptome einhergeht. Diese Unkenntnis führt dazu, dass Darmkrebs in Mitteleuropa zu den häufigsten Todesursachen bei Männern und Frauen im mittleren Lebensalter zählt. Bei den meisten Patienten ist der Dickdarm betroffen, in dem es zur Bildung so genannter gutartiger Polypen (Schleimhautausstülpungen) kommt, die sich schließlich verändern und so zu einer Vorstufe von Krebstumoren werden. Wird der Krebs in einem solchen Frühstadium erkannt, besteht eine nahezu hundertprozentige Heilungschance. Eine solche Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge, die nach Expertenmeinung über 15.000 Menschen jährlich das Leben retten kann, wird ab dem 50. Lebensjahr von den Krankenkassen bezahlt. Sie umfasst eine Tastuntersuchung des Enddarms und den so genannten Haemoccult- Test, der auf verstecktes Blut im Stuhl ausgerichtet ist. Ein anderer Stuhltest, der ein tumorspezifisches Enzym nachweist und damit genauer ist, muss von den Patienten selbst gezahlt werden. Außerdem wird von den gesetzlichen Krankenkassen zweimal im Abstand von zehn Jahren ab dem 55. Lebensjahr eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) bezahlt, bei der Polypen gefunden, entfernt und zur weiteren Untersuchung in ein Labor versandt werden können. Bei Risikopatienten, die beispielsweise mehrere Darmkrebspatienten in der Familie haben, werden auch häufigere Vorsorgemaßnahmen schon in jüngeren Jahren bezahlt.
Stiftung LebensBlicke Darmkrebs e.V.

7. Was ist der Gesundheits-Check?
Um häufig auftretende Erkrankungen wie Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Nierenerkrankungen oder die Zuckerkrankheit möglichst früh erkennen zu können, besteht für Männer und Frauen ab dem 35. Lebensjahr die Möglichkeit, sich alle zwei Jahre einem so genannten Gesundheits- Check beim Hausarzt oder Internisten zu unterziehen, der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.Die Untersuchung umfasst die Erfassung der Krankengeschichte, der Risikofaktoren wie beispielsweise Übergewicht, schlechte Ernährungsgewohnheiten, Nikotin- und Alkoholkonsum, eine umfassende körperliche Untersuchung einschließlich Blutdruckmessen, Blut- und Urinuntersuchungen (Blutfette, Zucker, Eiweiß, Blutbild) und schließlich eine ausführliche Beratung der Ergebnisse.Da bei jedem Zweiten bei dieser Früherkennungsuntersuchung Risikofaktoren festgestellt werden können, die frühzeitig behoben und die Erkrankungen schließlich verhindert werden können, ist diese Untersuchung sehr zu empfehlen.

8. Was umfasst die Zahnvorsorge?
Um Erkrankungen im Zahn- und Kieferbereich rechtzeitig erkennen und bannen zu können, wird von den gesetzlichen Krankenkassen für Männer und Frauen ab dem 18. Lebensjahr einmal pro Kalenderjahr eine Zahnvorsorge beim behandelnden Zahnarzt finanziert. Diese umfasst eine eingehende Untersuchung des Mundbereiches und eine eventuelle Zahnsteinentfernung. Die wahrgenommenen Zahnvorsorge-Untersuchungen sollten in einem Bonusheft dokumentiert werden, da bei jährlicher Vorsorge später fälliger Zahnersatz kostengünstiger wird.

9. Was ist Hautkrebsvorsorge?
Da der Hautkrebs noch nicht zu der Spitzengruppe der menschlichen Krebsarten und damit nicht zu den „big killern“ gehört, wird eine Vorsorgeuntersuchung meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Nichts desto trotz liegt die globale Sterblichkeit bei Hautkrebs im mittleren Lebensalter zwischen 20 und 30 Prozent; der Krankheitswert für Betroffene ist daher erheblich. Die Früherkennung von Hautkrebs erfordert einerseits eine informierte Bevölkerung (Kenntnisse von Vor- und Frühformen maligner Melanome, Motivation zum Arztbesuch), andererseits informierte Ärzte. Besondere Bedeutung besitzt die Früherkennung bei Risikopatienten beziehungsweise Risikofaktoren. Bei der Früherkennung sind zu berücksichtigen:

Krankengeschichte:
Neuauftreten eines auffälligen braunen Herdes oder Veränderung eines bestehenden braunen Herdes

Eigenschaften des verdächtigen Herdes:
Dabei kann die so genannte ABCD-Regel hilfreich sein (auch für Laien geeignet):

  • A = Asymmetrie
  • B = Begrenzung unregelmäßig, ausgefranst oder unscharf
  • C = Colorierung inhomogen (schwarz, blau, verschiedene Brauntöne, grau-rosa)
  • D = Durchmesser oft über sechs Millimeter

Vorhandensein von Risikofaktoren:
Hautkrebserkrankungen in der Familie, helle Haut, viele Leberflecke…

Eine definitive Diagnose kann jedoch immer nur feingeweblich gesichert werden. Bei Verdacht auf ein Melanom wird der Herd operativ entfernt und im Labor untersucht. Im Gegensatz zur Volksmeinung ist die Melanomprognose nicht generell schlecht, sondern bei Früherkennung sogar sehr gut (Heilungswahrscheinlichkeit zwischen 90 und 100%).

10. Wo finden sich Informationen zu Vorsorgeuntersuchungen?
Neben direkter Information bei Hausarzt und Krankenkasse bietet das Netz eine Reihe an Informationsmöglichkeiten über Vorsorgeuntersuchungen.
Zur weiteren Information:
Bundesministerium für Gesundheit:
Suchbegriffe: „Vorsorgeleistungen“ und „Früherkennungsuntersuchungen“

Gemeinsamer Bundesausschuss: Richtlinien über Früherkennungsuntersuchungen: Suchbegriff: „Früherkennungsuntersuchungen“

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