GenerationenHochschule: Harzer Chefarzt beleuchtet Volkserkrankung Arteriosklerose

Am Dienstag, dem 10. März 2015, lockte die aktuelle Vorlesung der GenerationenHochschule weit über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Wernigeröder Campus. Vor den voll besetzten Reihen des AudiMax der Hochschule Harz sprach Dr. med. Tom Schilling, Ärztlicher Direktor für die Kliniken in Wernigerode und Blankenburg des Harzklinikums Dorothea Christiane Erxleben, über das Thema „Wenn die ‚Lebensadern‘ streiken – Volkserkrankung Arteriosklerose“. Trotz ernster Hintergründe gelang es dem Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin, die Ursachen, Symptome sowie Wege der Diagnostik und Therapie charmant, humorvoll und unterhaltsam zu präsentieren.

„Im Rahmen unserer 2007 eröffneten GenerationenHochschule sind bestimmte Themen besonders stark nachgefragt; dies gilt insbesondere für Beiträge aus der Medizin. Entsprechend groß war die Reaktion auf die Ankündigung unseres heutigen Vortrags“, betonte Prof. Dr. Armin Willingmann bei seiner Begrüßung. Gleichzeitig freute sich der Rektor mit Dr. med. Tom Schilling einen ebenso regional verankerten wie überregional anerkannten Experten begrüßen zu dürfen, der sein Studium der Humanmedizin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg absolviert hat: „Ein schönes Zeichen der vielfältigen Kooperation mit dem Harz-Klinikum, die wir gerne ausbauen“.

„Die Verengung der Arterien durch Ablagerungen ist eine wesentliche Todesursache“, betonte der Chefarzt gleich zu Beginn seiner Vorlesung. Durch verschiedene Faktoren wie Nikotin, Stoffwechselstörungen, Diabetes oder eine genetische Prädisposition steige das Risiko, dass sich die gefährlichen Ablagerungen in den Blutgefäßen bilden. „Aber auch die Psyche spielt eine große Rolle“, so der Mediziner. Psychischer Stress in Beruf und Familie bewirke Bluthochdruck, erhöhe Entzündungswerte und „gestresste“ Gefäße. Außerdem seien persönliche Charaktereigenschaften relevant, da sich die Stimmung auf die Stresshormone auswirke. „Dabei scheinen Frauen ein gelasseneres Gemüt zu haben“, verriet der Leiter des interdisziplinären Gefäßzentrums Wernigerode. Zudem riet er zur richtigen Ernährung und ausreichender Bewegung, denn „der ausdauersporttreibende Fettleibige ist besser dran, als der normalgewichtige Sesselhocker“.

Tom Schilling nutze seinen Vortrag, um die Auswirkungen von Arteriosklerose auf die Herzkranzgefäße, hirnversorgenden Gefäße und organversorgenden Stammgefäße zu erläutern und setzte den Schwerpunkt auf die PAVK, die peripher arteriellen Verschlusskrankheiten. Diese entstehen aufgrund von Durchblutungsstörungen in den Beinen und sind allgemein als „Schaufensterkrankheit“ oder „Raucherbein“ bekannt. Anhand anschaulicher Diagnosebilder erklärte der Facharzt für Innere Medizin und Angiologie verschiedene Gefäßverengungen, stellte Präventionsmaßnahmen vor und erläuterte, wie bereits entstandene Verkalkungen geöffnet werden können, um den Blutfluss wieder zu ermöglichen. Dazu präsentierte er detailliert die invasiven und medikamentösen Therapieformen, betonte jedoch, dass zuerst stets eine ausreichende Bewegungstherapie und die Behandlung der Risikofaktoren erfolgen sollten.

Die nächste Vorlesung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 14. April 2015, von 17 bis 19 Uhr, im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Prof. Dr. Niels O. Angermüller vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Harz widmet sich dem Thema „Wirtschaftskriminalität als Bedrohung für Unternehmen“. Die Teilnahme an der GenerationenHochschule ist kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.

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