Wechseljahre

Die Symptome in den Wechseljahren werden vor allem durch das so genannte Östrogenmangelsyndrom bestimmt und umfassen häufig drei Symptome: Blutungsstörungen, Hitzewallungen und eine Verkümmerung der Haut im Bereich der Vagina. Da Sexualhormone aber auch außerhalb des Genitalbereiches eine Wirkung haben, können durch den Hormonausfall auch eine Reihe weiterer Symptome erklärt werden.

    Wechseljahre – 10 Fragen und 10 kurze Antworten

    • Was sind Wechseljahre genau?
    • Wechseljahre und Klimakterium: Wie und warum kommt es dazu?
    • Wie äußern sich Wechseljahre?
    • Wie kann man Wechseljahre diagnostizieren?
    • Wechseljahre: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
    • Die Hormonersatzbehandlung
    • Notwendigkeit der Hormonersatztherapie?
    • Wann darf keine Hormonersatztherapie erfolgen?
    • Gibt es auch beim Mann Wechseljahre?
    • Wo finden Betroffene Hilfe?

    1. Was sind Wechseljahre genau?
    Mit dem Begriff der Wechseljahre, dem so genannten Klimakterium, meint der Mediziner die mehrere Jahre dauernde Übergangsphase von der Zeit der vollen Geschlechtsreife in die Zeit der hormonellen Ruhe der Eierstöcke. Das Klimakterium vollzieht sich meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr der Frau. Wenn die Funktion der Eierstöcke bereits vor dem 40. Lebensjahr erlischt, spricht man von verfrühten Wechseljahren, dem so genannten Klimakterium praecox. Die Ursache hierfür liegt meist in einer frühzeitigen Erschöpfung der hormonbildenden Strukturen in den Eierstöcken. Da die in den Eierstöcken gebildeten Hormone großen Einfluss auf die Menstruation der Frau nehmen, äußert sich eine nachlassende Funktion im Sistieren derselbigen. Diesen Zeitraum bezeichnet man als Menopause, danach spricht man folglich von Postmenopause.

    2. Wechseljahre und Klimakterium: Wie und warum kommt es dazu?
    In der Mitte des vierten Lebensjahrzehntes zeigen sich zunehmende Veränderungen in den Eierstöcken: Zum einen verringert sich die Anzahl der Eier, die im monatlichen Zyklus zur Befruchtung zur Verfügung stehen, zum anderen kommt es zu einer Art Verkalkung der Gefäße, wodurch das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann. Folglich sinkt die Wahrscheinlichkeit in diesem Zeitraum noch einmal schwanger zu werden, obwohl äußerlich noch keine Veränderungen an Art und Weise der Menstruation bemerkt werden können. Da die Eierstöcke anfangs noch genügend Hormone, vor allem Östrogene, bilden, kommt es zu einer Vermehrung der Gebärmutterschleimhaut, einer so genannten Endometriumhyperplasie. Der gesamte Prozeß der Umstellung wird als Wechseljahre (lat. Klimakterium) bezeichnet.

    3. Wie äußern sich Wechseljahre?
    Die Symptome in den Wechseljahren werden vor allem durch das so genannte Östrogenmangelsyndrom bestimmt und umfassen häufig drei Symptome: Blutungsstörungen, Hitzewallungen und eine Verkümmerung der Haut im Bereich der Vagina. Da Sexualhormone aber auch außerhalb des Genitalbereiches eine Wirkung haben, können durch den Hormonausfall auch eine Reihe weiterer Symptome erklärt werden. Dazu zählen Schlafstörungen, Leistungsabfall, Gelenkbeschwerden, Herz-Rhythmus-Störungen, Reizbarkeit, Nervosität, Harnwegsinfekte und Muskelschmerzen. Mediziner sprechen hier gerne vom so genannten klimakterischen Syndrom, da zudem auch Beschwerden an Haut, Augen und im psychischen Befinden der betroffenen Frauen deutlich werden können.

    Will man das Östrogenmangelsyndrom nach der zeitlichen Auswirkung beschreiben, so fallen drei Gruppen auf:

    Kurzfristige Auswirkungen sind vor allem Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Mittelfristige Auswirkungen sind Hautveränderungen, Veränderungen an der Vagina, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Inkontinenz und psychische Veränderungen. Zu den langfristigen Veränderungen zählt man vor allem die Osteoporose und Arteriosklerose. Zusätzlich kommt es im Bereich der Wirbelsäule häufig zu einem Verlust der normalen Krümmung, dem so genannten Witwenbuckel, der zu einer Abnahme der Körpergröße und einer eingeschränkten Beweglichkeit führen kann. Auch andere Rücken- und Gelenkbeschwerden führen häufig zu Leistungsverminderung und zum Gefühl, einen großen Schritt zum Alter zu tun. Auffällig ist auch, dass sich Frauen infolge der höheren Rate an Osteoporose häufiger Knochenbrüche zuziehen als gleichaltrige Männer. Der Verlust an Knochensubstanz kann bereits Jahre zuvor mittels Knochendichtemessungen festgestellt werden.

    4. Wie kann man Wechseljahre diagnostizieren?
    Die Diagnose eines klimakterischen Syndroms kann meist bereits aus der Beschreibung der Krankengeschichte durch den Patienten gestellt werden. Das zeitgleiche Auftreten von Alter und Symptomen des Östrogenmangelsyndroms reicht meist für eine klare Diagnose aus. Eine sehr hilfreiche Zusatzdiagnostik, die vor allem dazu geeignet ist, den Verlauf des Klimakteriums zu beobachten, ist die so genannte vaginalzytologische Untersuchung, bei der Zellen aus dem Bereich der Vagina untersucht werden und erkannt werden kann, ob noch ausreichend Östrogen gebildet wird. Zusätzliche Hormonuntersuchungen erscheinen zunächst nicht notwendig, können jedoch die Diagnose erleichtern und vor allem dann hilfreich sein, wenn es sich um ein vorzeitiges Klimakterium handelt.

    5. Wechseljahre: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
    Heute kommen in der Behandlung von Beschwerden, die während der Wechseljahre auftreten, vor allem pflanzliche Wirkstoffe, wie zum Beispiel Sojapräparate zum Einsatz. In Verbindung mit vermehrter sportlicher Betätigung und einer gezielten Ernährung, die kalziumreiche Produkte, wie zum Beispiel Milchprodukte enthalten soll, stellen diese eine zumindest subjektiv akzeptable Option dar. Bei Patientinnen mit milden Symptomen ist dies auf jeden Fall ausreichend. Sind die Probleme schwerwiegender, kann man die Symptome gezielt behandeln. Dies bedeutet, dass man Frauen mit einer ausgeprägten Osteoporose orthopädisch behandeln wird, Frauen mit einer ausgeprägten Depression eher psychiatrisch. In Ausnahmefällen kann man sich auch heute noch einer Hormonersatztherapie unterziehen.

    6. Hormonersatzbehandlung nicht mehr regelmäßig angewendet?
    Im Laufe der neunziger Jahre wurden Symptome der Wechseljahre aufgrund erster positiver Erfahrungen wie einer Steigerung von Wohlbefinden und Leistungsvermögen bis hin zu Symptomfreiheit und kosmetischer Effekte an der Haut häufig durch Ersatz der fehlenden Hormone Östrogen und Gestagen behandelt. Diese Form der Therapie bezeichnet man auch heute noch als Hormonersatztherapie. Die Vorteile dieser Form der Behandlung bestanden auch in einem Zurückdrängen des Alterungsvorganges und der Osteoporose. Zu einem Einbruch in der großzügig gehandhabten Hormonbehandlung klimakterischer Frauen kam es dann in den Jahren 2002/2003. Die Ergebnisse der „Women Health Initiative“ (WHI) sowie der „Million Women Study“ zeigten deutliche Risiken der Hormonsubstitution- vor allem für die Langzeitbehandlung- auf. In den Studien wurde vor allem auf erhöhte Raten an Brustkrebs, aber auch an Herzinfarkte und Alzheimer Demenz hingewiesen.

    7. Notwendigkeit zur Hormonersatztherapie
    Eine medizinische Notwendigkeit zur Hormonersatzbehandlung mit Östrogenen ist zum Beispiel gegeben bei massiven klimakterischen Symptomen, einer vorzeitigen Unfähigkeit der Eierstöcke Hormone zu produzieren, einem vorzeitigem Klimakterium, einer früher erfolgten operativen Entfernung der Eierstöcke und schweren Veränderungen im Genitalbereich. Oberstes Behandlungsziel ist dabei eine an die jeweilige Patientin mit ihren subjektiven Symptomen angepasste Hormonsubstitution. Dabei soll eine möglichst niedrige Dosierung gemäß dem Grundsatz „soviel wie nötig, so wenig wie möglich“ angestrebt werden. Die Hormone können wahlweise in Tablettenform, als Pflaster, mittels Spritzen oder auch in Form von Scheidenzäpfchen eingenommen werden.

    8. Wann darf unter keine Hormonersatztherapie erfolgen?
    Liegen eine schwerwiegende Schädigung der Leber, Thrombosen oder Lungenembolien oder Krebserkrankungen der Brust oder Gebärmutter vor, darf auf keinen Fall eine Therapie mit Hormonen erfolgen. Bereits jetzt lässt sich aus den Diskussionen über das künftige Vorgehen der hormonellen Substitution während der Wechseljahre sagen, dass eine besonders kritische Abwägung der Möglichkeit einer Behandlung erforderlich ist. Es ist zu erwarten, dass sich in den nächsten Jahren die zurzeit bestehende Beunruhigung in der Therapie des klimakterischen Syndroms durch neue Ergebnisse abschwächen wird.

    9. Gibt es auch beim Mann Wechseljahre?
    Es wird vermutet, dass es auch beim Mann einen Zeitraum gibt, der den Wechseljahren der Frau ähnelt. Auch beim Mann kann es dann zu psychischen Veränderungen mit Neigung zu depressiver Verstimmung und Nachlassen der Leistungsfähigkeit kommen. Außerdem kommt es zu einer Abschwächung der Libido und der Potenz. Die spermatogene Aktivität des Hodens bleibt jedoch bis ins hohe Alter erhalten. Die Wechseljahre des Mannes werden mit einem Rückgang des Testosterons mit den oben beschriebenen Folgen erklärt. Dies kann durch eine einfache Bestimmung der Testosteron-Spiegel im Blut festgestellt werden. Die Therapie kann mittels Hormonersatz und psychologischer Begleitung erfolgen.

    10. Wo finden Betroffene Hilfe?
    Wer Informationsbroschüren, Adressen sowie deutschsprachige und internationale Literatur zum Thema Frauengesundheit und Gesundheitsförderung sucht, erhält jetzt einen übersichtlichen Wegweiser durch die zahlreichen Angebote im World Wide Web. Hier gibt die neue Datenbank www.bzga.de/frauengesundheit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine zuverlässige Orientierung.

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