Gesundheitsversorgung in Deutschland

Die Mittel, die für die Gesundheitsversorgung in Deutschland zur Verfügung stehen, sind begrenzt. Die Menschen werden immer älter, es entstehen zunehmend hohe Kosten für neue Arzneimittel und medizinische Verfahren: Bereits heute werden im Gesundheitswesen vielerorts medizinische Leistungen vorenthalten – allerdings findet diese Rationierung verdeckt und ohne klare Kriterien statt. Um die Problematik der Rationierung und ihrer Ausgestaltung dreht sich die gemeinsame Tagung der Leibniz Universität Hannover und der Medizinischen Hochschule Hannover am Freitag, 27. Januar 2012, ab 10 Uhr im Leibnizhaus. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen werfen ein Schlaglicht auf Tabuthemen innerhalb der Rationierung und greifen unvermeidbare Fragestellungen innerhalb der Debatte auf: Ist Rationierung unvermeidbar? Welchen Beitrag zur Lösung können Mediziner, Ökonomen, Juristen, Ethiker und Theologen liefern? Welche Mindestanforderungen sollten an Rationierungsentscheidungen gestellt werden? Die Tagung mündet in einer Podiumsdiskussion mit einem Vertreter einer großen gesetzlichen Krankenkasse, einem auf Bundesebene agierenden Politiker und Gesundheitspolitischen Sprecher und einer Ethik-Professorin.

Wann? Freitag, 27. Januar 2012, 10 bis 17 Uhr

Wo? Leibnizhaus Hannover, Holzmarkt 4 – 6, 30159 Hannover

Web

Programmübersicht

Begrüßung

Prof. Dr. med. Dieter Bitter-Suermann, Präsident für Lehre und Forschung der Medizinischen Hochschule Hannover
Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover

Block 1

Impulsreferat
Prof. Dr. J.-Matthias Graf von der Schulenburg, Leibniz Universität Hannover, Forschungsstelle für Gesundheitsökonomie

Budgetierte Medizin – können Ärzte Rationierungsentscheidungen vermeiden?
Prof. Dr. Benno Ure, Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Kinderchirurgie

„Ethische Rationierung“ – kann die Ökonomie hierzu einen Beitrag leisten?
Dr. Anne Prenzler, Leibniz Universität Hannover, Forschungsstelle für Gesundheitsökonomie

Moderation: Prof. Dr. Norbert Klusen

Block 2

Rechtliche Kriterien der Rationierung im Gesundheitswesen – welchen Gestaltungsspielraum hat der Gesetzgeber?
Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf, Leibniz Universität Hannover, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insb. Sozialrecht, Öff. Wirtschaftsrecht & Verwaltungswissenschaft

Rationierung im Gesundheitswesen – was sind die philosophisch-ethischen Zugänge?
Prof. Dr. Dietmar Hübner, Leibniz Universität Hannover, Institut für Philosophie

Eine christliche Perspektive – wie kann/soll der Dialog zwischen Rationierung & Ethik funktionieren?
Hans-Martin Heinemann, Stadtsuperintendent, Evangelisch-lutherischer Stadtkirchenverband Hannover

Moderation: Prof. Dr. Christiane Woopen

Block 3

Das Selbstverständnis der Krankenkassen – wo ist die Grenze zwischen Solidarität und Individualität?
Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender, AOK Niedersachsen

Der Sicherstellungsauftrag der KVen – wo sind die Grenzen der Zumutbarkeit?
Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen

Die Patientenversorgung in Zeiten von Budgetierung und Fallpauschalen – wie ist hier „ethisches Managen“ möglich?
Dr. Andreas Tecklenburg, Vizepräsident und Klinikmanager, Medizinische Hochschule Hannover

„Erstatten oder nicht erstatten“– welche Kriterien sind entscheidend?
Dr. Rainer Hess, Unparteiischer Vorsitzender,
Gemeinsamer Bundesausschuss

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Greiner

Block 4

Podiumsdiskussion mit Referenten & Gästen

Prof. Dr. Norbert Klusen, Vorstandsvorsitzender, Techniker Krankenkasse
Jens Spahn, Gesundheitspolitischer Sprecher, CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Prof. Dr. Christiane Woopen, Universität zu Köln, Forschungsstelle Ethik, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats

Moderation: Prof. Dr. J.-Matthias Graf von der Schulenburg, Prof. Dr. Benno Ure

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Anne Prenzler, Forschungsstelle für Gesundheitsökonomie an der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 19141 oder per E-Mail unter ap@ivbl.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

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