Gemeinsam gegen Infektionen – 7. Kooperationsforum „Drug Development“ am 10.12.2015 in Würzburg

Herausforderungen sind insbesondere die Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionserkrankungen und multiresistente Keime, aber auch eine schnelle Diagnostik lebensbedrohender Infekte wie beispielsweise bei einer Sepsis.

Das Forum bietet Kontakte zu Partnern aus Industrie und Wissenschaft und aktuelle Informationen zu den Themenschwerpunkten Antibiotika-Therapie und Resistenz, Entwicklung neuer Antiinfektiva, Wirkstoffbibliotheken, Nukleotid-basierte Therapeutika sowie Impfstoffe und Sepsis-Diagnostik. Gezeigt wird zudem das Konzept „Mobiles Labor im Kampf gegen Ebola“.

Adressiert sind unter anderem Unternehmen und Forschungsinstitute aus den Bereichen Antiinfektiva und Impfstoffentwicklung, Diagnostik, Analytik und Prävention, Kliniken, CROs aus dem Bereich Präklinik und Klinik, aber auch Gerätehersteller, Startups, Behörden und Patentkanzleien.

Aus dem Programm:
Die Universität Würzburg besitzt mit dem Zentrum für Infektionsforschung (ZINF) die älteste universitäre Einrichtung in Deutschland, die sich interdisziplinär und fakultätsübergreifend der Erforschung von Infektionskrankheiten widmet: Die Medizinische Fakultät mit dem Universitätsklinikum, die Biologische Fakultät und die Fakultät für Chemie und Pharmazie beteiligen sich mit mehreren Lehrstühlen und Instituten am Zentrum und tragen zu zahlreichen drittmittelgeförderten interdisziplinären Forschungsverbünden bei.
Mitglied des Vorstandes und Sprecher des ZINF ist Prof. Dr. Jörg Vogel, Leiter des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie, der auf dem Kooperationsforum einen Vortrag über einen völlig neuen Ansatzpunkt zur Bekämpfung von Infektionserkrankungen halten wird.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin als zentrale Einrichtung der Bundesregierung überwacht Infektionskrankheiten sowie chronische Erkrankungen und trägt mit anwendungs- und maßnahmenorientierter Forschung auch zur Prävention derselben bei.
Eine große Herausforderung für die Gesundheitsversorgung weltweit stellen neben den akuten die sogenannten nosokomialen Infektionen und Antibiotika-resistente Erreger dar. Dr. Tim Eckmanns, Fachgebietsleiter für Surveillance-Aufgaben im Bereich Antibiotikaresistenz und -verbrauch und nosokomiale Ausbrüche stellt in seinem Vortrag die Herausforderungen vor, denen sich seine Abteilung für Infektionsepidemiologie stellt.

Zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten Infektionen mit MRSA-Keimen. Dem damit verbundenen Versagen herkömmlicher Antibiotika aufgrund von Resistenzen widmet sich die Abteilung Chemische Biologie am Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig. Sie sucht im Feld der Naturstoff-fokussierten Chemischen Biologie nach neuen Antiinfektiva. Über den aktuellen Stand informiert Prof. Dr. Mark Brönstrup, Leiter der Abteilung in seinem Vortrag.
Auf diesem Gebiet kooperieren das HZI und das Lead Discovery Center (LDC) Dortmund und bündeln dabei Kompetenz, Erfahrung und Infrastruktur beider Einrichtungen. Darüber wird Dr. Gert Klebl, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des LDC berichten.

Dem Kampf gegen Ebola in Afrika widmet sich unter anderen das europäische Kooperationsprojekt „European Mobile Laboratory“ (EMLab). Als Mitglied in diesem Konsortium aus Einrichtungen u. a. aus Frankreich, Großbritannien, der Schweiz, Italien und Deutschland entwickelte das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, München, ein mobiles Labor zur Schnelldiagnostik. „… Wir konnten so auch bei dieser Katastrophe in Westafrika zusammen mit unseren zivilen europäischen Partnern schnell helfen. Viele Partner in der NATO, aber auch im übrigen Europa nehmen sich das jetzt zum Vorbild“, so Oberfeldarzt Dr. Roman Wölfel, Leiter des EMLab-Projekts am Institut. Er präsentiert die speziellen Anforderungen an die Felddiagnostik sowie Erfolgszahlen aus den Einsätzen seit 2014 in Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Wie man prophylaktische Impfstoffe auf mRNA-Basis produziert, wird Dr. Mariola Fotin-Mleczek, CSO der CureVac AG in Tübingen präsentieren. Das Interessante dabei: Der Impfstoff wird quasi im Körper selbst produziert. Die entwickelten RNA-Technologieplattformen nutzen dabei die natürlichen Funktionsweisen der menschlichen „Hardware“, die in der mRNA gespeicherte Informationen abliest und so die gewünschten Impfstoff-Proteine herstellt. CureVac hat bisher rund 300 Millionen Euro Kapital eingeworben. Hauptinvestoren sind die dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. und die Bill & Melinda Gates Stiftung.

Begleitet werden die Vorträge durch zahlreiche Elevator-Pitches, bei denen junge Wissenschaftler und Unternehmen in wenigen Minuten ihre Verfahren und Forschungsansätze präsentieren, sowie eine Poster- und Fachausstellung.

Der Open Innovation-Gedanke:
Die Bayern Innovativ GmbH führt potenzielle Partner für neue Produktideen auf ihren Foren zusammen. Dort wird der Informationsaustausch zwischen Industrie und Wissenschaft aktiv unterstützt und branchenübergreifende Kooperationen etabliert.
In verschiedenen Anwendungsbereichen sind dabei Anknüpfungspunkte für die Wert-schöpfungskette zu erwarten. Insbesondere können auch Technologien, die bereits in anderen Industriesektoren etabliert sind, Lösungen bieten.

Das Forum wurde/wird konzipiert und organisiert von der Bayern Innovativ GmbH und ihrem Themenfeld Life Science, in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg und dem Cluster Biotechnologie.

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