Gesunde Tiere – sichere Lebensmittel

(djd). Die Verabreichung von Antibiotika in der Tierhaltung ist per Gesetz klar geregelt. Sie dürfen – nicht anders als beim Menschen – nur zur Behandlung akuter Erkrankungen eingesetzt werden. Doch die aktuelle Diskussion zeigt: Es mangelt an Transparenz, wenn es um den Antibiotikaeinsatz in der Praxis geht. Landwirte, Tierärzte und die Fleischwirtschaft nehmen das Thema ernst und haben im QS-System ein durchgängiges Antibiotikamonitoring eingeführt, das für belastbare Daten sorgt. Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH, erläutert das Verfahren.

Herr Dr. Nienhoff, warum werden im Stall überhaupt Antibiotika eingesetzt?

Wenn Tiere krank sind, müssen sie behandelt werden. Antibiotika sind dabei eine wichtige Maßnahme, doch sie müssen verantwortungsvoll angewendet werden. Wenn sie zu viel oder zu häufig zum Einsatz kommen, kann das dazu führen, dass sich resistente Keime bilden.

Wie funktioniert das Antibiotikamonitoring konkret?

Im QS-System werden künftig alle Antibiotikaverschreibungen in einer zentralen Datenbank erfasst und ausgewertet. Jeder Tierarzt, der einem Tier oder einer Tiergruppe eines QS-Systempartners Antibiotika verschreibt, muss detaillierte Informationen dazu in die Datenbank eingeben. Wir erhalten dadurch einen Überblick, wie Antibiotika eingesetzt werden. Das ist wichtig, um beurteilen zu können, ob ein Betrieb in Sachen Medikamenteneinsatz Beratung benötigt.

Und woran erkennt der Verbraucher sicheres Fleisch?

Wo ein Schnitzel herkommt, kann man mit dem bloßen Auge nicht beurteilen. Das QS-Prüfzeichen gibt hier Orientierung. Es kennzeichnet nur solche Produkte, bei denen die gesamte Produktionskette von QS kontrolliert wurde – vom Landwirt bis zur Ladentheke im Supermarkt. Das Antibiotikamonitoring ist ein Teil dieser Kontrollen.

Weitere Informationen über frische Lebensmittel mit dem blauen QS-Prüfzeichen gibt es auf QS-live.de, der Webseite der EU-geförderten Informationskampagne „QS live – Initiative Qualitätssicherung“.

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