Neurodermitis

Schuppenflechte bezeichnet man auch als Neurodermitis, atopische Dermatitis und endogenes Ekzem. Außerdem wird die Erkrankung auch als chronisch konstitutionelles Ekzem, Asthmaekzem und Prurigo Besnier bezeichnet. Die Symtome bei Neurodermitis und ihre Ursachen werden beschrieben, Behandlungsformen zur Linderung des Juckreizes werden nachfolgend behandelt.

Neurodermitis – 10 Fragen und 10 kurze Antworten

1. Was ist eigentlich eine Neurodermitis?
Die Neurodermitis ist eine Erkrankung der Haut, deren Symptome rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme auf der Haut sowie ein Juckreiz sind.

2. Ist Neurodermitis erblich oder ansteckend?
Neurodermitis ist eine Erkrankung, die selbst bei intensivstem Körperkontakt nicht übertragen werden kann. Auch wird die Krankheit an sich nicht vererbt, sehr wohl aber die Veranlagung, eine Neurodermitis zu entwickeln. Synonyme für Neurodermitis sind demnach atopisches oder endogenes Ekzem; atopisch meint dabei die Veranlagung zu Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und endogen die Entstehung von innen aus einer Veranlagung heraus. Meistens sind Verwandte ersten Grades (wie zum Beispiel Mutter oder Vater) eines Patienten mit Neurodermitis ebenfalls Atopiker und leiden unter Neurodermitis oder einer ihr verwandte Erkrankung, wie zum Beispiel Heuschnupfen oder Asthma.
In der Krankheitsentstehung spielen zusätzlich Störungen im Abwehrsystem des Körpers eine wichtige Rolle.

Zur weiteren Information: Wikipedia (freie Enzyklopädie): Ursachen für Neurodermitis

3. Wie äußert sich eine Neurodermitis?
Je nach Manifestationsalter der Patienten zeigt sich Neurodermitis auf unterschiedliche Art und Weise:

Säuglinge:
Meistens kommt es an Wangen und Kopf zu stark juckenden, mit Krusten bedeckten Hautveränderungen, dem so genannten Milchschorf. Durch Kratzen entstehen kleine Hautläsionen, in denen bestimmte Botenstoffe (so genannte Zytokine) gebildet werden, die wiederum zu Entzündungen führen. Schließlich können auch der Stamm und die Extremitäten betroffen sein. Aufgrund des quälenden Juckreizes sind die Kinder weinerlich und schlafen schlecht. Bei der Hälfte aller Betroffenen bildet sich die Erkrankung bis zum Erreichen des Kindergartenalters zurück.

Kindheit:
Hier kommt es nun zum so genannten Beugenekzem, das heißt Ellenbeugen, Handgelenke und Kniekehlen sind von der Entzündung betroffen; eventuell zusätzlich Nacken, Gesicht, Lidregion, Hand- und Fußrücken oder Fingerkuppen und Zehen.
Später kommt es dann zu einer Lichenifikation der Haut.

Jugendliche und Erwachsene:
In dieser Altersgruppe kommt es ebenfalls zu Beugenekzemen und zu einer Beteiligung der Stirn und Augenlider, des Nackens, des oberen Brustbereichs und des Schultergürtels. Meistens nimmt der Schweregrad der Erkrankung im Laufe des Lebens ab; selten tritt die Erkrankung erst im höheren Lebensalter auf.

4. Gibt es Einflussfaktoren?
Neben der vererbten Veranlagung und dem auf die Haut wirkenden Stress gibt es eine Reihe von Einflussfaktoren, die zu einem Krankheitsschub führen oder selbigen verstärken können:

  • Tierhaare
  • Bakterien, Viren, Pilze oder Hausstaubmilben
  • Pflanzen und Blütenpollen
  • Geringe Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel durch zu trockene Heizungsluft
  • Nahrungsmittel
  • Textilien mit einem hohen Wollanteil
  • Staubfänger wie zum Beispiel Teppichböden oder Vorhänge

Um herauszufinden, ob nun im individuellen Fall eine Verschlimmerung der Erkrankung durch eine oder mehre der obenstehenden Faktoren erfolgt, muss der Krankheitsverlauf bei gezieltem Kontakt mit den möglichen Auslösern beobachtet werden. Zusätzlich spielt die Psyche Betroffener im Krankheitsverlauf eine entscheidende Rolle: Persönliche Krisensituationen, wie Probleme am Arbeitsplatz oder in der Schule, Scheidung oder auch der Tod eines nahestehenden Menschen, können zu einer Verschlimmerung der Neurodermitis führen.

Zur weiteren Information: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.: Einflussfaktoren

5. Kann es zu Komplikationen kommen?
Da durch die dauerhafte oder in regelmäßigen Abständen wiederkehrende Entzündung der Haut die natürliche Schutzbarriere im Laufe der Zeit zerstört wird, können Krankheitserreger aufgrund der reduzierten Abwehrfähigkeit leichter eindringen. Vor allem Bakterien vermögen es schließlich, die Entzündungsvorgänge zu unterhalten und eine Abheilung zu verhindern. In einigen Fällen kann es in der Folge zu gelblichen krustösen Ekzemveränderungen kommen. Auch Infektionen viraler Genese, wie zum Beispiel eine Ansteckung mit den Erregern des Lippenherpes oder der Dellwarzen, können zu ausgedehnten Befunden führen. Zusätzlich können eine unsachgemäße Behandlung oder Kontakt mit Allergenen zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes führen.

Zur weiteren Information: Komplikationen der Neurodermitis (6.2.9)

6. Wie wird Neurodermatitis therapiert?
Bis zum heutigen Tage kann man lediglich die Symptome der Neurodermitis, nicht jedoch die Ursache behandeln. Das heißt, die Neurodermitis an sich ist nicht heilbar.

Folgendes ist bei der Therapie auf jeden Fall zu beachten:

  • Unterdrückung der Entzündungsvorgänge in der Haut
  • Linderung des Juckreizes
  • Fettung der Haut
  • Erhöhung der Hautfeuchtigkeit
  • Vermeidung von Faktoren, die zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes führen

Um Entzündungsvorgänge in der Haut zu unterdrücken, werden auch heute noch meist kortisonhaltige Präparate auf die Haut aufgetragen; alternativ können so genannte topische Immunsuppressiva verwendet werden. Im Anschluss an diese Behandlungsstufe wird dann der erreichte Hautzustand mit Hilfe pflegender Cremes und Salben weiter stabilisiert. Auch Gerbstoffe in Form von Bädern oder feuchten Umschlägen sollen helfen, die Schutzbarriere der Haut wiederherzustellen. Juckreiz wird am Besten dadurch vermindert, dass Kratzen verhindert wird. Dies erreicht man zum Beispiel dadurch, dass die an sich sehr trockene Haut angemessen gepflegt und gekühlt wird, ein Wärmestau durch zu warme Kleidung oder Bettwäsche verhindert wird und in der Nacht Baumwollhandschuhe getragen werden.

Zur weiteren Information:  Wikipedia (freie Enzyklopädie): Therapieansätze für Neurodermitis

7. Auf was sollte bei der Hautpflege geachtet werden?
Da die Erhöhung der Hautfeuchtigkeit den wichtigsten Pfeiler der Hautpflege darstellt, sollten Stoffe wie Urea oder Hyaluronsäure zur Pflege gewählt werden, die zu einer Erhöhung des Wasserbindungsvermögens führen, indem sie die Feuchtigkeit in der Hornschicht der Haut binden. Außerdem haben sich medizinische Ölbäder als hilfreich erwiesen, da sie eine gleichmäßige Fettung der Haut und eine Linderung des Juckreizes bewirken. Es sollte aber darauf geachtete werden, dass nicht länger als 15-20 Minuten bei höchstens 36 Grad Celsius gebadet wird. Sowohl Voll- und Teilbäder, als auch Duschen ist dabei möglich. Zur regelmäßigen Hautreinigung sollten lediglich geringe Mengen eines milden Syndets und lauwarmes Wasser verwendet werden, damit der Haut rückfettende Komponenten zugeführt werden und sie nicht zusätzlich ausgetrocknet wird. Nach dem Duschen sollte immer der gesamte Körper eingecremt werden.

Zur weiteren Information:  Das Grüne Kreuz: Hautpflege bei Neurodermitis

8. Welche weiteren Maßnahmen haben sich als hilfreich erwiesen?

Wird viel mit hautirritierenden Stoffen, wie zum Beispiel Reinigungs- und Putzmittel oder Wasser, gearbeitet, sollten Gummihandschuhe, darunter Baumwollhandschuhe, getragen werden. Wichtig ist, die Haut vor allem in den Fingerzwischenräumen sorgfältig einzucremen. Inzwischen gibt es auch silberhaltige Textilien, die es Bakterien und anderen Keimen erschweren sollen, in die Haut einzudringen und damit Entzündungen vorbeugen. Außerdem haben sich Aufenthalte in so genannten Reizklimata, wie zum Beispiel das Hochgebirge oder die Seeluft, als mildernd erwiesen. Bei Kleidung und Bettzeug ist darauf zu achten, dass sie gut luftdurchlässig und angenehm zu tragen sind. Meistens bevorzugen Patienten Baumwolle, Viskose, Seide oder Mikrofasern. Obwohl die Haut der meisten Neurodermitiker Sonnenbestrahlung überdurchschnittlich gut toleriert, sollte auf ausgedehnte Sonnenbäder verzichtet und auf die konsequente Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit hohem Lichtschutzfaktor geachtet werden.

9. Einige Tipps für Neurodermitiker in aller Kürze:

  • Regelmäßige Anwendung einer angemessenen Hautpflege
  • Verwendung von Hautpflegeprodukten, die gleichzeitig kühlen
  • Tragen atmungsaktiver Kleidung
  • Meiden unverträglicher Nahrungsmittel
  • Beachten von Klimabedingungen
  • Bei nachgewiesener Überempfindlichkeit Meiden von Haustieren
  • Stressabbau, zum Beispiel mittels autogenen Trainings oder progressiver Muskelrelaxation
  • Meiden klimatisierter oder überhitzter Räume
  • Weder Rauchen noch Passivrauchen
  • Ausgiebigen Wasserkontakt meiden

10. Anlaufstellen, Selbsthilfegruppen

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