Gesamtes Spektrum für Kindermedizin an einem Ort

Alle Patienten kommen durch eine Tür – dieses Ziel wird Anfang 2018 am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg erreicht. Dann zieht die Kinderchirurgie, zurzeit noch in der Chirurgischen Klinik untergebracht, in die Kinderklinik um. Die Kinderneurochirurgen können spezielle Eingriffe auch im Zentral-OP der Kinder-, Frauen- und Hautklinik operieren. Die Kapazitäten der Kinderkardiologie werden erweitert. Möglich macht dies eine Aufstockung des Funktionsbaus des Gebäudekomplexes INF 430 sowie eine Aufrüstung der OP-Säle. Die Dietmar Hopp Stiftung finanziert das gesamte Vorhaben mit 12 Millionen Euro für Baukosten und Erstausstattung. Der Rohbau ist jetzt fertig gestellt, Anfang 2018 werden dort die ersten Patienten behandelt.

Das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hei-delberg gehört deutschlandweit zu den führenden Einrichtungen seiner Art. Es verzeichnet gegen den Bundestrend seit seinem Neubezug im Jahr 2008 eine Leistungssteigerung in der Patientenbetreuung von mehr als zehn Prozent, in bestimmten Bereichen noch deutlich mehr. „Dies machte eine Erweiterung der Klinik dringend notwendig“, erklärte Prof. Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg bei einem Presserundgang durch den Rohbau der neuen Räume am 23. Mai 2017. „Dank der großzügigen Förderung durch die Dietmar Hopp Stiftung entsteht hier ein integriertes Zentrum für konservative und operative Medizin unter einem Dach. Dafür danken wir Dietmar Hopp und der Stiftung ganz herzlich.“

„Wir freuen uns über den Baufortschritt in Richtung Inbetriebnahme der neuen Räume. Gerade für junge Patienten wie auch für ihre Eltern sind kurze Wege und die Bündelung von Fachkompetenz an einem Ort wichtig. Dies haben wir bereits 2013 bei einem anderen durch die Dietmar Hopp Stiftung geförderten Projekt zeigen können, nämlich bei der Verlegung der Kinderherzchirurgie in die Kinderklinik“, so Katrin Tönshoff, Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung.

Prof. Dr. Georg F. Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, dankte im Namen der Mitarbeiter, der Patienten und deren Familien: „Von der Notfallversorgung über ambu-lante Sprechstunden bis hin zur stationären Versorgung und hochkomple-xen Operationen: Wir können zukünftig allen Kindern und ihren Familien eine Medizin der kurzen Wege anbieten sowie unser Behandlungsspektrum erweitern.“ So erfahren Kinder mit komplexen angeborenen Fehlbildungen neue, richtungsweisende Perspektiven der interdisziplinären Betreuung: Alle erforderlichen Strukturen von der Pränataldiagnostik über die neonatologische Erstversorgung, die operative Therapie und die folgende intensiv-medizinische Betreuung sind auf kurzen Wegen miteinander verbunden, die Abläufe eng verzahnt.

Die Aufstockung bedingt Raumtausch: Kinderheilkunde I und II ziehen in Erweiterungsbau und überlassen ihre bisherigen Räume der Kinderchirurgie

Die Kliniken für Kinderheilkunde I (Allg. Pädiatrie, Neuropädiatrie, Stoffwechsel, Gastroenterologie, Nephrologie, Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Georg F. Hoffmann) und Kinderheilkunde II (Pädiatrische Kardiologie, Angeborene Herzfehler, Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Matthias Gorenflo) werden den Erweiterungsbau beziehen.

PD Dr. Patrick Günther, Chefarzt der Kinderchirurgie, bezieht mit seinem Team die ehemalige Station von Prof. Hoffmann, die renoviert wird. Sie umfasst 18 Betten. Bislang ist die Kinderchirurgie in der Chirurgischen Klinik (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Markus W. Büchler) untergebracht. Besonders Kinder, die eine Operation benötigen, profitieren von kurzen Wegen. Die Kinderherzchirurgie ist deshalb bereits seit 2013 in die Kinderklinik integriert, auch dank einer Spende der Dietmar Hopp Stiftung.

PD Dr. Heidi Bächli, Oberärztin und Sektionsleiterin der Pädiatrischen Neurochirurgie (Kopfklinik, Neurochirurgische Klinik, Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Andreas Unterberg) operiert auch im Zentral-OP der Kinder-, Frauen- und Hautklinik und kann dort Intermediate Care-Betten als Verbindungsglied zwischen Intensiv- und Normalstation nutzen. Gerade im neuropädiatrischen Bereich nahm die Patientenzahl in den letzten Jahren deutlich um bis zu 40 Prozent zu. Die OP-Säle wurden speziell für neuropädiatrische Patienten ausgerüstet.

Durch die Aufstockung mit 1.000 Quadratmetern zusätzlicher Nutzfläche und den Umzug der Stationen erhöht sich die Anzahl der Betten im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin um 42 von 168 auf insgesamt 210 Betten. Davon sind 48 Intermediate-Care-Betten (vorher 42). In der Normalpflege stehen 36 zusätzliche Betten zur Verfügung (vorher 126). Die Patienten sind in 1- und 2-Bettzimmern untergebracht. Hinzu kommen neue Dienst- und Behandlungszimmer, Spiel- sowie Unterrichtsräume für schulpflichtige Kinder, deren Gesundheitszustand dies zulässt, sowie ein Elternbereich.

Über die Dietmar Hopp Stiftung

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung ge-meinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht überwiegend aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, rund 550 Millionen Euro ausgeschüttet. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Auf Antrag fördert die Stiftung Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Jugendsport, Medizin, Soziales und Bildung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Förderrichtlinien können auf der Website eingesehen und entsprechende Anträge an die Geschäftsstelle in St. Leon-Rot gerichtet werden. Darüber hinaus setzt die Dietmar Hopp Stiftung ihre satzungsgemäßen Zwecke durch eigene Förderaktionen um. Die bisher größte Aktion will unter dem Titel „alla hopp!“ alle Generationen für mehr Bewegung begeistern. Daher spendet die Stiftung Bewegungs- und Begegnungsanlagen an 19 Kommunen der Region im Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.

Dietmar Hopp Stiftung
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Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa.

Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:

Julia Bird
Stellvertretende Pressesprecherin des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-7170
Fax: 06221 56-4544
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