Gesunde Gartenlust für alle

(djd). Was die stolzen Besitzer eines Schrebergartens längst ahnten, hat eine holländische Studie im vergangenen Jahr bestätigt: Gärtnern hält gesund und stärkt das Wohlbefinden. Die Wissenschaftler befragten Besitzer von Kleingärten sowie ihre Nachbarn ohne eigenen Garten. Vor allem in der Saison legten die Menschen mit Garten einen zusätzlichen Tag mit körperlicher Aktivität pro Woche ein. Insbesondere die Gartenbesitzer ab 60 empfanden sich selbst als gesünder, zudem waren ihr allgemeines Stressniveau und die Zahl der nötigen Arztbesuche messbar niedriger. Bereits 20 Minuten Gartenarbeit können demnach die Anzahl von Stresshormonen drastisch senken. Die Studie eines Kardiologenteams aus Japan ergab zudem, dass Gartenarbeit nachweislich die Herzfunktion verbessern und langfristig vor Herzinfarkten schützen kann.

Die neue Lust am Säen und Ernten

Gerade Deutschland ist als Land der Laubenpieper bekannt: Bundesweit werden mehr als eine Million Schrebergärten beackert, das Durchschnittsalter der Besitzer liegt bei etwa 60 Jahren. Inzwischen entdecken aber auch immer mehr jüngere Leute die Lust am Säen und Ernten – und zwar auf unkonventionelle Weise.
„Guerilla-Gärtner“ pflanzen nachts heimlich Blumen oder werfen beim Fahrradfahren „Samenbomben“ auf brachliegende Flächen in Großstädten. Allzu bekannt ist den Bundesbürgern das neue Phänomen noch nicht: Einer TNS-Umfrage im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen zufolge konnten 81 Prozent mit dem Begriff „Guerilla Gardening“ nichts anfangen, nur neun Prozent wussten, dass es sich dabei um das Bepflanzen öffentlicher Plätze handelt.

Kommunen dulden Aktivitäten

Mittlerweile ist die eigentlich illegale Form der Gärtnerei vielen Stadtverwaltungen, denen das Geld für die Pflege kommunaler Flächen fehlt, sogar willkommen und wird gern geduldet. In manchen Großstädten ist „Guerilla Gardening“ fast schon zu einer sozialen Bewegung geworden. Gleichgesinnte suchen sich ein Stück Brachland, auf dem sie gemeinsam gärtnern, die Flächen werden ihnen von den Kommunen häufig für eine bestimmte Zeit verpachtet.

Scroll to Top