Gesundheitsklimastudie der Universität Mannheim geht in die zweite Runde

Ein großes Problem gesunder Ernährung liegt in der Umsetzung im Alltag. Der Vorsatz „Ab heute ernähre ich mich gesünder“ ist leicht gefasst. Die Schwierigkeiten fangen jedoch an, wenn wir uns auch im Alltag an solche Vorsätze halten sollen – besonders am Arbeitsplatz: Keine Zeit, fehlende Möglichkeiten oder frustrierende Arbeitsbedingungen – all das kann einen Einfluss auf unser Ernährungsverhalten haben. Arbeits- und Organisationspsychologen der Universität Mannheim beschäftigen sich in einer groß angelegten Studie mit dem Zusammenhang zwischen den Erlebnissen am Arbeitsplatz und gesunder Ernährung sowie gesundheitsbewusstem Verhalten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ergebnisse aus dem ersten Teil der Studie zeigen: Gesundheitsklima in Unternehmen noch ausbaufähig

Bereits vor einigen Monaten haben die Forscher um Professor Dr. Sabine Sonnentag und Dr. Alexander Pundt vom Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Mannheim insgesamt über 600 Mitarbeiter aus 16 verschiedenen Organisationen befragt. „Die Auswertungen laufen derzeit auf Hochtouren. Wir freuen uns sehr über das große Interesse seitens der Organisationen und werden in den nächsten Wochen mit den Rückmeldungen an die Organisationen und die einzelnen Teilnehmer beginnen“, sagt die Professorin Sabine Sonnentag.

Erste Auswertungen der bisher gesammelten Daten zeigen: Die Mitarbeiter bemerken durchaus, dass ihre Gesundheit der Unternehmensleitung wichtig ist. Auf die Frage, ob die Führungsebene Gesundheitsaspekte als wichtig ansieht, fand sich insgesamt die stärkste Zustimmung seitens der befragten Mitarbeiter. Auch sind die Themen „gesunde Ernährung“ und „Sport“ in den Unternehmen durchaus präsent. Viele Mitarbeiter bejahten die Fragen danach, ob im Unternehmen über gesunde Ernährung und Sport geredet wird. Etwas weniger Zustimmung fanden die Fragen nach konkreten Praktiken, die in Unternehmen angeboten werden, um die gesunde Ernährung und die körperliche Aktivität der Mitarbeiter zu fördern. Insgesamt zeigt das Gesundheitsklima in den teilnehmenden Unternehmen nur Werte im mittleren Bereich. Zwischen den Unternehmen finden sich hier jedoch große Unterschiede.

Neue Tagebuchstudie untersucht Zusammenhang zwischen Arbeitsalltag und gesunder Ernährung

Mit ihrer neuen Studie wollen die Forscher den Arbeitsalltag der Mitarbeiter genauer unter die Lupe nehmen. „Kein Tag gleicht dem anderen, und so kommt es vor, dass uns die Arbeit an einem Tag auf den Magen schlägt und wir gar keinen Appetit haben, während wir an einem anderen Tag immerzu essen könnten und ein ständiges Verlangen nach Snacks zwischendurch haben“, sagt Dr. Alexander Pundt. Wie solche Schwankungen zustande kommen und welche Rolle die Erlebnisse im Verlauf eines Arbeitstags dabei spielen – diese Fragen wollen die Mannheimer Arbeitspsychologen mit ihrer aktuellen Studie klären.

Dazu führen die Forscher eine Tagebuchstudie durch. Bei dieser innovativen Methode werden die Teilnehmer über zwei Wochen hinweg täglich nach ihren Erlebnissen bei der Arbeit und ihrem Ernährungsverhalten befragt. „Auf diese Weise erhoffen wir uns Aufschluss über die täglichen Kleinigkeiten, die eine gesunde Ernährung im Arbeitsalltag erschweren oder unterstützen“, erklärt Professorin Sabine Sonnentag.

Wie schon bei der ersten Studie, streben die Forscher auch diesmal eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen an. „Wir bieten allen Unternehmen, in denen sich genügend Teilnehmer finden, eine unternehmensspezifische Auswertung an. Das dürfte vor allem für Unternehmen interessant sein, die sich verstärkt um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern wollen“, sagt Dr. Alexander Pundt.

Personalabteilungen, Betriebsräte oder Gesundheitsmanager, die an einer solchen Zusammenarbeit interessiert sind, können sich an unten stehenden Kontakt wenden. Einzelne Mitarbeiter, die an der Studie teilnehmen möchten, können sich unter dafür anmelden. Alle Teilnehmer erhalten am Ende der Studie eine digitale Broschüre über die Ergebnisse der Studie.

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