Gesundheitsförderung in Europa – International Summer School an der Hochschule Esslingen

Die sozialen Faktoren und Unterschiede haben den bedeutendsten Einfluss auf die Gesundheit und die gesundheitliche Chancengleichheit. Die Gesundheit der Menschen unterscheidet sich nach der sozialen Schicht, aber auch nach Faktoren wie Alter, Geschlecht, ethnischem Hintergrund und Kultur, Wohngebiet etc. Ziel unserer internationalen Summer School ist es, die Vielfalt der gesundheitlichen Ungleichheiten zu erkennen und Lösungen zu finden, wie durch Strategien der gesundheitlichen Chancengleichheit nicht nur die Gesundheit von benachteiligten Gruppen, sondern der ganzen Bevölkerung verbessert werden kann“, sagt Prof. Lotte Kaba-Schönstein, von der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege und Mitorganisatorin der Summer School. „Sozial bedingte Ungleichheiten der Gesundheit sind ein weltweites Problem. Dies gilt nicht nur für sogenannte „Entwicklungsländer“, sondern lässt sich auch in Europa – und auch in Deutschland – feststellen. So beträgt die Lebenserwartung von Männern in Glasgow, Schottland, in einem benachteiligten Stadtteil 54 Jahre und in einem wohlhabenden Stadtteil 82 Jahre.“

Deshalb ist das Thema der diesjährigen International Summer School, der gesundheitlichen Ungleichheit in der Gesundheitsförderung in Europa entgegenzuwirken, aber auch die positiven gesundheitlichen Aspekte der Vielfalt zu fördern. Vom 11. bis 17. Juli treffen sich 42 Studierende und Hochschullehrende aus den Partnerhochschulen Polen, den Niederlanden, der Türkei und Spanien an der Hochschule Esslingen, um das Problembewusstsein zu schärfen. Für Petra de Jong, Studentin der Sozialen Arbeit an der Hochschule Esslingen, ist der kulturelle Austausch spannend. „Mir macht es sehr viel Spaß, mit anderen Nationen zusammen zu kommen, denn für meine zukünftige Arbeit ist dies sehr wichtig.“ Dies betonte auch Kulturbürgermeister Dr. Markus Raab bei einem Empfang der Teilnehmer im Rathaus der Stadt Esslingen. „In Esslingen haben 40 Prozent der Bevölkerung einen Zuwanderungshintergrund. Die unterschiedlichen Aspekte in der Gesundheitsförderung sind daher sehr wichtig – und nicht nur beim medizinischen Ansatz sondern auch bei der Sozialen Arbeit und Pflege“, so Raab.

In der Summer School werden neben Projekten und Strategien zur Chancengleichheit im Bereich der Migration auch „gendersensible“-Projekte und Initiativen vorgestellt. Zum Beispiel der Gesundheitsladen in Stuttgart, der verschiedene Konzepte für Mädchen und Jungen erarbeitet, da diese in wichtigen Bereichen unterschiedliche Probleme und Bedürfnisse haben. Weitere Themen sind Konzepte der Gesundheitsförderung für und mit alten Menschen. „In Polen werden alte Menschen zu Hause gepflegt. In Deutschland gehen alte Menschen ins Altersheim. In Spanien ist es das Drogenproblem, das die Sozialarbeit beschäftigt, in Polen ist es der Alkohol – trotzdem gibt es hier wie dort ähnliche Probleme“, sagt Prof. Jan Domoradzki PhD von der Universität Poznan, Polen. „Deutschland ist jedoch schon viel weiter, wenn es darum geht geschlechtsspezifische Programme aufzustellen. So lernen wir in dieser Summer School voneinander.“ Ganz nebenbei werden Netzwerke in alle Länder geknüpft.

Vor allem die Esslinger Studierenden und Professoren werden bei einem Workshop sicherlich ganz aufmerksam zuhören: „Lasst uns eine für alle „gehbare“ Stadt schaffen“, lautet das Thema eines Workshops der spanischen Professorin Berta Paz Lourido von der Universität der Balearen. Vielleicht finden sich hier Studierende und Lehrende der Hochschule Esslingen, die daraus neue Ideen für die Stadt Esslingen erarbeiten.

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