Gleiches Recht für alle

(djd). Sechs Prozent der deutschen Haushalte produzieren bereits ihren eigenen Strom, das ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Besonders lukrativ ist dies, wenn der selbst erzeugte Strom nicht ins allgemeine Netz eingespeist, sondern im eigenen Gebäude genutzt wird. Bisher war diese Option Hausbesitzern vorbehalten. Jetzt können auch Mieter von dieser Möglichkeit profitieren.

Umgesetzt wird ein erstes entsprechendes Großprojekt vom Hamburger Ökostrom-Anbieter LichtBlick in Kooperation mit einer kommunalen Wohnbaugesellschaft und einem Photovoltaik-Anlagenbetreiber. Im „Gelben Viertel“ des Berliner Stadtteils Hellersdorf wurde dazu seit 2012 auf 50 Mietshäusern mit rund 3.000 Parteien die bundesweit größte Photovoltaikanlage auf Wohngebäuden installiert. Der hier produzierte Sonnenstrom wird mit Ökostrom zu einem preisgünstigen „ZuhauseStrom“-Tarif gebündelt. Die Haushalte können sich ab März 2014 mit dem Strom beliefern lassen.

Startschuss für bundesweite Vermarktung

Damit erfolgt der Startschuss für die bundesweite Vermarktung von dezentral erzeugtem Strom an Mieter. Die Energie stammt von einer Solaranlage auf dem Dach oder einem „ZuhauseKraftwerk“ im Keller. Das Angebot für Mietshäuser eignet sich für Immobilien ab einer Größe von sechs Parteien. Das neue Projekt bietet nach Ansicht von Heiko von Tschischwitz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von LichtBlick, vor allem zwei Vorteile: „Erstens zahlen die Mieter für die vor Ort erzeugte Energie einen geringeren Preis als für herkömmliche Stromtarife. Zweitens wird die Allgemeinheit finanziell entlastet, weil der lokal verbrauchte Strom nicht mehr ins Netz eingespeist wird.“

Energiewende wird bezahlbarer

Ein solches Projekt, so von Tschischwitz, könne zu einem entscheidenden Treiber für den Ausbau der erneuerbaren Energien werden: „Mehr Verbraucher profitieren, die EEG-Kosten sinken, die Energiewende wird bezahlbarer.“ Allein mit dem Stromverkauf im „Gelben Viertel“ könne das EEG-Konto um bis zu 200.000 Euro im Jahr entlastet werden.

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