Gesundheit: Französische Forscher haben einen neuen therapeutischen Ansatz gegen AIDS entdeckt

Zwischen vier und achtzehn Tagen nach der Infektion verabreichten die Forscher den Affen fünf Injektionen mit dem Q-VD-OPH. Dieses Peptid inhibiert Moleküle, die eine Messenger-Rolle bei der Apoptose – dem programmierten Zelltod – spielen. Indem sie verhinderten, dass die Selbstzerstörungsnachricht die Zelle erreicht, konnten die Forscher den Rückgang der LT4-Populationen – eine Gruppe von weißen Blutzellen zur Immunabwehr – verhindern. Bei den Affen konnte somit ohne eine weitere Behandlung die Infektion reguliert werden. Nach vierjähriger Behandlung war kein Primat an AIDS erkrankt.

Darüber hinaus haben die Forscher eine Verringerung des Virusreservoirs beobachtet. Dieses Ergebnis ist sehr vielversprechend, da die aktuellen Behandlungen nur die Replikationsmechanismen des Virus beeinflussen, um es im Blut nicht mehr nachweisbar zu machen, seine Anwesenheit in den lymphatischen Organen jedoch nicht reduzieren können.

Die Forscher wollen jetzt herausfinden, ob das Molekül Q-VD-OPH die LT4-Zellen retten kann, auch wenn es erst zu einem späteren Zeitpunkt nach der Infektion verabreicht wird.

Originalpublikation: Laforge, M., Silvestre, R., Rodrigues, V., Garibal, J., Campillo-Gimenez, L., Mouhamad, S., … & Cordeiro-da-Silva, A. (2018). The anti-caspase inhibitor Q-VD-OPH prevents AIDS disease progression in SIV-infected rhesus macaques. The Journal of clinical investigation, 128(4). – https://www.jci.org/articles/view/95127

Quelle: « Une nouvelle piste thérapeutique contre le sida », Artikel aus Le Monde, 29.04.2018 – http://abonnes.lemonde.fr/sciences/article/2018/04/29/une-nouvelle-piste-therapeutique-contre-le-sida_5292257_1650684.html

Redakteurin: Laura Voisin, laura.voisin@diplomatie.gouv.frwww.wissenschaft-frankreich.de

Scroll to Top