Gesundheitswesen ist 10. Fachbereich der Hochschule Niederrhein

Krefeld, 12. Juli. Die Hochschule Niederrhein wächst weiter. Zum Wintersemester 2010 wird es einen neuen Fachbereich geben. Das Fach Gesundheitswesen, bislang mit den Wirtschaftsingenieuren im Fachbereich 09 integriert, wird eigenständig und schärft sein Profil als zehnter Fachbereich der Hochschule Niederrhein. Zum Wintersemester 2011 soll es dann auch einen neuen Studiengang geben.

Das Gesundheitswesen ist eine Wachstumsbranche bundesweit und ganz besonders in der Region. Laut einer Aufstellung der IHK ist das Gesundheits- und Sozialwesen mit 45.000 Beschäftigten und einem Anteil von 12,3 Prozent aller Beschäftigten die nach Beschäftigtenzahlen größte Branche am Niederrhein. Rechnet man die Gesundheitswirtschaft mit Apotheken und medizinischem Großhandel dazu, arbeiten insgesamt 60.000 Menschen am mittleren Niederrhein in diesem Sektor; das ist jeder sechste Beschäftigte (16,1 Prozent). „Mit der Gründung des Fachbereichs Gesundheitswesen zeigen wir, dass wir als Hochschule Niederrhein eng an den Bedürfnissen der Unternehmen in der Region ausbilden“, sagt Professor Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein.

Deutschlandweit arbeiten 11,5 Prozent aller Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft, die mit einem Jahresumsatz von 260 Milliarden Euro zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Republik gehört. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2030 über 20 Prozent der Erwerbstätigen im Gesundheitsbereich beschäftigt sein werden. „Die Gesundheitswirtschaft ist in unserer Region eine Branche mit stetigem Wachstum“, bestätigt Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. „Alle beteiligten Unternehmen investieren in den Ausbau und benötigen dringend Fachkräfte, um sich weiter entwickeln zu können. Deshalb ist es wichtig, wenn qualifizierte Mitarbeiter hier am Niederrhein ausgebildet werden können, um dann in der Region zu bleiben, um für eine gute Gesundheitsversorgung zu sorgen und um unseren Wirtschaftsstandort zu stärken.“

Mit dem Aufbau des neuen Fachbereichs an der Hochschule Niederrhein trägt die Hochschule dem Rechnung. Konkret ist mit der Fachbereichsgründung eine personelle Aufstockung verbunden. Bis ins Jahr 2012 sollen zu den bislang acht Professorenstellen sechs weitere dazukommen. Zu zwei Professorenstellen läuft derzeit die Bewerbungsrunde, sie sollen bereits Ende 2010 an die Hochschule kommen. Auch räumlich wird der Fachbereich wachsen: Ab Ende 2012, so die Planung, zieht der Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen in den Neubau auf dem Erweiterungsgelände auf dem Campus Krefeld-Süd; der Fachbereich Gesundheitswesen hat das H-Gebäude neben der Bibliothek auf dem Campus Krefeld-Süd dann für sich.

Die finanziellen Mittel für die Gründung des zehnten Fachbereichs stammen aus dem Hochschulpakt 2020 II, der zwischen der nordrhein-westfälischen Landesregierung und den NRW-Hochschulen vereinbart worden ist. Darin sichert die Hochschule Niederrhein zu, mehr Studienanfänger in den kommenden Jahren aufzunehmen. Weil sich der Studiengang Health Care Management im Fachbereich Gesundheitswesen seit Jahren immer größerer Beliebtheit erfreute, beschloss das Präsidium der Hochschule, einen eigenen Fachbereich für das Gesundheitswesen zu gründen.

„Wir kommen damit der steigenden Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt nach unseren Absolventen entgegen“, sagt Professor Dr. Saskia Drösler, Vizepräsidentin für Planung und Entwicklung an der Hochschule Niederrhein. Drösler, die als Anästhesistin an den Unikliniken Bonn und Düsseldorf gearbeitet hat und seit 1999 an der Hochschule Niederrhein lehrt, hat das Gesundheitswesen in Krefeld von der ersten Stunde aufgebaut. 1998 startete hier der Diplom-Studiengang Gesundheitswesen und technische Medizinwirtschaft. Seit der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge kann man an der Reinarzstraße den Bachelor of Science in Health Care Management absolvieren oder den gleichnamigen Master.

Derzeit sind rund 500 Studierende in den Studiengängen des Fachbereichs eingetragen. Zum Wintersemester haben sich bislang 350 junge Menschen (Stand: 12. Juli) für den Vollzeitstudiengang beworben, 80 Plätze stehen zur Verfügung. „Besonders attraktiv für Menschen, die in der Gesundheitsbranche arbeiten, ist unser Teilzeitstudiengang Health Care Management“, sagt Gründungsdekan Professor Dr. Benno Neukirch; hierfür gibt es derzeit 80 Bewerber. Ebenfalls angeboten wird ein dualer Studiengang in Zusammenarbeit mit der IHK, bei der Studium und eine Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen integriert werden.

Angewandte Forschung wird am Fachbereich ebenfalls großgeschrieben. „Routinedaten im Gesundheitswesen“ ist ein Forschungsbereich im Fachbereich Gesundheitswesen, der von den Professoren Saskia Drösler, Benno Neukirch und Maria Weyermann weiterentwickelt werden soll. Die hohe Qualität der medizinischen Versorgung in unserem Land kann nur aufrechterhalten werden, wenn die Kosten überschaubar bleiben – zu diesem wichtigen Thema trägt die Forschung im Fachbereich Gesundheitswesen an der Hochschule bei.

Weitere Informationen erteilt Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein: Tel.: 02151 822 3610; Email: christian.sonntag@hs-niederrhein.de
(idw, 07/2010)

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